Das tägliche Einerlei teilt sich in die Realität des Hier und Jetzt und der WahrnehmungsBrille der Medien.
Vor meiner Haustür passiert nichts. Das heutige Highlight war die jährliche Reinigung des Gasbrenner durch eine Fachkraft. Nun ziert ein neues, langes Etwas den Gasbrenner, das passende Stück gibt es nicht mehr, da analoge Wärmeproduzenten durch digitale ersetzt werden. Das lange Etwas weckt Assoziationen. "Sie können ja etwas daran hängen." Sagte der Mann. Habe ich auch sofort erledigt. Sieht immer noch merkwürdig aus, ist aber sehr griffig beim analogen einstellen der Wärme.
Im Internet surfen und dabei Fernsehen ist eine willkommene Abwechslung. Die Auswahl der sich überschlagenden negativen Meldungen geben dem täglichen Einerlei die Form von Aufregung, Ängsten, die es im Hier und Jetzt nicht gibt. Meine Nachbarn sind so vielfältig bunt, so normal, ob Türken, Palästinenser, Araber, Russen oder deutsche Rentner. Wir grüßen einander freundlich, auch die Frauen mit Verschleierung. Auf der Couch mit Blick auf die aktuellen Nachrichten springt die Brutalität der Menschen, die, so scheint es, sich nicht mit der Couch begnügen, sondern ihren Frust oder was auch immer, durch spektakuläre Aktionen der Gewalt eine große Öffentlichkeit verschaffen, am Liebsten gleich auf Facebook Posten.
Apropos, dies ist meine, gewaltfreie Post, entsprungen aus der alltäglichen Langeweile des Überflusses, aus der selbst auferlegten Verpflichtung ab und an etwas zu veröffentlichen. Das Internet macht es möglich, dass sich jeder ab und an wichtig fühlt.
