Auf, auf, die Zeit rennt, aber ich befinde mich in einer halbliegenden Position auf der Couch, wobei der Rücken mittels Kissen und Armlehne gestützt wird. Die Beine angewinkelt, halten die Kniee das IPad in einer leicht schrägen Position, während die Mittelfinger sich beim Tippen der Buchstaben, der Wörter, die zu Sätzen geführt einen Text mit Inhalt ergeben, leicht tänzelnd über die angedeutete Tastatur bewegen. Ab und an vom Daumen oder Ringfinger abgelöst entsteht so dieser Text, dessen Inhalt nur die innere Leere einer Übersättigung wiedergeben, während im Fernsehen Sade läuft. Die Ohren von Kopfhörern bedeckt, übermitteln die Stimmen, den Inhalt von Sade. Die Augen wandern je nach Interesse vom Text zum Fernseher hin und her, so etwas wird wohl Multitasking genannt und die Zeit rennt und rennt.
Nur der Körper bezieht Stellung zur fortschreitenden Zeit, die der Geist so nicht wahrnimmt, weil der Stillstand der Leere den Platz der Einfalt eingenommen hat. Das Jahrhundert der Vielfalt wechselt ins Jahrzehnt der Einfalt, die Bequemlichkeit suggeriert. Tick Tack tönt der Takt der Sekunden, unaufhaltsam umrunden sie den Kreis der Wiederholung. Geschichte wiederholt sich nicht haben wir einst gelernt und stellen fest, sie tut es doch. Die Aufmerksamkeit wechselt zu Sade. Die Adligen warten darauf von den Jakobinern geköpft zuwenden. Keine Flucht in Sicht, warten sie auf den Tod und schauen dem grausigem Spiel vom Fenster aus zu. Grausamkeit, so alt wie die Menschheit bleibt ein Teil der Handlung unabhängig vom aufgeklärten Menschsein, das sich nur im Fortschritt der Technik weiter entwickelt hat.
Ohne diesen Fortschritt würde ich nicht auf der Couch halbliegenden sitzen und zwischen IPad und Fernseher hin und her schauen können

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