Die Dunkelheit bleibt draußen vor der Tür, vor den Fenstern der Zimmer, wo dicke Holzjalousien auch am Tage das Licht aussperren. Am Morgen ist es immer wieder aufs Neue eine Entdeckung, wenn die schweren Jalousien mit aller Kraft hochgezogen das Licht des Tages, je nach Wetterverhältnissen, die Umgebung in eine Stimmung tauchen, die mal im nebligen Dunst alles mit Graublauen Farben überzieht, die von Stille erzählen, während ein klarenr sonniger Morgen alles in kräftigen Farben erscheinen lässt, die von hektischer Betriebsamkeit erzählen.
Tagein, Tagaus, zu jeder Jahreszeit, obwohl die Umgebung unveränderlich bleibt, spielt das Licht mit den Gefühlen der Wahrnehmung. Eine Tatsache die nur derjenige erkennt, der sich auf das Spiel mit dem Licht einlässt, weil Zeit verschwenderisch zur Verfügung steht, weil das Gefühl für Zeit unendlich lang sein kann, wenn man sich dem Luxus der Zeitverschwendung hingibt.
Bei geschlossenen Fenstern bleibt das Hören und Riechen der Außenwelt ausgesperrt, doch sobald die Fenster geöffnet sind, drängen Geräusche und Gerüche herein. Obwohl sie täglich gleich sind, abgesehen von nichtalltäglichen Arbeitsgeräuschen, klingen sie je nach Jahreszeit, ob kalt, ob warm, immer wieder anders. Die Phantasieverbindet die Sinneswahrnehmungen zu neuen Geschichten. Jeden Morgen aufs Neue, ein Film mit Musik, aber anders als im Kino, mit den Gerüchen des Alltags.

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