Dienstag, 21. März 2017
#WorldPoetryDay Frühlingsgefühle
Frühling oh Frühling, du Zeitenwende, Beginn einer sich jährlich wiederholenden Anfangszeit vom Aufbruch der Natur. Auf meinem Balkon strecken sich erste grüne Knospen dem Licht entgegen. Froh den Nachtfrösten entkommen zu sein, fallten sich kleine Blätter heraus, in der Hoffnung auf überleben im ständigen auf und ab der Temperaturen. Scheint dann die Sonne, lacht das Gemüt und streckt freudig das Gesicht der Wärme entgegen.
Der Blick durchs Fenster wird vom Schmutz getrübt. Frühling, forderst du nun die Sauberkeit ein? Voller Tatendrang ruft das Gewissen die Putzzeit aus, doch bremst die Müdigkeit jegliche Lust zum Aufbruch aus und wandelt alles in winterliche Trägheit um.
Keiner Beitrag zum #WorldPoetryDay
Samstag, 18. März 2017
Schwarz auf Weiß
Das weiße Blatt fördert keine Ideen, das Schreiben ohne schwarze Buchstaben bleibt leer. Je nach geistiger Verfassung entstehen Gedanken auf dem virtuellen Papier. Könnten auch weiße Buchstaben auf schwarzem Hintergrund sein. Alles und nichts ist wie immer möglich. Ein gutes Gefühl Herrscherin über das getippte Wort zu sein. Eine Manipulationen von außen ist in dieser Situation nicht möglich, es sei denn, eine geheime Macht nimmt Einfluss auf den Geist, trübt meine Wahrnehmung, indem die automatische Worterkennung vorab meine Wortwahl bestimmt. Wer bestimmt die Inhalte dessen, was sich als Text aus meiner Gedankenwelt ergibt? Die Auswahl des täglichen Medienfluss aus dem Internet, von Algorithmen für meinen persönlichen Bedarf errechnet und zusammengestellt. Vielleicht, aber so wie die Werbung keinen Einfluss auf mein Kaufverhalten hat, da eine Schnäppchenjägerin sich auf die Pirsch in den analogen Ort begibt, hat der Einfluss der Nachrichtenflut nur bedingten Zugang zu den Nervenzellen, die das Gemüt in Aufregung versetzt. Die ständige Wiederholung bestimmter Ereignisse, die Wahl zwischen Fakten und Fakes, lässt die Emotionen zu kleinen, harten Knötchen verkrüppeln. Das Aussen verliert mehr und mehr die Aufmerksamkeit des Innen, dass im digitalen Spiel oder in den sozialen Plattformen seinen Mittelpunkt findet. Eine virtuelle Wirklichkeit schluckt das Aussen, dessen Bedeutung nur noch in der Abeitswelt und in der alltäglichen Lebenserhaltung wahrgenommen wird.
So könnte es sein, wenn es nicht meine subjekive Wahrnehmung von der Couch aus wäre. Worüber lohnt es sich nun zu posten, wo doch alles schon gesagt, geschrieben wurde? Da gibt es nur eine Möglichkeit, aufstehen und das Aussen mit wachem Verstand erkunden. Welch eine banale Erkenntnis aus der Wiederholungsschleife.
Freitag, 10. März 2017
Die digitale Fakten Blase
In Blasen lebend und dank der Digitalisierung für jedermann, der es darauf anlegt und über das notwendige Know-how verfügt, jederzeit sichtbar zu sein, verliert das Individuum seine Intimität. Es ist eine stetige Auseinandersetzung, die mit dem vermeintlichen Schutz der Privatsphäre kämpft und doch verliert, denn absolute Sicherheit gibt es nirgendwo, weder im digitalen Netz noch im Alltagsleben. Trotzdem darf man nicht aufgeben, siehe den Verbot der sprechenden Puppe, deren Kamera via Wlan vernetzt ist und nun auch das Smartphone, der Fernseher usw. Gut, mein Fernseher verfügt über keine Kamera, aber der Computer. Was fange ich mit dieser Erkenntnis an? Nichts, denn wer sollte mich auf dem "Schirm" haben, außer vielleicht irgendein Spanner, aber der wird bei der riesigen Auswahl an interessanteren Objekten wenig Interesse haben. Also bleibt im täglichen, digitalen Umgang, alles beim Alten. Beim Diebstahl von Identitäten, um damit kriminelle Taten zu vollbringen, kann man sich nur der Hoffnung hingeben, ähnlich wie beim Lottospiel, niemals gezogen zu werden, die Auswahl ist einfach zu groß.
Große Aufregung, die digitalen Machenschaften der CIA aufgedeckt, Big Brother is watching us. Gefährdet dieses Wissen die Sicherheit. Wessen Sicherheit? Habe nicht verstanden warum die mediale Aufregung um sich greift. Gut, Wissen kann Macht, Machtmissbrauch bedeuten, aber diese Tatsachen sind so alt wie die Menscheit. Liegt es an der ungeheuerlichen Vielfalt der Möglichkeiten, das immense globale Wissen, dass durch Algorithmen gefiltert, gespeichert, geordnet usw. werden kann. Unsere digitale Abhängigkeit umfasst große Bereiche des Alltag, es macht uns verletzlicher, abhängiger. Der Preis der Bequemlichkeit, der Komfortausstattung, die unsere hohen Ansprüche an das Leben stellen. Das Analoge verschwindet nach und nach, die sozialen Kontakte finden mehr und mehr im Netz, verbunden durch Tablets und Smartphone, statt. Schöne neue Welt, die sich nicht mehr um Umweltprobleme schert und damit den Bezug zur realen Welt verliert. Ob Fake News, alternative Fakten oder reale Fakten, gleichberechtigt stehen sie in der digitalen Welt nebeneinander.
Freitag, 3. März 2017
Die Realität im Verhältnis zu den Möglichkeiten
Ich hinke mit meinem Anpruch, möglichst täglich zu posten, hinterher. Das Schreiben verliert seine Bedeutung, der Alltag gewinnt in seiner Belanglosigkeit die Oberhand, obwohl die Nachrichtenflut den Emotionen aggressiven Stoff gibt. Die Agression findet im exzessiven Stricken ein kleines Ventil. Eigentlich sehr ärgerlich, sechs Strickjacken in wenigen Wochen. Sechs Bilder oder sechs Kurzgeschichten wären eine viel effektivere Beschäftigung gewesen, zum einem Raumsparend, die Jacken verstopfen den Schrank, Geschichten verbrauchen nur wenig Speicherplatz auf der Festplatte. Zeichnungen können ein Heft füllen. Meine Liebe zu großen Bildern, findet nur in Gedanken eine Erfüllung, denn in der Realität gibt es keinerlei Platz. Große Bilder hängen in meinem imaginären Atelier, dort arbeite ich an sechs Bildern gleichzeitig. Der Boden, meine Kleidung, die Schuhe, der Tisch, die Staffelei sind mit Farben bekleckert. Breite Piselstriche, schnell und intensiv, mal Gelb,mal Blau, dann wieder Rottöne., Schwarz und Grautöne wechseln zwischen hell und dunkel. Hände greifen in ein Nichts, während Gesichter sich nach unerreicbaren Möglichkeiten verzehren.
Werde morgen am Sketchbook weiterarbeiten, der Illustrationen des Blog "Summertime Blues ", die Texte auf Papier gedruckt, kleben nun auf den einzelnen Seiten im Sketchbook und warten auf Illustration. Diese Arbeit verlangt Konzentration auf den Inhalt und die Umsetzung ins Bild. Was hat mich bisher davon abgehalten weiter daran zu arbeiten? Da gibt es nur eins, die unsägliche Nachrichtenflut über die politischen Verhältnisse in der Welt. Immer wieder Donald Trump und seine Anhänger, die, so scheint es, abgöttisch an seinen wulstigen Lippen hängen. Die Bedeutung von Wahrheit wird der eigenen Wahrnehmung untergeordnet. Alternative Fakten, Fake News verdrängen Ratlosigkeit, geben Hoffnung und Sinn. Ich habe mich mein Leben lang gefragt, warum Hitler so geliebt wurde, langsam dämmert es, die Menschen lieben Illusionen, wollen Alternative Fakten, wollen in ihrer Wahrnehmung von "Größe" z.B. Make America great. Der Populismus gewinnt an Zuspruch, die Dummheit siegt über Vernunft. Monentan erregen die politischen Machthaber der Türkei, ein wunderschönes Land, mit ihren spätpubertären Gehabe von Größe, die, die Menschen nach ihren Vorstellungen formen wollen. Machtgelüste dieser Art bringen ein Land nicht in eine bessere Zukunft, sondern zerstören es im Rausch der Korruption. Die Lüge wird zur Wahrheit und dient der Machterhaltung. Die Anhänger lieben es, sehen es als ihre Form von Demokratie. Logik hat nur in der Mathematik eine Form von Größe. Menschliche Logik unterliegt der Interprätation. Geschichte, so scheint es, wiederholt sich, es liegt an uns dies zu verhindern.
Bei all diesen Gedanken scheint stricken ein Ventil für die eigene Unfähigkeit zu sein. Morgen sonnt sich meine Umgebung in der Frühlingssonne, dann scheint alles in einem anderen Licht meiner Wahrnehmung.
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