Montag, lieber, lieber Montag, du bringst mir das verlorene Glücksgefühl zurück. Einst empfand ich den Anfang der wiederkehrenden Wochen als Last einer endlosen Trägheit, die nicht gehen mag. Nun, die Macht der Gewohnheit gibt der gewöhnlichen Trägheit ihre Berechtigung und das Glücksgefühl darf ungeniert Heiterkeit verbreiten, kein schlechtes Gewissen plagt den Geist, der sich in der Trägheit wohlig eingerichtet hat. Ab und an einen kleinen Kommentar schreiben und oho, da antwortet ein User. Es entsteht so etwas ähnliches wie ein kleiner Austausch. Ebola, sein oder nicht sein, Panik oder keine Panik. Ausbreitung ja oder bleibt sie überschaubar. Die Vermutungen einiger User sind recht abenteuerlich, verschwörerisch und Ewig motzten diejenigen, die sich in ihrer Unwichtigkeit eingerichtet haben und labern, labern, labern, dass es weh tut. Demokratie ist ein schweres Geschäft der Meinungsvielfalt, die leider nur wenig Neues hervorbringen, die Ideen vorantragen. Meinungen sind wichtig und sich daran reiben kann den eingerosteten Geist weiterbringen, doch, so scheint es, bleiben die meisten in ihrem Gummibad kleben, schade. Meckern allein verpufft in der Bedeutungslosigkeit. Stelle selbstkritisch fest, ich bin auch nicht besser, welch eine Erkenntnis. Gut, so wie ich den Montag akzeptiert habe, gehören die stumpfsinnigen Meinungen genauso zu mir wie der Montag.
Ebola, spanische Grippe, Vogelgrippe, Pest und all die anderen tötlichen Virenerkrankungen gehören, wie der Anfang der Woche, zum Sprachgebrauch eines von sich selbst überzeugten, aufgeklärten Menschen. Wir haben eine Meinung dazu, mehr können wir nicht erwarten, sitzen, liegen wir es aus, ob wir betroffen werden oder wahrscheinlich auch nicht, das Thema schenkt einen Augenblick der Aufregung. Vergessen wir dabei nicht, die tödlichen Viren und Bakterien in den Krankenhäusern, die sich dort eingenistet haben und kaum zu entfernen sind, sie können nicht nur Immungeschwächte treffen, nein, wer Pech hat, den trifft es auch als Besucher. Antibiotika hilft kaum noch, wir haben zuviel davon konsumiert. Öde geht die Welt zugrunde, Freuen wir uns auf einen glücklichen Dienstag.

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