Donnerstag, 29. Oktober 2015

Die Flamme der Erkenntnis

Winterzeit, dunkle Zeit, die mit Kerzenschein Gemütlichkeit suggeriert. Auf der Couch liegt es sich gleich, außer, dass die Rollläden früher herabgelassen werden, denn durch das Licht gerät das Innere zur öffentlichen Präsentation. Eine ungemütliche Einbildung, die im Grunde nur nach Aufmerksamkeit lautlos schreit. Welcher Spanner schaut schon auf eine, in eine Wolldecke ( Acryl ) Liegende, deren Blick nur  auf den Flachbildschirm starrt. Da sogenannte Psychopathen nicht auszuschließen sind, und um dem Für und Wider einer Einbildung zu entgehen, geben herabgelassene Rollläden die Sicherheit von Intimität. Kerzenschein beleuchtet voller Heimeligkeit das Zimmer, es stinkt leicht nach Paraffine, aber es stört den Fernsehkonsum in keiner Weise, schenkt es doch eine Art von Gemütlichkeit, die sich nur in der dunklen Jahreszeit einstellt. Die Vorstufe der heimeligen Weihnachtszeit, des unzähligen Strümpfe stricken (die Familie erwartet es oder tut jedenfalls so) und der Stress des Keksebackens. Alle Jahre wieder und wieder die ewig gleiche Abwechslung, genau wie das Fernsehprogramm. Der Mensch, ein Gewohnheitstier, mag die Regelmäßigkeit der Wiederholung. Das Nachrichtenprogramm, ob TV, Radio oder Printmedien bedienen die Stimulation der Aufregung in Form wechselnder Nachrichten, die ein Thema bis zum geht nicht mehr aufbereiten, bis es den Grad der Wiederholung in Langeweile mündet läßt, um das Gemüt des Konsumenten nicht zu überfordern. Während dessen bereist die Kanzlerin, getrieben von einem globalen Präsentseins, die Welt und suggeriert geschäftig politische Kompetenz. Was treibt mich an, außer dem schlechten Gewissen, die Graphic Novel Moby Dick zu vollenden,
NICHTS. SEUFZ, SCHNIEF.

Dienstag, 27. Oktober 2015

Der Herbst vor dem Winter

Eigentlich, die 101. Post sollte wie ein Neuanfang sein. Ein Begriff, der besonders gerne in der Politik angewandt wurde. Die Betonung liegt auf wurde, denn er findet keine Aufmerksamkeit mehr. Heute prägen Durchhalteparolen wie: "Das schaffen wir." die alternativlose Aufmerksamkeit der Politik. Wir sind 80 Millionen, da werden wir doch die Flut der Flüchtlinge integrieren können. Ja, wir sind viele und haben den Anspruch Schutzsuchende mit gewohntem Organisations Talent Menschenwürdig unterzubringen. Die Kommunen stoßen an ihre Kapazitätsgrenzen, der Wohnungsbau wird in kurzer Zeit keinen neuen Wohnraum schaffen. Die Humanitäre Hilfe mitten in unserer Gesellschaft  stößt an Grenzen ihrer Möglichkeiten, will sie ihren Ansprüchen genügen. Wir schaffen vieles aber nicht alles. Eine Tatsache, die hilflos macht Angesichts des nicht enden wollenden Strom an Menschen. Hilflosigkeit gibt keine Antwort auf die Fragen der unmittelbaren Zukunft, das Zauberwort lautet "Gemeinsam" den Herausforderungen des 21. Jahrhundert begegnen. Klingt positiv, sehr naiv und lässt erahnen, dass auch die Gemeinsamkeit ihre Grenzen hat, andererseits hilft vielleicht der Werbespruch: Nichts ist unmöglich. 80 Millionen loten die Grenzen des Machbaren aus und treffen Entscheidungen für oder gegen den Anspruch einer Wertegemeinschaft, die nur eine ideale Beschreibung eines nicht vorhandenen Zustandes ist. Humanität, ein Begriff der Handlungen voraussetzt.

Sonntag, 11. Oktober 2015

Die heilige 100

Ohne Fleiß keinen Preis. Ein Spruch ohne Bedeutung, denn der Fleiß beinhaltet keinen Preis. 100. Post, bin ich fleißig gewesen, herzlichen Glückwunsch zur 100. Post und dass alles von der Couch aus, im Liegen. Gerade in der heutigen Zeit sind Eigenlobe sehr wichtig, denn die Einbildung verlangt Gerechtigkeit. Ich wage gar nicht an die 101. Post zu denken, denn diese Zahl zerstört die Reinheit einer 100. kann also durchaus möglich sein, dass dies die letzte unschuldige Post sein wird. 100 belanglose Posts, während der letzten 16 Monate. Ein kurzer Zeitraum innerhalb der Länge der Existenz von Menschheit. Klingt irgendwie nach einem falschen Satz, schlecht formuliert. Die Zahle 100 garantiert noch lange nicht Qualität, geschweige denn Quantität. 100 klingt so gewichtig, eine wunderschöne Zahl, fernab von Flüchtlingsschwemme, Asylbefürworter, Asylgegner und den Rest der Menschheit, die Tagein, Tagaus einer Beschäftigung nach gehen und wenig Zeit für reale  Horrorgeschichten haben, vielleicht nur über geringe Fantasien verfügen, die diese Horrormeldungen bestätigten, oder einfach nur gleichgültig sind, weil sie genug zutun haben den Alltag zu bewältigen. Da kann ich es mir leisten meinen Gedanken freien Lauf zu lassen und je nach Stimmung für oder gegen etwas in meiner Post schreiben. Die 100. Post und das am heiligen Sonntag, dem Tag, da der Mensch ruhen soll. Die Alltäglichkeit auf der Couch erlaubt es mir jeden Tag, nach gut Dünkeln, zu ruhen. Verdammt, warum hat sich nur die Rechtschreibprüfung verabschiedet, wo kann sie wieder aktiviert werden. Mühen, die Bewegung verlangen. Nein, keine Lust, die Lust, die Luft ist raus, übrig bleibt, hm? Ich bin erstaunt, dass ich soviel sinnloses Zeug hintereinander weg schreiben kann, dabei lautet mein Credo: In der Kürze liegt die Würze.

Samstag, 10. Oktober 2015

Gedanken schlafen nicht

Da laufen sie, die Gedanken, aber niemand weiß wohin, ich am aller Wenigsten. Ein Problem ergibt sich dadurch nicht, warum auch, sind allein meine Gedanken, mein geistiges Eigentum. Wie das klingt, so hochtrabend, erhaben, dabei doch so banal. Nichts kommt von nichts, eine feststehende Tatsache und warum soll ich jetzt WhatsApp installieren? Geh mit der Zeit, sagt eine innere Stimme, muss wohl ein Gedanke sein, wer sonst spricht mit mir von Innen nach Außen. Gut, gut, werde es demnächst anpacken, hab ja sonst nichts vor. Da protestiert etwas und säuselt:"He, was ist mit mir, Projekt Moby Dick Adaption?" Wenn ich mich so umschaue, von der Couch aus, trotzt die Wohnung vor Arbeitseifer. Die Farben, aufgereiht, stauben auf dem Tisch langsam, aber sicher ein, furchtbar teuer, mischen sich mit dem Staub der Zivilisation. Die Turner Kunstbücher liegen links davon auf einem kleinen Beistelltischchen, Mindestens 10 Skizzenbücher von DinA 3 bis A5 liegen gestapelt vor dem Fenster. Irgendwo, verbuddelt die Moby Dick Übersetzungen, hier und da lugt eine Graphic Novel zum Thema aus dem Tischchaos hervor. Das Kreative Chaos suggeriert Geschäftigkeit. Im anderen Zimmer steht versteckt der lädierte Laptop ( ein gebrochenes Scharnier), verbunden mit einem externen, großen Bildschirm, Tastatur, Maus und Drucker. Etliche bedrucktes Papier mit Texten zu Moby Dick, umschwirren den Schreibtisch und Teppich. In der Kürze liegt die Würze, ich kann nicht anders. 400 Buchseiten gekürzt auf 6 DinA 4 Seiten, natürlich in eigene Worte gefasst. Ständig wandelt der Text, wird verändert, ergänzt und gekürzt. Ein Prozess, der niemals endet. Ich drucke, ich sehe und die Unzufriedenheit gewinnt die Oberhand. Schnell, schnell sagt die Stimme, es wollen noch 600 Seiten gelesen und Zusammengefasst werden. Nicht nur zusammenfassen, ein Gefühl für den Inhalt, für meine Art der Adaption verlangt Hingabe, Konzentration, keine Langeweile. Gut, die Tagesschau verlangt meine Aufmerksamkeit, wieder etwas Aufregung tanken. Sprengsätze, Türkei, PKK, Flüchtlinge, TTIP, Kanzlerschaft, Herr Seehofer, Abgase beim Diesel von VW. nichts Neues, alles wie gehabt. Freue mich auf die West Side Story, mein Lieblingsfilm aus der Kindheit. Was habe ich die Familie genervt mit dem ständigen abspielen der Platte zum Film, der wunderbaren Musik von Leonard Bernstein. Ach damals, da war die Welt noch im Lot, jedenfalls aus der Erinnerung heraus. Was wird morgen sein, bleibt da auch ein wohliges Gefühl der Erinnerung vom heute?

Donnerstag, 8. Oktober 2015

Die Empfängnis unterliegt der Störung

Kunst kommt nicht immer von Können, sondern von Wollen. Oh, das Wort erinnert an Wolle, soll ich Stricken oder das Skizzenbuch füllen? Niemand sagt mir was zu tun ist. Schade, hätte gerne einen Mentor der mich von der Couch befreit. Oh, was bin ich faul. Hallo Goethe, könntest du nicht auf mein Handeln Einfluss nehmen. Hallo, Mist, die Verbindung lässt sich nicht mehr herstellen, er hat mich aufgegeben oder meine neuen Hörhilfen stören den Empfang. Egal, dann bleibe ich auf der Couch liegen, schaue ab und an zum Tisch hinüber und zweifle an meinen Fähigkeiten Kreativität aufs Papier zu bringen. Immerhin scheint eine kleine Regung von schlechten Gewissen den Innerenschweinehund zu berühren, Taten lassen auf sich warten. Warten gehört zum Grundübel der Verweigerung von Handeln. Ach, ich weiß jetzt, ich denke an den Spruch des Jahrhunderts der größten Motivationstrainerin: Wir schaffen das. Wir schaffen das..... Ich schaffe es. Ich schaffe es. Heute ist der Smalltalk Tag, läuft gerade im Fernseher, so bin ich immer auf dem Laufenden. Stimmt, Laufen gehört zu den guten Tätigkeiten, die der Gesundheit förderlich sind, allerdings nicht bei herbstlichen Regenwetter. Ich schaffe das, Stricken funktioniert auch im Liegen auf der Couch. Nein, obwohl Socken sehr gut beim Beschenkten ankommen und gerne getragen werden, während die Kunst ohne Resonanz bleibt. Was tun? Multitasking gilt auch für Stricken, Posten, Fernsehen und an Moby Dick arbeiten

Wir, ich und ich, schaffen das. Blablabla.....

Montag, 5. Oktober 2015

Ach, alles ist so schön bunt

Ach, ist das schön, so friedlich ruhig, alles fließt und die Gedanken suchen einen Platz der Entspannung nach all den vielen Nachrichten, dem Hin und Her, dem Für und Wider der Flüchtlingsschwemme. Zu viele Gutmenschen und zu viele Flüchtlinge, zu viele Vermutungen, zu viel von allem. Stopp, und nun abschalten, abwarten und nur schöne Gedanken zu lassen. Ach, ist das schön so auf der Couch zu liegen und die vielen Wiederholungen im Fernsehen im Halbschlaf zu genießen. Warum habe ich dann die Nachrichtensendung zugelassen. Schwupp, verflixt und zugenäht, da sind sie wieder: Werte Menschlichkeit, oh, diese Falschheit, nö, ich kann es nicht mehr hören und sehen. Schmuddelecke, Grenzsicherung, Flüchtlingszahlen, Realismus der Politik, Europa. Mein Puls schlägt wild und viel zu schnell. So ein Quatsch, sagt das Gewissen, die Welt ist so wie sie ist, ein Widerspruch in sich, wir Menschen sind so, höre auf an das naive Gute zu glauben, handle mit den Möglichkeiten des Ist-Zustandes. Von der Couch aus lässt es sich nur eingeschränkt handeln. Analysiere warum du dich aufregst. Richtig, es ist nur die Langeweile, die nach etwas Abwechslung lechzt. Nachrichten sind Krimis, deren Wiederholung zwar meistens vorhersehbar sind, aber ab und an auch Aufregung versprechen. Alles fließt, nur der Strom ändert seine Richtung, dagegen zu schwimmen ist nicht möglich und das verfluchte, neue Smartphone werde ich irgendwann bedienen können, ich muss es nur wollen. Ach, geht es mir gut, alles um mich ist so schön bunt nur die Graphic Novell über Moby Dick nervt, wartet auf Vollendung. Eh, es reicht doch wohl, dass sie in meinen Gedanken schon längst fertig ist, warum dann noch die Übertragung in die Realität einer künstlerischen Praxis.

Freitag, 2. Oktober 2015

Geben oder nicht geben, scheint die Frage der Zeit zu sein.

Hallo, wo bleibt die Griechenlandkrise? Flüchtlinge, Flüchtlinge, eine never ending Story. So viele Meinungen und kein konkreter Umgang mit der Zukunft. Friedens Nobelpreis hin ode her, scheint heute kein Gewicht mehr zu haben, wo für, weshalb. Mir fällt niemand dafür ein. Da kommt der Alternative Nobelpreis sehr viel gewichtiger daher. Es werden Menschen geehrt, die wirklich etwas geleistet haben, nicht nur verbal, das können viele, aber am Handeln scheitert es dann. Na gut, zeichnen wir das Deutsche Volk, die Leistungen der unermüdlichen Freiwilligen für deren Einsatz in der Flüchtlingsbewältigung aus, schließlich sind es die Steuerzahler, die die Milliarde für die klamme UN aufbringen werden, nicht irgendein Politiker. Allerdings bestimmt die Politik über den Verbleib von Geldern, so wie über die Milliarden Euro, die die Integration von Menschen aus fernen, "unsicheren" Ländern kosten werden. Integration, ein schönes Wort, nur ein Wort, wenn nicht konkrete Handlungen folgen wird. Eine Integration, die Menschen braucht, die Ideen in die Realität umsetzen, damit die Eingliederung in die Gesellschaft gelingen kann. Hoffen wir das Beste, obwohl einem jeden böses schwahnt und der Alltag den Willen zur Integration in Gleichfültigkeit enden wird.
Das Leben und Sterben gehört zum Geschäft des Alltags, hier wie dort und Griechenland? Leise rieselt das Nichts in der Unendlchkeit der Nachrichtenflut. Ach ja, da gibt es ja noch den Putin, wie seine Armee unermüdlich für den Frieden in Nahost bombt. Was will er, eine sichere Station im Mittelmeer? Wo bleiben die Chinesen, es können ja nicht alle durch die Ostsee schippern. Warum chinesische Schiffe in der Ostsee, die Kieler Woche ist längst vorbei. So ein Durcheinander und in der überbrodelnden Flut der Nachrichten wird viel gemeckert, böswillig gehetzt und im Zuge der Unsicherheiten blühen die Landschaften einer beschränkten Fantasie und Verschwörungsvermutungen. Wir leben in einer sehr verrückten Zeit, vielleicht war jede Zeit in allen Jahrhunderten auf ihre Weise verrückt, weil wir Menschen nicht anders können. Wir sind sehr widersprüchlich in unseren Handeln. Die Problematik der vielen Flüchtlinge offenbart es in besonderem Maße. Zwischen mitfühlendem  und rationalem Handeln liegen Welten, die das Für und Wider eines Einwanderungsgestzes sichtbar macht.