Montag, 29. Dezember 2014

Prosit Neujahr 2015


Weihnachten hat sich für dieses Jahr erledigt und das Neue Jahr 2015 beginnt in der Nacht zum 31.12.2014 genau um 00:00. Eine Tatsache die sich jedes Jahr wiederholt, wiederholt, allein das Datum ändert sich. Wie alljährlich bleiben all die Vorsätze weit hinten in einer verschlossenen Kammer des Gedächtnisses  als unerledigte Wiederholungen. Sylvester wird gefeiert, geschlemmt, getrunken, vielleicht mit Musik oder ab und an einen Film anschauen oder Geschichten aus der Erinnerung erzählen.

Ein bisschen Spaß muss sein, aber nur aus freiem Willen oder aus Höflichkeit den Gästen gegenüber.

                Prosit Neujahr  Prosit Neujahr   Prosit Neujahr

Freitag, 12. Dezember 2014

Der Weihnachtsmann macht eine Fliege



Das nächste Wochenende klopft an, der Freitag ächzt in seinen letzten fünf Stunden und dann ab in den Samstag. Oh, der 3. Advent steht an, aber keine Weihnachtsstimmung will aufkommen. Ich wünschte der Weihnachtsmann klopft an meine Tür, lächelt mit seinen Augen, denn der weiße Bart verhindert jegliches Grinsen und ein lautes Lachen wäre einschüchternd erschreckend. In der linken Hand stemmt sich der pralle Sack gegen seinen roten Anzug. Was wird er wohl für mich bereithalten? Meine Wunschliste hat nichts zu bieten außer einer weißen Leere. Vielleicht eine Überraschung? Doch mein sattes Gefühl vermag keine Überraschung erahnen. Ja, jetzt ist es mir klar, der Weihnachtsmann selbst wird eine Überraschung sein, wenn er dann wirklich kommen möchte. Der Zweifel ist stark, die Phantasie sieht ihn, versteckt im großen Sack vor meiner Tür.

Dienstag, 9. Dezember 2014

Schreiben ist Tippen der Zeit

Auf, auf, die Zeit rennt, aber ich befinde mich in einer halbliegenden Position auf der Couch, wobei der Rücken mittels Kissen und Armlehne gestützt wird. Die Beine angewinkelt, halten die Kniee das IPad in einer leicht schrägen Position, während die Mittelfinger sich beim Tippen der Buchstaben, der Wörter, die zu Sätzen geführt einen Text mit Inhalt ergeben, leicht tänzelnd über die angedeutete Tastatur bewegen. Ab und an vom Daumen oder Ringfinger abgelöst entsteht so dieser Text, dessen Inhalt nur die innere Leere einer Übersättigung wiedergeben, während im Fernsehen Sade läuft. Die Ohren von Kopfhörern bedeckt, übermitteln die Stimmen, den Inhalt von Sade. Die Augen wandern je nach Interesse vom Text zum Fernseher hin und her, so etwas wird wohl Multitasking genannt und die Zeit rennt und rennt.
Nur der Körper bezieht Stellung zur fortschreitenden Zeit, die der Geist so nicht wahrnimmt, weil der Stillstand der Leere den Platz der Einfalt eingenommen hat. Das Jahrhundert der Vielfalt  wechselt ins Jahrzehnt der Einfalt, die Bequemlichkeit suggeriert. Tick Tack tönt der Takt der Sekunden, unaufhaltsam umrunden sie den Kreis der Wiederholung. Geschichte wiederholt sich nicht haben wir einst gelernt und stellen fest, sie tut es doch. Die Aufmerksamkeit wechselt zu Sade. Die Adligen warten darauf von den Jakobinern geköpft zuwenden. Keine Flucht in Sicht, warten sie auf den Tod und schauen dem grausigem Spiel vom Fenster aus zu. Grausamkeit, so alt wie die Menschheit bleibt ein Teil der Handlung unabhängig vom aufgeklärten Menschsein, das sich nur im Fortschritt der Technik weiter entwickelt hat.
Ohne diesen Fortschritt würde ich nicht auf der Couch halbliegenden sitzen und zwischen IPad und Fernseher hin und her schauen können


Montag, 8. Dezember 2014

Alltagswahrnehmungen

Die Dunkelheit bleibt draußen vor der Tür, vor den Fenstern der Zimmer, wo dicke Holzjalousien auch am Tage das Licht aussperren. Am Morgen ist es immer wieder aufs Neue eine Entdeckung, wenn die schweren Jalousien mit aller Kraft hochgezogen das Licht des Tages, je nach Wetterverhältnissen, die Umgebung in eine Stimmung tauchen, die mal im nebligen Dunst alles mit Graublauen Farben überzieht, die von Stille erzählen, während ein klarenr sonniger Morgen alles in kräftigen Farben erscheinen lässt, die von hektischer Betriebsamkeit erzählen.
Tagein, Tagaus, zu jeder Jahreszeit, obwohl die Umgebung unveränderlich bleibt, spielt das Licht mit den Gefühlen der Wahrnehmung. Eine Tatsache die nur derjenige erkennt, der sich auf das Spiel mit dem Licht einlässt, weil Zeit verschwenderisch zur Verfügung steht, weil das  Gefühl für Zeit unendlich lang sein kann, wenn man sich dem Luxus der Zeitverschwendung hingibt.
Bei geschlossenen Fenstern bleibt das Hören und Riechen der Außenwelt ausgesperrt, doch sobald die Fenster geöffnet sind, drängen Geräusche und Gerüche herein. Obwohl sie täglich gleich sind, abgesehen von nichtalltäglichen Arbeitsgeräuschen, klingen sie je nach Jahreszeit, ob kalt, ob warm, immer wieder anders. Die Phantasieverbindet die Sinneswahrnehmungen zu neuen Geschichten. Jeden Morgen aufs Neue, ein Film mit Musik, aber anders als im Kino, mit den Gerüchen des Alltags.

Sonntag, 7. Dezember 2014

Wo haben sich die Weihnachtsgefühle versteckt?

Bis Weihnachten sind es noch 17 Tage. Hoffentlich stellt sich das Gefühl für Weihnachten noch ein. Der Baum, etwas früh geschmückt - zum Glück ohne Katzencloduft war wohl nur die Schutzdecke im Auto - bringt mir  das heimelige Gefühl der Weihnachtszeit nicht zurück. Dieses Jahr besteht nur aus einem Unverständnis für etwas, dass selbstverständlich sein sollte. Die geschmückte Wohnung, die gebackenen Kekse, selbstgemachte Geschenke, sie heben nicht die Weihnachtsstimmung.
                                       Warum?
Worum geht es in dieser, eigentlich, besinnlichen Zeit?
Die Geschäfte voll drängelnder, nervöser, hektischer Suchende, überall Weihnachtsschmuck, hier und da.
Wie feiert ihr dieses Jahr? Schon das Weihnachtsmenue geplant? Auf alle Fragen gibt es Antworten, alles Perfect geplant, erledigt und nun? Verdammt, wo habe ich meine Weihnachtsgefühle verloren, vielleicht stecken sie im November Nebel fest, bleiben für immer verschwunden, kommen nicht zurück, obwohl der augenzwinkernde Weihnachtsmann überall, aus jeder Ecke der Stadt die Suchenden lockt. Aha, mir fällt es wie Schuppen von den Augen, Diagnose "Burnout" durch zu frühe Bewältigung der Planung eines alljährlichen Familienfestes. Bin mal wieder zu schnell, wollte es hinter mich bringen um mich voll auf das Weihnachtsgefühl zu konzentrieren. Hat nichts gebracht, aus Erfahrung sollte man klüger werden.
Nächstes Weihnachten lasse ich ausfallen, verziehe mich in die Karibik an einem einsamen Strand und genieße die Wärme, die Sonne, werde nicht an mögliche Hurrikans denken sondern nur an friedliche Erholung vom alltäglichen Nichtstun.

Samstag, 6. Dezember 2014

Der Duft der Weihnachtzeit

Weihnachtszeit schöne Zeit, Nikolaus wohnt nicht hier, nicht dort. Überall rotgekleidete alte Männer mit weißem Bart, mal aus Stoff, Plastik oder Keramik. Weihnachtszeit schöne Zeit. Hallo Stimmung, wohin hast du dich verkrochen?
Nun steht er da, der Baum mit winziger Wurzel, eingebettet in einer Lehmhülle im alten Topf in der Ecke auf dem mit einer roten alten Samtdecke verhüllten Plastikhocker. Er riecht einwenig nach Katzenpisse, vielleicht entwickelt der Baum ja noch den typischen Tannenduft, wenn nicht, dann wird er halt mit künstlichem Tannenduft besprüht. Was tue ich nicht alles für das heimelige Gefühl der Weihnachtszeit. Morgen, am zweiten Advent werde ich ihn schmücken und die elektrische Lichterkette wird den Raum erstrahlen und die Weihnachtsstimmung wird sich ausbreiten, vielleicht verschwindet der penetrante Katzenurinduft von selbst. Abwarten, es ist noch Zeit bis Weihnachten, vielleicht kommt der Tannenduft und die Stimmung von ganz alleine. Geduld ist die Tugend der Wartenden. Nun, welcher Baumschmuck wird mich überzeugen, alles in Filz, mit Herzen, Bärchen, Engelchen... Oder schillernd glänzend aus Leichtmetall oder besprühten Plastik. Demnächst erscheint ein Foto vom Baum, der Geruch wird sich nicht übertragen lassen, er darf sich in der Phantasie des Betrachters entwickeln, wenn es gewünscht wird. Jedem so wie er es mag. Man stelle sich vor der penetrante Geruch vermischt sich mit dem Duft nach den Keksen aus der Dose zu einer Synfonie der vorweihnachtlichen Geruchsstimmung. Weihnachtszeit schöne Zeit.

Dienstag, 2. Dezember 2014

Posts + Punkte kommen und gehen

Huch, warum habe ich nur eine so lange Pause gemacht? Richtig, es war die pure Langeweile, eine Post nach der anderen ab und an ein +1 bekommen und dann, Schwupp sind alle + wieder verschwunden. Hey, wo sind sie geblieben? Genau das gleiche Problem bei Google + in den Nachrichten erhalte ich ein + und noch ein + und noch ein +, aber unter den Bildern erscheinen sie nicht. Hallo, Google+ wo sind meine wenigen + geblieben? Bitte es sind doch nur so wenige, warum nimmst du mir auch nur das kleinste +, die kleinste Hoffnung auf Aufmerksamkeit?
Nun ist der Trauermonat November vorbei und die Fröhlichkeit, die Erwartung auf ein Weihnachtsfest sollte meine Stimmung heben, aber nun dass, keine + für meine Schreie nach Aufmerksamkeit. Hui, hui, hui +++++++.
Alle protzen mit einer großen Anzahl an + Punkten und ich, verdurste, hänge an der Nichtachtung mit Namen +, oh, das Leben kann so gemein sein. Gut, was nicht ist, ist halt nicht. Ich werde die Nichtbeachtung akzeptieren, verdränge sie, schließe die Augen und werde niemals mehr eine Post schreiben!!!
Ob Moby Dick jemals von mir in Kurzform inklusive Illustrationen in Angriff genommen wird? Warum sollte ich, guckt ja doch niemand, außerdem, was würde Mellville sagen, wenn er von meinem Vorhaben wüsste. Als berühmter Autor leidet er bestimmt im Jenseits. Alle diejenigen, die sein Moby Dick verunstalten, verstümmeln. Ich bin da ja nur eine von vielen.
Turner, in deinem Stil wollte ich Moby Dick in Bilder bannen und mit Kurztexten den Leser zum Kopfkino führen. Ha, Ha, Ha, ein unmögliches Unterfangen. Also warum sollte ich mir die Mühe, die Qual der Umsetzung machen, bekomme ja doch niemals + Punkte.

Dienstag, 11. November 2014

Mit den Augen William Turners geschaut.


Die Sonne geht im November früher unter, eine unumstößliche Tatsache. Samstag dem 8. 11. beginnt die Dämmerung gegen 16:30, der Film über William Turner um 17:15. Habe mir die Zeit vertrieben und bin  mit einer Tageskarte und Moby Dick durch die Stadt gefahren, um mich schließlich kurz vor 17:00 vor dem Kino in die Schlange der Besucher einzureihen. Nach dem Kauf der Eintrittskarte gehört der obligatorische Besuch der Damentoilette zur Pflicht. Wie überall drängte eine lange Warteschlange auf einlaß. Aus den Gesprächen um mich herum, entnahm ich, dass sie alle gerade den Film gesehen hatten. Zwei Damen vor mir liebäugelten mit der leeren Herrentoilette. Wir kamen ins Gespräch, denn auch ich war dem Ort nicht abgeneigt. Wir beobachteten die heraus eilenden Herren und warteten darauf bis die Toilette endlich frei wurde. Derweil fragte ich nach dem Film. Die ältere Dame verzog verächtlich die Mundwinkel und sprach von William Turner als Ekel, während die etwas jüngere Dame wohl, nach Aussage, mehr in der Kunst bewandert ist als die Nörglerin, und somit dem Turner gegenüber gnädiger gestimmt das Urteil Ekel in einen exzentrischern Künstler umwandelte. Aha, dachte ich und schielte auf die Herrentoilette, es kam keiner mehr raus, freie Bahn für die weiblichen Besucher. Die jüngere kunstbewanderte Dame stürmte als erste los, schaute kurz zustimmend von der Tür zu uns herüber und schon war ich drinnen, alles herrlich leer. Die ältere Dame sorgte vor der Tür für ein Männerfreies Clo. Kein Mann ließ sich blickend, die Gedanken kreisten um das was kommen würde, der Film. William Turner ein Ekel? Vor meinem geistigen Auge erschienen seine wunderbaren Bilder fern jedem Ekel, Verkrampftheit oder irgendeiner geistigen Enge. Seine Bilder haben einen zarten Blick auf Landschaft Meer und Schiffe, selbst da wo sie in kräftigen Farben zu explodieren scheinen, schimmert eine Liebe, Freundlichkeit durch. Wie kann ein solcher Künstler ein Ekel sein, mit diesem unverwechselbaren Blick auf die Welt? Die Filmkamera nahm wunderbar Turners sichtweise auf. Ersetzte seine Augen, seinen Blick auf Motive und Landschafte. Die Filmszenen strotzten vor Detailsverliebtheit, ein großes Vergnügen für uns Zuschauer. Dem gegenüber ein brummiger, introvertierter Klotz von Mann, jegliche Zartheit absprechend. Ein widersprüchlicher Mensch, mal grob, dann wieder bewandert in der Konversation mit der Obrigkeit. Mehr und mehr wurde Turner für mich zur Nebensache, denn die Kamera beschrieb, ließ den Betrachter den Werdegang der Bilder nachvollziehen, zog mich in den Bann dieser einzigartigen Malerei. Der Maler selbst, obwohl die Hauptfigur, ich nahm ihn nicht mehr wahr. Das ist keine Kritik am Schauspieler und Regisseur, es ist Turner selbst, der hinter seine Werke zurücksteckt, unsichtbar wird. Sein Innerstes spricht durch seine Werke, nicht die Person als solche.

Berauscht von der Pracht der Bilder verließ ich das Kino, stieg in den Bus 100 und fuhr zum Brandenburger Tor. Den Fotoapparat gezückt, von Turners Licht verzückt, suchte ich nach Motiven des Lichts im Rausch der Farbe.




Freitag, 7. November 2014

Freitagabend und nichts los

Freitagabend und lange keine Post geschrieben. Gibt ja nichts zu sagen, die kleinen Aufregungen sind nicht des Schreibens wert. Alles wie gehabt und das Hirn martert sich durch die Windungen auf der Suche nach dem richtigen Gesprächsstoff. Das Wort richtig bedeutet eigentlich nichts, denn was ist schon richtig oder falsch. Alles eine Sache des Standpunktes. Ach, immer die gleiche Leier, Floskeln pflastern meine Sicht der Dinge unter der Decke auf der Couch, während die Augen hin und her wandern zwischen Tippen und den laufenden Bilder an der WandCaterday. Wieso Caterday? Habe ich nicht geschrieben, kleiner Scherz der Worterkennung, die wohl falsch programmiert wurde oder nur ein Zeichen der Überlastung durch die Vielzahl an Schreibenden Usern, Millionen über Millionen und nur eine Worterkennung, die auch noch mehrere Sprachen bedienen muss. Reicht der Text oder nicht? Ach, ein Foto fehlt, dann sieht es auch nach mehr aus. Der Marder lag einst unter einem Baum, wie er so tot dort hin gekommen ist, bleibt sein Geheimnis.

Montag, 3. November 2014

Der zerbrochene Spiegel


Montag ist fasst vorbei, das vergangene Wochenende ohne Posts. Heute, bevor der Dienstag ansteht, heute schreibe ich. Worüber, das entscheidet? Wer? ich? Na gut, einige Gedanken zum Thema Menschen, die in Europa Zuflucht suchen und in ihrer Vielzahl das Sozialsystem sprengen könnten. Wer sprengt wen? Die, die das System ausnutzen und sich mit horrende Mieten für miese Unterkünfte für Flüchtlinge, Asylsuchenden, bereichern? In den Foren tun die User so, als würde sie das Thema interessieren, aber lediglich ihrer Lust am Blödeln frönen, sich gegenseitig beschimpfen, ein Ritual, wie es scheint. Was ist bloß aus der öffentlichen Meinung in seiner Vielzahl geworden. Nichts. Ein bisschen Spaß muss sein, ein Ventil um nicht an der eigenen Hilflosigkeit zu ersticken? Hilflosigkeit ist nicht der richtige Ausdruck dafür, aber mir fällt kein anderes Wort ein.
Im nahen Osten leben Millionen Flüchtlinge in Lagern, in Ländern, wo die meisten Menschen selbst nicht viel haben und trotzdem unterstützen sie die Flüchtlinge. Die Lage dort ist wenig Menschenwürdig aber besser als in den Krisengebieten zu sterben. Die Weltgemeinschaft schaut zu, handelt hier und da, um nur festzustellen, dass ihre Möglichkeiten, ihre Ressourcen begrenzt sind. Die einzig wahrhaftige Lösung wäre ein gemeinsames Handeln aller, damit denen, die meinen mit Waffen das Völkerrecht zu brechen, endlich schweigen und zur Verantwortung gezogen werden. Eine schöne heile Welt wird es nie geben und der Gedanke an eine gerechte Welt gehört allein der Hoffnung. Die Geschichte ist voller Kriege und Ungerechtigkeiten.Völkerwanderungen veränderten durch die Jahrhunderte das Weltbild. Heute, durch das Internet, erleben wir die Ungerechtigkeiten in anderen Ländern direkt zeitgleich, wird die Hilflosigkeit schmerzhaft bewusst. Uns geht es gut, die Kriege haben wir hinter uns gelassen. Die Menschen aus den Krisengebieten wissen von unseren sogenannten sicheren Orten wie Europa. Käme ich aus diesen Gebieten, ich würde mich auch nach Europa oder Amerika aufmachen. Im 19. Jahrhundert kamen so viele Europäer nach Amerika. Alles schon zigmal erzählt und doch bleibt ein fahler Geschmack zurück. Der Blick in die Zukunft wird auch für uns düster sein.




Sonntag, 26. Oktober 2014

Kreativer Novemberblues

Ich schneide, ich klebe, ich zeichne aber das Erinnerungsbuch mit Namen Logbook wird nicht fertig. Zu viele Seiten sehen nackt aus, wollen zugeklebt werden. Es nervt, habe keine Lust, alles was nicht schnell genug vorangeht, macht mich wahnsinnig. Das Wort Zeichnen ist übertrieben, es bezeichnet nur freie Stellen mit Stift ausfüllen. Stupide, möchte das verdammte Buch, diesen übervollen Ordner endlich loswerden. Wohlwissend, das meine Arbeit niemals gewürdigt wird, als Spielerei abgetan oder so nicht gewünscht wurde. Egal, ist mir völlig gleichgültig, schnell fertig denn aus den Augen heißt aus dem Sinn. Weg damit, Dienstag will ich es endlich loswerden, aber diese immer noch langweiligen Seiten kann ich nicht so lassen. Schrecklich, das Material geht aus, keine Möglichkeiten neue Inspirationen zu entwickeln. Sehe gerade  Arte und Picasso neues Museum in Paris. Möchte am Liebsten gleich morgen hinfahren, sehen und genießen. Die Kunst gewinnt erst durch den Dialog mit der Präsentation ihre Bedeutung. Bin kein neuer Picasso und das ist auch gut so. Stelle mir gerade vor in der Vielzahl meiner kreativen Produktionen zu versinken, keiner da der etwas kauft. Alles stapelt sich und stapelt sich und die Nachkommen haben dann das Problem der Entsorgung. Nein, lieber auf der Couch liegen bleiben und von der künstlerischen Produktion träumen oder alles digital erstellen. Spart unheimlich viel Platz, benötig lediglich einen Speicherplatz und nach etwa zehn Jahren löst er sich von selbst auf, es sei denn ich veröffentliche es im World Wide Web. Gute Idee, auf Ewig im Netz geistert es durch die Rechner der Welt. Welch eine Bedeutung, wenn da nicht das Problem der Beherrschung der Technik eines Malprogramm wäre. Dass bringt mich dann so in Rage weil die Umsetzung nicht klappt, weil es wieder viel zu lang dauert bis ich es kapiert habe oder auch nicht.
Es gibt unendlich viele Gründe nicht tätig zu werden, ein Hoch auf das Leben auf der Couch. Hin und wieder überkommt mich der Frust und der Drang kreativ tätig zu werden wird über mächtig und landet im Nichts, das ist dann der Gipfel der Frustration die im Stumpfsinn auf der Couch vor dem Flachbildschirm endet. Alles wie gehabt, ein Kreislauf bis zum Ende, Jahr für Jahr, eventuell Jahrzehnte lang. Welch ein Horror der stumpfsinnigen Existenz. Eine kleine Reise nach Paris hebt einwenig die trübe Novemberstimmung obwohl die letzten Oktobertage noch vor uns liegen, bin den Monaten immer etwas voraus.

Samstag, 25. Oktober 2014

Ein Döner, ein Handy, eine Bank

Seit einiger Zeit steht eine Bank zwischen Dönerstand und Bushaltestelle. Wann sie aufgestellt wurde ist mir entfallen. Plötzlich war sie da und der Döner schmeckt im Sitzen besser als im Stehen. Genau genommen sind es drei einzelne Sitze aus Metall, die durch ein Gestell verbunden sind und in einem kaum wahrnehmbaren Grün gestrichen sehr unauffällig unter einer alten Eiche, Buche oder ? steht. Es ist Samstagnachmittag, der Hunger treibt es rein und die Kälte läßt keine Gemütlichkeit aufkommen. Trotzdem, ich habe einen der drei Plätze ergattern können und beiße in den warmen Döner mit Joghurtsoße, Salat, Kartoffelchips und so etwas ähnliches wie gebratenem Fleisch, mehr Vegetarisch als Fleisch. Es schmeckt und der dröge Blick auf den Verkehr läßt mich über das Sein sinnieren. Warum sitze ich hier? Nur weil es einen Sitzplatz gibt, der in einer sehr nüchternen Umgebung jeglichen Reiz vermissen läßt? Es schmeckt, mehr darf ich nicht erwarten, Shoppen verlangt Kompromisse eingehen, denn Shoppen in schöner Umgebung gibt es weder in einer Mall noch in der Einkaufsstraße. Shoppen ist Freizeitbeschäftigung ohne Anspruch auf Erfüllung eines Glücksgefühl. Doch, was ist das? Trotz des Verkehrslärm höre ich mein Handy immer lauter, fordernd klingeln. Der Döner in der rechten Hand wühlt die andere Hand in der großen Tasche. Kurz bevor der Anrufer auflegt, erwische ich ihn. Telefonieren in der Öffentlichkeit scheint noch immer Begehrlichkeiten zu wecken, denn Fremde kommen verdächtig näher und bleiben dicht bei mir stehen. Gut, es scheint wiedererwartend ein öffentliches Interesse an meinem Gespräch zu geben, dass muss genossen werden, wer weiß ob es jemals wieder passieren wird, kommt ja äußerst selten vor. Ich denke an eine
Theatervorführung, fühle mich als Schauspielerin und ziehe alle Register einer dramatischen Inszenierung. Mein Anrufer scheint anfänglich etwas irritiert zu sein, doch dann, er meldet sich sehr selten, stellt er meine Glaubwürdigkeit nicht infrage. Warum sollte ich Irma auch nicht leiden können. Die Begründung wird akzeptiert. Der Rest vom Döner liegt kalt in der rechten Hand und der kalte Wind und die 12 Grad Außentemperatur beenden die kurze Vorstellung. Kalt schmeckt der Döner auch. Das Publikum hat sich mit den letzten Worten des Grußes entfernt.
 Oh, gleich drei Busse drängen an die Haltestelle.

Freitag, 24. Oktober 2014

Der Sinn giert nach Aufmerksamkeit

Die Dunkelheit kommt jeden Tag früher, aber ab Sonntagnacht schlagen wir ihr ein Schnippchen. Nun, dass hat auf den Rhytmus des Alltages keine Auswirkung auf meine unendlich freie Zeit, die manchmal so öde und langweilig ist, dass der Wunsch nach einer Tätigkeit für einen kurzen Moment die Oberhand gewinnt, um dann schnell wieder verdrängt zu werden, weil es nichts gibt, außer kreativ sich mit der eigenen Unfähigkeit zu beschäftigen. Die Notlösung wäre da noch die Idee einer kurzen Zusammenfassung von Moby Dick, die immer noch im Raum steht, aber deren Verwirklichung nur gelingen kann, wenn der innere Antrieb danach giert, die Kreativität reizt, doch leider verspüre ich nichts. Das erste Kapitel, so kurz vom Autor auch geschrieben, läßt kein Gefühl für die eigene Kurzinterpretation zu. Die Stimmung, die Lust fehlt, alles scheint wie abgestorben, der Sinnlosigkeit gehuldigt. Eine sinnvolle Tätigkeit, ob nun schreiben oder bildnerisch Arbeiten blockiert sich selbst durch fehlender Sinnhaftigkeit.

Donnerstag, 23. Oktober 2014

Donnerstag?

Nach meinem Gefühl zu beurteilen, war gestern Montag. Warum steht das Wochenende schon wieder vor der Tür? Donnerstag klingt so dramatisch und ist doch nur ein Tag zwischen Montag und dem Wochenende. Donnerstag will verdrängt werden, jedenfalls der heutige hat nur Traurigkeit gebracht, dass liegt nicht am Herbst, nein es liegt am baldigen Verlust, der so normal und doch schmerzhaft wahrgenommen wird. Verlust als vorübergehende Trennung, ausgedrückt in der Entfernung der gemessenen Kilometer. Es gibt ja die billigen Fernbusse, ein kleiner Trost, denn Entfernung bleibt entfernt und lässt sich nicht so schnell überbrücken wie die Nähe in einer Stadt. Ein Trost versprüht die Traurigkeit, denn ohne sie bleibt das Gefühl von Glück alltäglich, normal und damit kaum mehr wahrnehmbar. Trost darf sein, zuviel Traurigkeit nicht. Der Freitag kommt nach Donnerstag und die Traurigkeit rückt langsam tiefer ins Bewusstsein, wo ihr ein Platz zum Schlummern gewiss sein wird.  Der Alltag hat am Wochenende kein anderes Gesicht, aber die Erinnerung mag die Traurigkeit nicht wecken.

Dienstag, 21. Oktober 2014

Motivation

Die Langeweile eines ereignislosen Tages ödet so sehr, dass es keiner Post bedarf. Schreiben um des Schreiben Willens bringt kein Thema von Belang. Also, was tun? Vielleicht einen neuen Blog beginnen, vielleicht eine Kurz-Kurzfassung von Moby Dick schreiben. Nach jedem Kapitel eine Kleine Zusammenfassung schreiben, da fällt der Selbstauferlegte Zwang einer täglichen Post aus. Leider bedeutet es zu lesen, lesen, lesen. Ob damit die Langeweile verfliegt wage ich zu bezweifeln. Stelle fest, das Interesse zu Posten läßt merklich nach. Morgen ist auch noch ein Tag, der Mittwoch, der Tag, der die Woche teilt. Welch tolle Erkenntnis, mehr ist nicht drin, selbst Horror Nachrichten haben in der Dauerberieselung ihre Schrecken verloren und der alte, gute Freund mit Namen Stumpfsinn hat seinen angestammten Platz wieder eingenommen. Grüß Gott treuer, einziger Freund.
Beschäftigung wäre eine gute Tat um die Stimmung zu heben, malen oder zeichnen oder fotografieren. Nur, es fehlen die Gedanken für ein Thema, das sich lohnt in Bilder umzusetzen. Schwafeln fällt leicht, zu leicht, aber läßt sich gut in Abstraktion umsetzen. Vielleicht täglich ein Gedicht verfassen um es dann in ein Bild umzusetzen. Mal sehen wohin die Stimmung den
Tatendrang oder Zwang hinführt. Treibenlassen, einfach auf den Wogen einer sentimentalen Stimmung treiben, auf und nieder im Takt der Musik des Windes mal langsam, mal schnell, mal aufbrausend oder vor sich hin dümpeln, alles und nichts kann geschehen.

Freitag, 17. Oktober 2014

Hirn oder Bauchgefühl

Denken, schreiben, denken, schreiben, denken, schreiben. Völlegefühl,entweder vom vielen Essen oder vom Denken und Schreiben. Essen gab es in Hülle und Fülle, die Gedanken  hatten keine Chance sich gegen die Völlerei im Magen zu Wehr zu setzen. Der Druck entlud sich im Rülpsen, die Gase suchten einen anderen Weg um die Umwelt anzureichern. Die Gedanken kommen gegen eine Fresssucht nicht an, sie sind aber so frei sich jeglicher geistiger Regung zu entziehen.Völlegefühl im Magen fördert keine Gedankenfülle, eher wird das Denken gehemmt, blockiert als wäre es Leergefressen. Völlegefühl im Magen fördert somit die geistlose Haltung des Hirn, darüber freut sich der Bauch, der sein Recht auf Vorherrschaft zu verteidigen weiß. Hiermit steht fest, es handelt sich nicht um ein Völlegefühl der Gedanken, denn von dort kommt nichts, absolute Funkstille, lahmgelegt vom Fressen, Fressen, Fressen....

Mittwoch, 15. Oktober 2014

Was haben Horrormeldungen mit Sex zutun?

Zwei Tage war ich so glücklich wie noch nie. Gut, das ist etwas übertrieben, aber Tage ohne Nachrichtensendungen sind das pure Glück. Hatte die Horror Meldungen verdrängt, glaubte schon die Welt befindet sich im Licht der Glückseligkeit. Alles nicht wahr, wobei, was bedeutet Wahrheit, wenn sie doch nur die Einbildung des Individuum ist. Nach diesen Tagen entdecke ich eine Veränderung, es wechseln sich Brutal Politische Themen mit Beiträgen über Sex ab. Warum? Meine persönliche Wahrnehmung, die aus der Fülle der Themen nur auf Horror und Sex fixiert ist? Nein, da protestiere ich auf das Schärfste, denn Sado Maso ist absolut nicht meine Welt, warum dann?
Verstehe, die geschockte öffentliche Wahrnehmung der Horror Nachrichten kann diese nicht mehr verkraften, Entspannung heißt das Zauberwort mit Namen Sex. Wir hatten das Thema aus dem öffentlichen Interesse verdrängt, zu lange wurde es in allen Medien erörtert, beschrieben, und und und. Sex war seit langer Zeit kein Thema mehr, warum dann? Vielleicht liegt es an meiner persönlichen Wahrnehmung. Aus unerfindlichen Gründen drängte es in mein Bewusstsein, aber warum? Versteh ich nicht, kann nur von den Machern gesteuert worden sein um es als ein Zauberwort wieder ins öffentliche Bewusstsein zu hieven. Warum denke ich überhaupt darüber nach? Verdrängung sollte das öffentliche Zauberwort heißen, Verdrängung..... Horror Nachrichten und alles was sie über Sex wissen sollten sind nur von oben gesteuerte, manipulierte Interessen. Von oben? Google? Amazon? Banken? Politische Elite?

Montag, 13. Oktober 2014

Bewegung im Stillstand


Auf, auf, schnell, haltet es fest. Es will nicht, läßt sich nicht greifen, bleibt unerreichbar. Die Hände weit ausgestreckt fassen ins Leere. Alles nur kalte Luft, keine Aussicht auf Erfolg. Niedergeschlagen mit hängenden Schultern, baumeln die Arme im Takt der Sekunden. Das Kinn auf den Oberkörper gepresst, den Blick auf  die Füße gerichtet, die mit dem Boden fest verankert scheinen. Stillstand, nur die hängenden Arme geben einen Takt vor, hin und her. Die Ohren lauschen dem Windhauch des Hin und Her. Der Mund bewegt die Lippen im Takt der Arme, auf und zu, auf und zu. Das Herz pocht in seinem Rhythmus, bum, wie die bummm, bum, bum singt es mal schnell mal langsam. Der Singsang überträgt sich auf die Bewegung der Arme, der Mund setzt es in Töne um und die Füße heben und senken sich. Die Knie ziehen die Unterschenkel abwechselnd in die Höhe. Der Kopf passt seine Bewegung dem Takt der Beine an, mal hin und her, mal auf und nieder, mal seitlich nach rechts und links. Der Atem kann mit der Hektik nicht mithalten und der Kopf stoppt die Aktionen.

Sonntag, 12. Oktober 2014

Was haben Socken und Rechtschreibung gemeinsam?




Nie wieder Socken stricken war ein kurzes Versprechen, denn stricken ist schlecht für die Gelenke und auf Dauer langweiliger als auf der Couch zu liegend. Manchmal, wenn es gewünscht wird, siegt die Freudschaft über kaputtgestrickte Daumen, deshalb heißt die Devise: stricken bis der Arzt kommt. Heute am Sonntag ist Endspurt, der letzte Socken will bewältigt werden und dann ist definitiv Schluss! Nie wieder Socken stricken.

Ein knapper, nichtssagender Eintrag einer Post ist besser als gar keine Post zu schreiben. Die Selbstauferlegte Pflicht ist erfüllt und es trägt die Hoffnumg, eines fernen Tages, nach vielen Posts, vielleicht eine bessere Rechtschreibung zu beherrschen. Die Hoffnung stirbt zuletzt, aber meine Neigung die Rechtschreibung zu ignorieren, so scheinst, währt ewig.


Aufklärung: Socken stricken und Rechtschreibung tippen führen zu verkrampften Daumen.

Samstag, 11. Oktober 2014

Caturday oder nicht Caturday

Ich will, ich beuge mich dem Zwang. Der Kopf ist leer, die Kopfhörer übertragen den Fernsehton und die Finger streichen über Buchstaben um Sätze zu formulieren, von denen ich nicht weiß wo sie hinführen. Der Wille mag keine Gedanken setzen. Ach, es hat sich nichts geändert, kein Kraft treibt das Denken an. Woher sollte die Energie auch kommen. Lust aufs Schreiben ist mir nicht gegeben. Da stellt sich die Frage warum überhaupt der Zwang zum Schreiben. Eine Antwort fehlt, denn die Verweigerung der Gedanken blockieren eine Antwort, blockieren jegliche Form eines Inhalts über irgendetwas. Ich höre: Operation Kuhstall, Konzentrationslager, Hakenkreuz. Meine Augen schauen auf,  das Bild zeigt eine Sendung zur Buchmesse. Sollte konzentrierter zuschauen und dem Inhalt folgen. So viele kluge Inhalte und wo bleibt mein Inhaltsgegebener Elan? Wahrscheinlich liegt da der Hase begraben, liegt die Kreativität begraben. Warum langweilen mich die heutigen Bücherschreiber? Der Versuch etwas zu lesen endet nach der zweiten Seite. So viele Bücher, Jahr für Jahr und der Krampf innovative Inhalte zu schreiben. Was zeichnet einen interessanten Autor aus? Zählen heutige Autoren zur Moderne? Nein, sie sind heutig aber nicht modern. Habe keine heutigen Autoren gelesen, also warum Kritik über etwas unbekanntes äußern?
Schlechte Laune durch inhaltsleeren Frust am eigenen Schreiben.
Heute ist Samstag Caturday .

Freitag, 10. Oktober 2014

Das Glück mit Namen Dienstag




Dienstag klingt gut, erinnert an meinen surrealistischen Krimi: Dienstag, Dialog mit der Worterkennung. Er dümpelt jetzt für Lau bei einem nicht von mir autorisiertem Internetanbieter. Frage mich immer noch wieso es 402 Seiten sind, wo es doch höchstens 85 Seiten als PDF Datei sein können. Vielleicht durch viele leere Seiten oder aber die Schrift ist riesig, das schafft auch viele Seiten. 
Nun mein geistiges Eigentum gehört mir. Der Prozeß der Fertigstellung eines Romans, Bildergeschichte oder Werke der bildenden Kunst, ähneln einer schmerzhafte Geburt. Sich von ihnen zu trennen fällt schwer, aber wie jedes Kind seinen eigenen Weg gehen wird, sollten auch die künstlerischen Arbeiten hinaus in die Welt gehen. In der Schublade vertrocknen sie. Ein stummer Inhalt lässt künftige Geschichten versiegen wie eine ausgetrockneten Quelle. 

Donnerstag, 9. Oktober 2014

Wieder Ohne Nobelpreis weiterleben

Oh, wie Schade, habe wieder nicht den Nobelpreis für Literatur erhalten. Ach, die Trauer vergeht schnell.
Seit vielen Jahren träume ich davon, wie viele andere auch. Vielen Dank dem Komitee dafür, dass es diesen Preis gibt, der allen Autoren, ob bekannt oder nicht, den Traum eines Augenblick des Ruhmes gibt. Es ist wie beim Lottospiel, bis kurz vor der Ziehung kann jeder vom Sechster träumen und ist es vorbei bleibt die Hoffnung bis zum nächsten Mal. Ein schönes Spiel der Loser, die im Träumen Erfüllung finden.

Für den neuen Preisträger freue ich mich und gratuliere Patrick Modiano für seinen verdienten Erfolg. Obwohl ihn meine Gratulation niemals erreichen wird.
Die jährliche Spannung auf das Ereignis, die Diskussionen in der Presse, die Spekulationen wer das Spiel gewinnt, trifft alle die sich für Literatur interessieren, aber nur die Erfolglosen träumen vom Preis, während die Gewinner es mit Freuden hinnehmen ohne vorher daran gedacht  zu haben. So ist das Leben und das ist immer wieder überraschend.

Mittwoch, 8. Oktober 2014

Gewaltbereitschaft und Demokratie


Die Mitte der Woche und nichts passiert im häuslichen Raum, während draußen ein Krieg herrscht, der nicht der  unsere ist, aber auch bei uns ausgetragen wird, wenn auch nicht ganz so brutal wie in Syrien. Was tun? Stellung beziehen und alle Rechtsstaatlichen Mittel anwenden um den Tätern die Grenzen zu zeigen. Toleranz wird als Schwäche angesehen, deshalb ist es wichtig mit Konsequenzen zu reagieren. Die offenen demokratische Gesellschaft hat das Recht auf Existenz. Sie zeichnete sich durch Toleranz gegenüber Andersdenkenden aus. Solange diese Gruppen friedlich nebeneinander existiert haben, waren sie keine Gefahr. Heute, wo die Hemmschwelle zur Gewaltbereitschaft überschritten wurde, muss das Recht schneller darauf reagieren. Wachsamkeit ist angebracht, Schläfrigkeit hilft die Demokratie nicht zu verteidigen, also handeln wir auf Grundlage der Gesetzgebung. Zeigen wir ihnen die Grenzen des Machbaren direkt und entschlossen.
Meinungsfreiheit ist unser Kulturgut, wird es massiv angegriffen müssen wir heute handeln und nicht Morgen oder Übermorgen.

Ups...woher die Aufregung, sind doch nur alles Nachrichten aus den Medien. Soviel Tragik der Wortwahl hervorgerufen durch die Vielfalt der Berichte, die den Verstand für einen Augenblick berühren. Schwups schleicht ein Hauch der Peinlichkeit von Hinten ins Gedächtnis und nun? Nix passiert, außer das die geschriebenen Wörter, Sätze nun veröffentlicht sind, wenn auch nur in sehr kleinem Umfang, um nicht zu sagen, es ist nur ein öffentliches Selbstgespräch. Obwohl, es besteht immer  die Möglichkeit einer Leserschaft. Vielleicht, unwahrscheinlich, vielleicht.........

Warum immer dieses Selbstmitleid? Ach, nichts besonderes, geboren aus purer Langeweile, der Müdigkeit entfliehend, hat einwenig Aufregung noch nie geschadet. Passiert ja nix im privaten Raum, da bringt die wiederholende Annahme eines Künstlichen Selbstmitleides, einen gegenteiligen Bezug zum Geschehen im Flachbildschirm. Ein Hoch auf die Nutzung einer Fernbedienung, zum schnellen Wechsel der Programme. Ach, die Vielzahl der Programme fördert unendliche viele Formen des Selbstmitleides. Das Leben erhält eine quirligen Schwung, Abschwung oder Aufschwung.

Montag, 6. Oktober 2014

Montag und die öffentliche Meinung im Zeichen von Ebola

Montag, lieber, lieber Montag, du bringst mir das verlorene Glücksgefühl zurück. Einst empfand ich den Anfang der wiederkehrenden Wochen als Last einer endlosen Trägheit, die nicht gehen mag. Nun, die Macht der Gewohnheit gibt der gewöhnlichen Trägheit ihre Berechtigung und das Glücksgefühl darf ungeniert Heiterkeit verbreiten, kein schlechtes Gewissen plagt den Geist, der sich in der Trägheit wohlig eingerichtet hat. Ab und an einen kleinen Kommentar schreiben und oho, da antwortet ein User. Es entsteht so etwas ähnliches wie ein kleiner Austausch. Ebola, sein oder nicht sein, Panik oder keine Panik. Ausbreitung ja oder bleibt sie überschaubar. Die Vermutungen einiger User sind recht abenteuerlich, verschwörerisch und Ewig motzten diejenigen, die sich in ihrer Unwichtigkeit eingerichtet haben und labern, labern, labern, dass es weh tut. Demokratie ist ein schweres Geschäft der Meinungsvielfalt, die leider nur wenig Neues hervorbringen, die Ideen vorantragen. Meinungen sind wichtig und sich daran reiben kann den eingerosteten Geist weiterbringen, doch, so scheint es, bleiben die meisten in ihrem Gummibad kleben, schade. Meckern allein verpufft in der Bedeutungslosigkeit. Stelle selbstkritisch fest, ich bin auch nicht besser, welch eine Erkenntnis. Gut, so wie ich den Montag akzeptiert habe, gehören die stumpfsinnigen Meinungen genauso zu mir wie der Montag.
Ebola, spanische Grippe, Vogelgrippe, Pest und all die anderen tötlichen Virenerkrankungen gehören, wie der Anfang der Woche, zum Sprachgebrauch eines von sich selbst überzeugten, aufgeklärten Menschen. Wir haben eine Meinung dazu, mehr können wir nicht erwarten, sitzen, liegen wir es aus, ob wir betroffen werden oder wahrscheinlich auch nicht, das Thema schenkt einen Augenblick der Aufregung. Vergessen wir dabei nicht, die tödlichen Viren und Bakterien in den Krankenhäusern, die sich dort eingenistet haben und kaum zu entfernen sind, sie können nicht nur Immungeschwächte treffen, nein, wer Pech hat, den trifft es auch als Besucher. Antibiotika hilft kaum noch, wir haben zuviel davon konsumiert. Öde geht die Welt zugrunde, Freuen wir uns auf einen glücklichen Dienstag.

Samstag, 4. Oktober 2014

Das neue Leben im Zeichen von Twitter

Habe mich getraut und bei Twitter angemeldet. Warum? Na, aus purer Langeweile. Alle Medien sind vertreten, allerdings finde ich sie nicht so interessant wie die normalen User. Folge einigen, weil sie mich zum Lachen gebracht haben. Kurztexte sind manchmal so kurz und unverständlich, weil die Übersetzung der Kürzel fehlt. Gut, gehöre nicht in den erlauchten Kreis, mag mich auch nicht damit beschäftigen, viel zu anstrengend.
Twitter bietet die Chance Menschliche Fallstudien zu betreiben, denn jeder User präsentiert sich anders und es bringt Spaß hinter die Fassade der Selbstdarstellung zu blicken. Dabei kommt es nicht auf den Wahrheitsgehalt an, sie geben lediglich den Anstoß für die Fantasie Persönlichkeiten zu entwickeln, die nichts mit der Realität der User zutun haben. Ein gutes Mittel gegen die alltägliche Langeweile die sich dem Lesen entgegenstellt um lieber im gedanklichen Nichtstun zu verharren, aber das Interesse an den Selbstdarstellungen der Usern überlistet die Langeweile und setzt Gedanken, Anregungen über das Wie, Ob, Warum, Wieso, frei. Denken hebt die Stimmung und Lachen ist gesund.

Freitag, 3. Oktober 2014

Erinnerungen zum Tag der Einheit

Damals, als die DDR präsent war, erinnere ich mich an die sonntäglichen Schweinebraten bei den Verwandten in Ostberlin. Als arme Studenten gingen wir gerne über die Grenze von West nach Ost. Der Hunger überwindet auch Mauern und wenn der Onkel dann den Braten kräftig mit Alkohol runterspülte, lachten wir herzlich über die neuesten Witze von Honecker und Co. Zu Laut durften wir nicht sein, denn der Blockward lauschte mit, deshalb stellte die Tante das Radio lauter. Als Wissenschaftler durfte der Onkel in den Westen reisen, aber auch in der DDR gab es so etwas wie Mobbing und jüngere Kollegen drängten den Onkel aus seiner privilegierten Stellung. Das hat er im Lauf der Jahre nicht verkraftet und eines Tages erlöste der Suff ihn und da lag er dann im Flur und starb. Die Tante überlebte den Schock nur um wenige Jahre, wo sie in der Psychiatrie ihrem Leben ein Ende setzte. Kurz vorher durften wir sie ein Mal besuchen. Ich sehe noch heute die Barackenähnliche Anstalt, gelblich, schmutzige, verschlossene Räume und trostlose Patienten.

Vor jedem Besuch nach Ostberlin stand die Bewilligung, der Passierschein, zur Einreise im Westen an. Deutsche Bürokratie in West und Ost waren gleich dröge und furchtbar langweilig, aber Studenten haben mehr Zeit als andere. Manchmal ging ich zum Einkaufen rüber, denn Künstlermaterial und Kunstbücher waren sehr viel billiger, wurden noch billiger beim verbotenen Westtausch der Ostmark eins zu vier. Ein Nervenkitzel sondergleichen, der Schweiß lief von der Stirn nicht vor Hitze, sondern vor Angst erwischt zu werden, wenn man in der langen Schlange vor dem Ausreiseschalter in der Friedrichstraße stand und Stichprobenartig kontrolliert wurde, was eingekauft und im Osten an die Devisen getauscht wurde. Mein Einkauf wies immer mehr aus als ich im Osten Zwangstauschen musste. Vielleicht kannten die Beamten mich und drückten ein Auge zu, wenn ich vollgepackt von Ost nach West ging, denn sie kontrollierten mich nie, dass machte mich mutiger und so erstand ich ein DinA 1 Holzzeichenbrett im heutigen Kaufhof. War garnicht so einfach zu tragen, denn über der Schulter hing die volle Büchertasche.
Mit der Grenzöffnung kamen Ossis rüber zu den Wessis und holten sich 100 Mark ab. Sie standen vor den Supermärkten nach Bananen Schlange oder kauften viele Jeans. Für uns Wessis war der Besuch der Oper unter den Linden für sehr kleines Geld ein großer Genuss. Lang, lang ist es her und heute lachen wir über die Begriffe Ossis und Wessis.

Montag, 29. September 2014

Glücklicher Montag


Montag ist heute ein wunderbarer Tag voller Sonnenschein und  milder Luft die nach Herbst riecht. Das Glück scheint beinahe perfekt zu sein, wenn die Gedanken sich nach der Sonne strecken um im Wohlgefühl der Wärme die Seele baumeln zu lassen. Es tut gut sich der Gedankenlosigkeit  hinzugeben, schenkt sie doch Ruhe und Gelassenheit im Meer der Überbrodelnden Nachrichtenwelt. Verschafft dem Bewusstsein eine unendliche Distanz zu dem was nah und fern geschieht. 

Zuviel Entspannung fördert keine Texte, lässt die Worte im Nichts verschwinden. Das ist Kontraproduktiv für eine tägliche Post. Was tun? Keine Wut, kein Kummer, nur unendliches Glück über die warmen Sonnenstrahlen eines herrlichen Montag im Herbst.

Sonntag, 28. September 2014

Die Entsorgung und die Gesellschaft

Ohne Wochentage gäbe es keine Zeiteinteilung. Ohne Sonntag wird es keinen Montag geben. In wenigen Stunden ist es soweit, ich kann es kaum erwarten, ein neuer Montag steht vor der Tür. Leider wird er nicht an meiner Tür anklopfen, geschweige denn klingeln. Ein Blick auf die neue Zeitung und ich weiß Bescheid, Montag der 29. September. Seit einem Jahr oder sind es schon seit zwei Jahren, besteht meine Zeitung nicht mehr aus Papier, sie erscheint digital, das ist eine erhebliche Papiermüll Reduzierung. Der Weg zum Papiercontainer endet meistens am Hausmüll, Grünem Punkt und Bioabfall, stark bedruckte Pappe gehört in den Hausmüll. Früher habe ich sämtliche Papierabfälle im Papiercontainer entsorgt. Die Mülltrennung wird immer komplizierter, der Grüne Punkt hat seine Zusammensetzung verändert. Eine Zeitlang durften wir alles mögliche reinwerfen, Holz, Metall usw. Jetzt ist es wieder anders, zwar zeigen nette Bildchen welcher Müll dort entsorgt werden darf, aber niemand hält sich daran, ich auch nicht. Der sogenannte Grüne Punkt ist auch nicht mehr das was er mal war. Welcher Plastikabfall soll nun wo entsorgt werden? Montag und Donnerstag kommt die Müllabfuhr, wahrscheinlich wird der Müll aus allen Containern in der Müllverbrennungsanlage vernichtet, das ist gut für die Energieversorgung.
Einige meiner Nachbarn entsorgen den Papier Werbemüll direkt im Hausflur, entweder werfen sie ihn auf den Boden, die sorgfältigeren unter ihnen stecken ihn in die Rillen des Heizkörper an der Wand. Es obliegt dann den anderen Hausbewohnern, die Hinterlassenschaften auf dem Weg zum Müllplatz aufzuheben und mitzunehmen. Was geschehe, wenn sich niemand mehr für diese Papierhaufen interessieren würde, werden wir dann im Müll ersticken, verbrennen ( ein Eldorado für Pyromane) ?
Käme es bei den Müllverursachern zu einer Einkehr zum Besseren? Verantwortung für sein Umfeld übernimmt wohl nur derjenige der sich nicht von der Gesellschaft abgehängt fühlt. Den anderen ist die Gleichgültigkeit, das Interesse für ihre Umgebung ins Gesicht geschrieben, sie reagieren aggressiv, wenn sie darauf angesprochen werden, auch sozialer Brennpunkt genannt.

Protokoll einer Weiterbildung

Um der Langeweile zu entfliehen, zeichnetet ich vor langer Zeit, genau im Jahr 2002, während der Unterrichtsstunden einer Weiterbildung zur Kulturmanagerin, meine Version der Inhalte des stark verschulten Unterrichts anstatt sie niederzuschreiben.



































Freitag, 26. September 2014

Gibt nix zusagen


Nix los, war ja klar. Bin in die Stadt gefahren, neues Shoppingcenter besichtigen, habe ja sonst nichts zu tun. Gut, gibt nix darüber zu meckern, ein Ort wie viele, vor allem viele Menschen, dann fühlt man sich nicht so allein. Schnüff, mir geht es gut, habe anschließend eine Ausstellung über die Wikinger besucht. Na ja, war nicht alleine, viele Besucher um mich herum, hat mehr Freude gemacht als Shoppen gucken. Gibt nix zusagen, allerdings haben die Exponate der Wikingerzeit auch nicht näher gebracht. Die trockene Luft im Museum machte müde, vielleicht lag es daran. Auf der Rückfahrt starrte ich nur Löcher in die Luft, lesen war nicht möglich, die Augen wollten immer wieder zufallen, die Biografie über Melville lockte nicht, obwohl spannend erzählt. Ach, wie öde, kein Witz in Sicht, nix. Warum den überhaupt posten? Keine Ahnung, aus purer Langeweile, denn es ist zu früh um einzuschlafen, weil die Nacht endlos lang sein wird, wache ich dann auf und kann nicht weiter schlafen. Über die Welt palavern bringt auch keine neuen Erkenntnisse, alles geht seinen eigenen Gang, ich habe damit nichts zutun. Mein Einfluss auf irgendetwas beschränkt sich lediglich auf die Nahrungszufuhr. Oh, nix los, ohne Moos ist noch weniger los. Habe eine Tagesticket, könnte, wenn ich wollte nochmal unter die Leute fahren, könnte erst am nächsten Morgen bis um 3:00 damit fahren, durch die ganze Stadt, hin und her, vielleicht im Kreis, nur Rückwärts, das geht nicht. Die Couch klebt an meinem trägen Körper, die Entscheidung ist gefallen. Auf der Couch vor dem Fernseher dösen, das kann bis zum nächsten Morgen gehen, auch ohne Tagesticket. Ach wie öde, immer diese Wiederholungen. Vielleicht paar Kommentare schreiben, nur so zum Zeitvertreib, aber da gibts nix zu sagen, alles langweilig, genau wie ich. Hier noch ein uralter Witz:
Kommt ein Frosch in den Milchladen. Fragt die Verkäuferin: was wünschen sie? Antwortet der Frosch: Quark
Ein zweiter Witz, ebenso alt wie der erste, mehr Witze kenne ich nicht.
Geht ne alte Frau zum Arzt der sagt: Sie haben eine Gürtelrose, die muss operiert werden.
Als die alte Dame nach Hause kommt wird sie gefragt, was denn nun sei? Sie antwortet: ich habe eine Köttel in der Hose, der muss fotografiert werden.
Elend geht die Welt zugrunde und ich mitten drin. Ohne aber auch mit Witz bleibt die Welt in einer tiefen Depression des sich nicht verändern wollen. Stelle fest, wieder mal fest, befinde mich im
Trend, oder? Warum stelle ich überhaupt Fragen, antwortet ja niemand. Genau, die sind alle genauso phlegmatisch wie meine Wenigkeit. That' s it!

Oh, wie peinlich, wollte diesen Schwachsinn löschen und sieh da, es wurde fünf Mal angeklickt. Tut mir leid, echt peinlich, aber andererseits, warum nicht. Blödheit kommt vor dem Fall, das ist eindeutig die schreckliche Langeweile des Nichtstun wollen, warum eigentlich? Wofür schreibt der Mensch, doch nicht für sich alleine, er will ein Publikum erreichen. Nur wenn keines da ist, dann muss er sich selber leid tun. Löschen oder nicht Löschen, das ist nicht die Frage. Eine Post ist eine Post, eine Post, so oder so. Es wurde schon viel größerer Schrott verfasst, also Schrott aller Länder vereinigt euch, gebt der Menschheit eine Chance zu wählen, entweder im Schrott ertrinken oder ihn biologisch entsorgen!

Donnerstag, 25. September 2014

Erinnerung an eine Klassenreisen nach Amrum im analogen Zeitalter


Vor einigen Jahren überreichte meine Mutter zwei Hefter aus meiner Kindheit. Damals war es noch üblich einen Bericht über die Klassenreisen zu verfassen. Hier eine kleine Anekdote aus Amrum, voll im Griff der Pubertät, im Alter von 11 Jahren.
(Anmerkung: "immer" eines meiner Lieblingswörter seit der Kindheit, kann ich immer wieder anwenden,).


Der Mittagsschlaf
Als wir wieder einmal Mittagsschlaf hielten, war es bei uns im Zimmer mucksmäuschenstill, denn wir waren alle in einen Liebesroman vertieft. Plötzlich gab es einen dumpfen Laut, erschrocken schaute ich in Juttas Bett hinauf, dann musste ich lachen, denn Jutta war mit dem Oberkörper zwischen Fensterbank und Bett eingeklemmt. Lachend fragte ich sie:"Wie hast du denn das gemacht?" "Als Ingrid an meinem Bett wippte wollte ich sie kitzeln und dabei flog ich auf die dumme Fensterbank.", antwortete sie lachend. Als sie wieder hochkommen wollte, konnte sie es nicht, denn sie musste immer in unserer Gelächter mit einstimmen, sie sah ja auch zu komisch aus. Also musste Ingrid sie an den Beinen hochziehen. Als Jutta wieder in ihrem Bett lag sagte sie:"Aua, mir tun alle Knochen weh und nur wegen dir Ingrid Salau." Scherzend antwortete Ingrid:" Jawohl mein Mäuschen, ich tu es auch nicht wieder." Wir mussten alle lachen als sie das sagte. Ein paar Minuten. Später kam Frau Eggers und sagte:"Aufstehen, der Mittagsschlaf ist vorbei!" Vergnügt standen wir auf.

Der Mann auf dem Fahrrad
Ein junger Mann mit einer weißen Mütze sauste immer auf seinem Fahrrad am Honigparadies vorbei. Wir dachten uns weiter nichts dabei. Aber er kam immer öfter und blieb vor dem Heim stehen. Sein Kofferradio, das er immer im Arm hielt, stellte er dann auf volle Lautstärke. Da wurde uns doch unheimlich zu Mute. Wir gingen ihm aus dem Weg, denn Frau Eggers hatte gesagt:"Um den Mann müsst ihr euch nicht kümmern, der ist nicht ganz richtig im Kopf. Schaut ihn bitte nicht an. Tut so, als wenn ihr ihn garnicht seht." Wir bemühten uns auch ihn nicht anzusehen, aber ab und an warfen wir doch einen Blick hinüber. Von weitem sah er ganz normal aus. Aber wenn man näher herankam, bemerkte man, dass er ganz große Augen hatte. Er stierte uns immer so komisch an. Manchmal stand er Abends vor dem Heim und flötete ganz unheimlich. Wenn wir es hörten bekamen wir eine Gänsehaut. Zuletzt kam er immer seltener weil er merkte, dass wir ihn gar nicht beachteten. Eines Tages kam er überhaupt nicht mehr.



Karl Krause, Museumswärter




Karl Krause, Museumswärter in der Gemäldegalerie Berlin

Schreibwettbewerb vom Tagesspiegel: Thema Museum
Dezember 2004 (?)

Karl, ein Mann um die fünfzig, grau nicht nur durch seine Uniform, auch sein fahles Gesicht hat sich seiner Bestimmung angepasst. Pflichtbewusst steht er im Raum seiner Bilder und harrt dessen was da kommt. Sein Blick ist stets ins Leere gerichtet, doch so bald sich ein Besucher nur ein paar Zentimeter zu dicht an ein Bild wagt, tritt er in Aktion. Mit tiefer, bestimmter Stimme, weist er den Besucher auf den Sicherheitsabstand hin. Energisch tritt er dem Überschreiter der unsichtbaren Linie gegenüber, schaut mit leerem Blick an ihm vorbei, nur die Stimme zeigt in ihrer Strenge auf die Autorität des Wächters. Keine Jacke darf über dem Arm getragen werden, kein Handy darf klingeln, Karl entgeht nichts. Doch sobald die Aktion vorüber ist, zieht er sich still in eine Ecke zurück und verharrt in seinem undurchdringlichen starren Gebaren, so unscheinbar, als gehöre er wie die Bilder zum Inventar. Sein Wesen scheint zweigeteilt, der Blick in eine Ferne gerichtet und andererseits so nah am Geschehen. Doch nur ich kenne sein Geheimnis, denn es ist unser gemeinsames Geheimnis, dass wir immer wieder neu erleben. Immer dann, wenn wir uns in der Welt der Bilder wiedersehen. Aus dem blassen, unscheinbaren, grauen Mann ist dann ein begüterter, flämischer Kaufmann aus dem Barockzeitalter geworden.

Mein Lieblingsbild in der Gemäldegalerie befindet sich im Raum 8. Es handelt sich um den Winter von Lucas van Valckenborch, aus der Bilderfolge die vier Jahreszeiten, um 1535 entstanden. Im Vordergrund des Bildes, steht ein Fischhändler, der die Fische in große Stücke zerteilt. Die großen Fischstücke scheinen förmlich aus dem Bild zu fallen. Und ich habe jedes mal das Bedürfnis sie vor dem Fallen zu bewahren. Das ist dann der Moment, da ich in das Bildgeschehen eintrete. Die schwarzgekleideten Damen, die in einer Schlange vor dem Verkäufer auf ihren Anteil warten, fangen an zu keifen. Sie sind über mein Verhalten entrüstet, glauben, das ich mich vordrängeln will, wo sie doch schon viel länger hier draußen in der Kälte stehen. Sie pochen auf ihr Vorrecht, als erste den Anteil an den Fischen erwerben zu dürfen. Gekränkt ziehe ich mich von ihrem Redeschwall zurück. Während ich auf der Straße weiter gehe, gerate ich fasst unter einen Schlitten. Der Kutscher versucht die Pferde beiseite zu ziehen, die Peitsche knallt, die Pferde bäumen sich auf, ich springe entsetzt zur Seite und lande fasst auf meinem Allerwertesten. Ja, nur fasst, denn ein galanter Herr, eingemummelt in einem dicken Pelzmantel, fängt mich auf. Ich drehe mich nach ihm um und bin erstaunt, denn er gehört ebenso wenig wie ich zum Bildgeschehen. Erst jetzt bemerke ich, dass ich in einen dicken Wollmantel mit warmer Kapuze gehüllt bin, altertümliche Lederstiefel kleiden meine Füße und ein wärmender Muff schützt meine Hände. Der Herr stellt sich mir als Karl Krause vor. Wir sind zwei Fremde und doch haben wir das Gefühl dazu zugehören. Ich bin etwas irritiert. Wie bin ich hier her gekommen? Was habe ich hier zu suchen? Merkwürdig, sehr merkwürdig. Herr Krause klärt mich auf. Ja, was klärt er eigentlich? Ich verstehe nicht im Geringsten, was er da so von sich gibt. Von wegen Traum, von wegen Zauber der Fantasie. Ich kann wenig damit anfangen! Doch ich spüre die klirrende Kälte des wunderbaren Wintertages, ich rieche und ich schmecke und ich fühle die Gegenwart des Geschehens, auf diesem Platz, in einer flämischen Stadt des 16. Jahrhunderts. Karl hält mich am Arm fest, damit ich auf dem glatten Pflaster nicht ausrutsche. Wir plaudern angenehm und beschließen zusammen Schlittschuh zu laufen. Kufen, werden an die Stiefel geschnallt und schon geht es los. Karl hat das schon des öfteren ausprobiert und gibt mir Tipps, damit ich mich leichter vorwärts bewege. Liebevoll nimmt er mich in den Arm und führt mich übers Eis. Wir grüßen die anderen Läufer freundlich und drehen mit ihnen einige Runden, bis es mir dann doch zu kalt wird. Ich bin diese klirrende Kälte einfach nicht mehr gewohnt. Karl schaut sich nach einer Schenke um, damit wir uns dort aufwärmen können. Ich überlasse mich ganz seiner Führung, schwebe förmlich neben ihm durch die wundervolle alte Stadt.


Plötzlich befinde ich mich im Raum 18, der Gemäldegalerie. Wir sind in Karls Reich angekommen. Sein Lieblingsbild ist die Kindtaufe von Jan Steen, aus dem Jahre 1663. Es heißt : „So de Oude songen, so pypen de Jongen“

Durchgefroren betreten wir den Raum der Schenke. Die Gäste laden uns ein, an der Feier zur Kindtaufe teilzunehmen. Man hilft mir aus dem dicken, warmen Mantel. Die Mutter, die neben dem Kind im Korb sitzt, nickt mir freundlich zu., nachdem ich sie begrüßt habe. Ich schaue mir das winzige Kindlein an und bin gerührt, weil es mich so strahlend anlächelt. Überhaupt geht von dieser Gesellschaft so eine heitere, fröhliche Ausstrahlung aus. Die großen Kinder vergnügen sich ungezwungen, die alten Leute sitzen fröhlich schwatzend am langen Tisch. Es wird gegessen und getrunken. Ich will gerade einen umgekippten Stuhl aufrichten, den die spielenden Kinder umgeworfen haben, da winkt Karl mit einer Handbewegung ab. Er gibt mir zu verstehen, dass es sinnlos ist, weil die tobenden Kinder ihn bald wieder umwerfen werden. So schreite ich auf den langen Tisch zu. Karl ist ein alter Bekannter, das merke ich gleich, denn er wird freudig von den Gästen umarmt. Ich werde den anderen vorgestellt und man lädt mich ein, bei ihnen Platzzunehmen. Ein alter Mann reicht mir einen Becher Wein und einen Teller warmen, duftenden Schmauses. Ich bin hungrig und greife gierig in das leckere Essen und führe es mir zum Munde. Lehne mich satt und zufrieden zurück. Betrachte wohlig das Treiben der spielenden Kinder, während Karl eine Anekdote nach der anderen von sich gibt. Charmant umgarnt er die Damen, die mit erröteten Wangen seinen Ausführungen lauschen. Es gibt keinen Zweifel, Karl ist hier der Mittelpunkt der Gesellschaft. Alle Blicke sind auf ihn gerichtet und er genießt es sichtlich erregt. Er strahlt galant mit wachen lustigen Augen in die Runde seiner Zuhörer Auch ich kann mich nicht seiner angenehmen Ausstrahlung entziehen. Es ist mir fasst nicht mehr möglich, in ihm den unscheinbaren Museumswärter zu sehen. Ich will es auch nicht, denn auch ich fühle mich unter diesen Leuten sehr wohl und aufgehoben. Das Schreien des Babys lenkt mich vom Geschehen ab. Die Mutter nimmt es aus seinem Körbchen und gibt ihm seine wohlschmeckende Milch aus ihrer Brust. Die Welt scheint heil und geordnet zu sein. Alles hat seinen Platz, es gibt hier keine Einsamkeit, keine Probleme, nur der Genuss und die Freude am Miteinander stehen hier im Mittelpunkt. Doch, es ist Karl, der mich diesen Freuden entreißt. Er fasst mich sanft am Arm:

“Meine Dame, ich muss sie darauf hinweisen, das Museum schließt in wenigen Minuten. Bitte verlassen sie den Saal!“

Das ist absolut brutal, mich so aus der Szene zu holen. Ich bin entsetzt, dass kann doch nicht der gleiche Karl sein, der eben noch mit mir so wunderbar in der Gesellschaft geplaudert hat. Ich schaue ihn verständnislos an. Der Mann, der vor mir steht, hat fasst nichts mehr mit dem lebenslustigen Karl zu tun. Dieses graue, langweilige Etwas von Mann, es ist unmöglich. Und doch, sehe ich nicht da ganz hinten in seinen ausdruckslosen Augen, ein kleines lustiges Aufblitzen? Ja, er ist es, aber psst, es muss unser Geheimnis bleiben. Ich verstehe, ich komme nächste Woche wieder und dann werden wir uns erneut in den Bildern begegnen. Ganz bestimmt, ich bin mir da völlig sicher!

Mit dieser Gewissheit verlasse ich das Museum und freue mich schon auf den gemeinsamen Genuss des Miteinanders in der flämischen Gesellschaft des Barockzeitalters. Nun, es könnte auch einmal ganz woanders stattfinden. Vielleicht sehen wir uns in der Renaissance wieder. Ich überlasse es Karl, wohin er mich beim nächsten Mal entführen wird. Soll ich es ihm wirklich alleine überlassen? Nein, ich habe genügend Zeit mir selbst etwas zu überlegen, bis zur nächsten Woche in der Gemäldegalerie.

                                                                                          ( 8067 Zeichen mit Leerzeichen )

Montag, 22. September 2014

Atemlos, 1. Schreibversuch von 2002

Atemlos

Als Otto sich umschaute war niemand zu sehen. Langsam ging er weiter, achtete genau auf den Klang seiner Schritte. Wieder erschien es, als würde ihn jemand folgen. Er ging schneller, begann zu laufen. Laut hallten seine Schritte von den Wänden der Häuser zurück. Otto begann zu keuchen. Er war das schnelle Laufen nicht gewöhnt. In seinem Beruf brachte er die meiste Zeit im Sitzen zu. Er wagte nicht sich nochmals umzudrehen, sondern rannte weiter, einfach weiter und bog um die Ecke. Der Hall der Schritte eines Verfolgers war noch immer zu hören, aber Otto wusste, dass er sein Tempo nicht mehr halten
konnte. Er brauchte eine Verschnaufpause. Er konnte sich nicht erklären, warum er immer mehr davon überzeugt war, sein Verfolger wollte ihn töten. Ihm fiel auch kein Grund ein, warum irgendjemand ein Interesse an seinem Tod haben könnte. Allein die Angst krallte sich in ihm fest, ließ ihn weiterlaufen, obwohl sein Herz schmerzhaft pochte und ihm vom Laufen übel war. Vielleicht  bildete er sich nur alles ein. Hinter ihm war womöglich wieder alles leer, wenn er zurückblickte. Aber er traute sich nicht. In ihm wuchs allmählich die feste Überzeugung , dass hinter ihm jemand herlief. Es schien sicher, dass er ihm nach dem Leben trachtete. Atemlos bog er um eine Ecke ohne sich umzuschauen. Als er die Mauer am Ende der Straße sah erschrak er. In ihm begann es zu stechen, seine Brust schien zu zerspringen. Nun waren es vielleicht noch 100 Meter bis er die Mauer erreicht hatte. Sie war nicht besonders hoch, aber Otto sah keine Möglichkeit dort hinüber zu kommen. Während er sich der Mauer näherte wurde er langsamer. Die Schmerzen waren verschwunden, sein Atem schien wieder frei, gleich war er da. Nur noch wenige Meter trennten ihn von seiner Wohnungstür  als hinter ihm jemand mit keuchender Stimme brüllte:
"Halt! Verdammt noch mal, nun bleiben sie doch endlich stehen!"
Otte erschrak und blieb stehen, drehte langsam den Kopf nach hinten und schaute in das erschöpfte Gesicht einer ihm fremden Person.
"Was wollen sie von mir? Warum verfolgen sie mich?", fragte Otto ängstlich. Max, der Verfolger blieb atemlos stehen, holte tief Luft und begann entrüstet:
"Sagen sie mal, fehlt ihnen nicht etwas? Sie haben ihr Schlüsselbund verloren. Die ganze Zeit renne ich hinter ihnen wie ein Blöder hinterher und sie Idiot bleiben nicht stehen."
Otto war erleichtert und lächelte den Fremden freundlich an:
"Bitte entschuldigen sie, aber ich dachte sie wollen mich überfallen."
Max grinste und übergab den Schlüssel.

Ja, ja, ziemlich grausiger Textstil, aber ich stehe dazu. Meine allererste Kurzgeschichte seit meiner Kinder und Jugendzeit. Vielleicht veröffentliche ich aus der frühen Zeit, einige Berichte aus den Klassenreisen nach Amrum und in den Harz, vielleicht, mal sehen. Ach was, warum nicht.
Nächste Post auf diesen Blog, meine zeichnerische Begleitung einer grausigen Weiterbildung.

Sonntag, 21. September 2014

Mit Fahrstuhl & Taxi zum Erfolg


 Schneller geht immer

2. Versuch einer Kurzgeschichte von 2006

Das Vorstellungsgespräch findet um 11:30 statt, Martha ist in Eile. Endlich ein Lichtblick, die Möglichkeit einer Festanstellung in greifbare Nähe gerückt. Ein Blick in den Spiegel, die kurzen Haare frisch gekämmt, das Kleid sitzt, kaschiert die Fülligkeit der kleinen Figur. Ein Blick auf die Uhr 10:55. Hastig den Mantel von der Garderobe gezogen, die Haustür zugezogen und im nächsten Moment im Fahrstuhl stehend den Knopf für das Erdgeschoss gedrückt. Das alte Monstrum aus früher Zeit setzt sich in Bewegung, ruckartig wird jedes Stockwerk abgeklappert. Viel zu langsam, der Ungeduld kann es in der Eile nicht schnell genug gehen. Martha will den Job, will die letzte Chance wahrnehmen. Laut Anzeige wird nach einer älteren Dame für den Verkauf von Damenbekleidung XXL gesucht. Es ist die Chance aus der Hartz IV Falle zu entkommen. Walter ist tot, sie waren nicht verheiratet, lebten 20 Jahre in Wilder Ehe, keine Witwenrente und ein Rentenanspruch liegt in weiter Ferne. Das Erdgeschoss ist erreicht, die Hand schon am Griff der Tür, da macht das Monstrum einen Ruck und setzt auf den Boden auf, rums ein Stück tiefer als die Tür. Martha rüttelt an der höher gelegenen Tür, doch sie bleibt verschlossen. Nichts lässt sie mehr von Innen öffnen. "Aus, alles vorbei." Martha schaut auf das Handgelenk 11:00, der Weg in den Laden dauert mit der Tram 20 Minuten. "Aus und für immer vorbei." Die letzte Chance vom Fahrstuhl gestoppt, eingesperrt, gefangen, von der Außenwelt abgeschnitten. "Dieses verdammte Monster bestimmt über mein Schicksal, rächt sich hämisch rächt es sich dafür, weil ich sonst die Treppe nehme. Ich will hier raus!" Laut schreit sie ihre Wut heraus, doch die Verzweiflung lässt nur ein zartes Stimmchen hören. " Hallo, hört mich jemand? Ich will hier raus!" Nichts, alles bleibt still, 11:05. "Nein, das darf nicht vorbei sein! Nein! Die Augen suchen das Licht der Straße, die Hände klopfen und rütteln, nichts passiert. Die Augen suchen nach einer Lösung und da ist er der  Notfall Knopf. Hastig berührt der Zeigefinger den weißen Knopf. Ein schriller Ton macht auf ihre Not aufmerksam. Lang und fordernd, Drilll, Drillll.... Nichts geschieht, wieder und wieder setzt sich der Finger auf den Knopf. 11:10 die Hoffnung schwindet. Plötzlich ein Geräusch von Außen ein Klopfzeichen. " Hallo, ist da jemand? Holen sie mich hier heraus!" " Immer mit der Ruhe," antwortet der Hausmeister und zückt den Vierkantschlüssel. Die Tür öffnet sich und eine helfende Hand ermöglicht den Ausstieg. Das Leben hat Martha wieder, hastig ohne sich zu bedanken rennt sie auf die Straße reißt die Arme in die Höhe  und siehe da, ein Taxi hält.
"Na, Kleene Frau, wo sollst den hin?"
"Müllerstraße 35, schnell bitte!"
"Immer mit der Ruhe, sind ja janz schön aus de Puste, wollen wohl Shoppen gehen."
Mathas Herz klopft bis zum Hals, sie muss es schaffen. "Können sie nicht etwas schneller fahren? Habe es eilig, einen wichtigen Termin, bitte!"
" Schneller is nich. Ich fahr so wie det geht, nich anders."
Martha beugt sich leicht rüber um den Tacho zu erkennen.
"Eh, wolln se mir ins Lenkrad greifen? Bleibn se schön uff ihrer Seite."
"Gehts nich ein bisschen schneller, 50 dürfen sie doch."
"Immer langsam mit die Pferde, Kleene Frau. Ich bin de Fahrer, det is mein Taxi."
"Hören sie, ich muss spätestens um 11:30 in der Müllerstraße sein, also Bitte!"
"Nee, nee, so jet det nich. Wat ham se denn für Hummeln unterm Hintern? Wat kriegen se denn für'n roten Kopf?"
"Was hat denn mein Kopf damit zu tun, dass sie etwas schneller fahren sollen. Hören sie, ich habe es wirklich eilig."
"Dat is en Verkehr heutzutage. Früher, da war det alles anders. Also meen Freund der Alfred sachte immer: Erwin, sachte er, Erwin lass dir nich unterkriegen."
"Hörn sie! mich interessiert ihr Erwin nicht, ich will nur das sie zügig fahren. Ist das denn so schwer zu begreifen?"
"Ja, ja, Alfred is nu schon ne Weile unter die Erde, die jute Seele. Freundschaft, det jibts heute unter die Leute nich mehr."
"Bitte, sie dürfen mindestens 50 km fahren, Bitte!!!"
"Wat de Leute det so eilig habn. Alfred war de Ruhe selbst, Jott hatn Seelig. Na, nach oben kommste schneller als de denkst. Det jet ratz fatz. Ehrlich, war ne nette Beerdigung."
"Wenn se nüsch uff de Stelle det Gaspedal drücken, globen se mir, treffen se ihn schneller als ihnen lieb is!"

Eine Kurzgeschichte als Aufgabe des Literaturkurses. Aus heutiger Sicht eine kleine Geschichte die nichts von Einzigartigkeit hat. Bestimmt oft erzählt und vorhersehbar, hat trotzdem Spaß gemacht, gehört zu mir und meinen späten Anfang. Vier Jahre zuvor schrieb ich die allererste Kurzgeschichte in einer Weiterbildung zum Kulturmanagerin (nichts ist grausamer als sich mit dem Markt zu beschäftigen, keine Ambitionen und keinerlei Chancen gehabt für diesen Beruf ) : Atemlos. Im nächsten Post. Chaotisch, wie ich manchmal bin, fehlt mein Allererster lyrischer Reisebericht von 2002? Die gemalten Bilder und die erste Textseite habe ich wiedergefunden, es fehlt der zweite Texteil, wo hat er sich versteckt, habe alle Schubladen und Schränke durchwühlt, sicherlich war ich etwas zu hektisch bei der Suche. Hoffe ihn bald zufinden, dann wird er gepostet. Leider unterließ ich es aus Faulheit einen dritten Teil zuschreiben, dann wäre es Komplet gewesen. Heute geht es nicht mehr, die Stimmung ist dem Vergessen anheim gefallen. Alzheimer oder nur Vergesslichkeit aus purer Trägheit. Gut, es war nur eine erste Übung für meinen ersten Roman "Beziehungstress" obwohl er gänzlich anders ausgefallen ist, vielschichtig, lustig und und und. Nein ,nein, der Roman entstand erst nach dem Literaturkurses.
So werden die Seiten gefüllt um dem Anspruch auf tägliches Posten gerecht zu werden. Immer öfter, nicht täglich, aber doch beinahe täglich. Wie gehabt, ein Hoch auf das Geschwafel.

Spiel mit Weltliteratur



         Orlandos Monolog über das Kätchen von Heilbronn











Kätchen, du machst mich wahnsinnig,
Deine Tugendhaftigkeit stinkt zum Himmel,
Du schlägst mich mit Deiner Wesensart an die Wand,
Zeigst mir Deine nackte Reinheit,
Deine Gradlinigkeit.
Deine Anwesenheit  lässt mich meine Unvollkommenheit als Mensch spüren.

Kätchen, für Dich wandle ich mich zur tugendhaften Frau,
Damit Du in meinem Spiegelbild Dein verdammtes Gutsein als das erkennst, 
Was es in Wirklichkeit ist. Die Langeweile in der Gestalt einer unbefriedigten Frau.

(Bild 2014, Text 2006)
Spontan entstandener Text nach einer Aufgabenstellung eines Literaturkurses. Jeder Teilnehmer nahm sich einerLiteraturfigur an, die dann auf eine andere Figur mit einem kleinen Text reagieren sollte. Meine Wahl fiel auf Orlando und eine Nachbarin entschied sich für das Kätchen.
Voller Inbrunst, an Sheakspear denkend, trug ich meinen Text gut betont vor. Stille, die Teilnehmer starrten mich an, warum? Oh, das Kätchen sitzt im Rollstuhl, hatte ich völlig vergessen. Schnell bemühte ich mich um eine Erklärung:"Habe natürlich nicht Dich gemeint, sondern nur das Kätchen." Meine Nachbarin lächelte fröhlich, freute sich, sie hatte das auch so verstanden. Ich hatte sie als Person wahrgenommen nicht als Behinderte.