Donnerstag, 13. August 2015

Und nun?

Es kribbelt in den Fingern, die 90. Post will geschrieben werden. Seit einem Jahr bin ich mehr oder weniger dabei. Mein Ziel, jeden Tag eine Post zu schreiben, Schwamm drüber. Allerdings, wenn ich die Post meiner drei Blogs zusammenzähle, dann sind es 124 Posts. Das Jahr hat 365 Tage, geteilt durch 124 ergibt rund gerechnet alle drei Tage eine Post. Geht doch, darauf einen Prosseco. Oh, nichts im Haus, nur eine Flasche Rotwein, die in der hintersten Ecke des Vorratsschranks auf den Winter wartet. Gut, ein alkoholfreies Radlerbier schmeckt auch. Prost Jahrestag irgendwann im August. Nun, dass hätte ich abgeharkt und nun? Worüber schreiben, über Ohrgeräusche, unangenehme Verstärkungen der Nebengeräusche, wie die nachbarliche Clospülung, wahrscheinlich wird das Geschäft bei geöffneter Tür vollzogen. Trotzdem sehr bedenklich, wenn diese Geräusche das Nachrichtenprogramm dermaßen übertönen, das gehört zum Leiden der Hörgeschädigten, die auf Hörhilfen angewiesen sind. So, dass wäre auch festgehalten, auf Ewig im Netz gespeichert. Die Ergebnisse meines Strickwahns sind auf Pinterest für die Ewigkeit dokumentiert. Und nun? Nein, Stricken gehört nicht mehr zu den vorrangigen Leidenschaften, das arme Kind ist schon dazu verdammt alle bisherigen Strickobjekte zu tragen. Wohl oder Übel bleibt Moby Dick als Alternative zum Nichtstun. Vielleicht wird es möglich sein den Strickwahns auf einen Schreib und Zeichenwahn zu übertragen, aber wodurch kann es zu einer Transformation kommen? Hitze und Denken passen nicht zusammen, eine Lösung des Problems scheint in weite Ferne zu liegen. Auf der Couch werde ich auch von Tag zu Tag fetter vom Nichtstun. Walking wäre eine Möglichkeit und dann Sternschnuppen anschauen und sich eine Transformation wünschen.
Die 90. Post auf einen Tiefstand der geistigen Leistung angelangt, von der Schwüle des Tages umnebelt, wird nicht besser. Ich stehe auch zu meinen schlechten Leistungen, denn eine Leistung ist immer eine Leistung, es gibt kein Versagen, es sei denn das Nichtstun gewinnt für immer die Oberhand. 124 Posts sind eine Leistung, neben 20 Pulli stricken und 10 Bilder zum Thema Moby Dick in Pastel zeichnen und vieles andere mehr. Vielleicht sollte ich diese Post löschen, nein, warum, es ist eine Übung für kommendes nach dem Sommerloch, das so nicht existiert, aber gerne als Entschuldigung für hohle Gedanken herhalten muss. Muss kommt nicht von müssen, es ist nur eine Assoziation für die nachbarlichen Aktivitäten, wenn ich richtig gezählt habe, lief die Pressspülung während dieses Tippen mindestens fünf Mal.