Sonntag, 26. Oktober 2014

Kreativer Novemberblues

Ich schneide, ich klebe, ich zeichne aber das Erinnerungsbuch mit Namen Logbook wird nicht fertig. Zu viele Seiten sehen nackt aus, wollen zugeklebt werden. Es nervt, habe keine Lust, alles was nicht schnell genug vorangeht, macht mich wahnsinnig. Das Wort Zeichnen ist übertrieben, es bezeichnet nur freie Stellen mit Stift ausfüllen. Stupide, möchte das verdammte Buch, diesen übervollen Ordner endlich loswerden. Wohlwissend, das meine Arbeit niemals gewürdigt wird, als Spielerei abgetan oder so nicht gewünscht wurde. Egal, ist mir völlig gleichgültig, schnell fertig denn aus den Augen heißt aus dem Sinn. Weg damit, Dienstag will ich es endlich loswerden, aber diese immer noch langweiligen Seiten kann ich nicht so lassen. Schrecklich, das Material geht aus, keine Möglichkeiten neue Inspirationen zu entwickeln. Sehe gerade  Arte und Picasso neues Museum in Paris. Möchte am Liebsten gleich morgen hinfahren, sehen und genießen. Die Kunst gewinnt erst durch den Dialog mit der Präsentation ihre Bedeutung. Bin kein neuer Picasso und das ist auch gut so. Stelle mir gerade vor in der Vielzahl meiner kreativen Produktionen zu versinken, keiner da der etwas kauft. Alles stapelt sich und stapelt sich und die Nachkommen haben dann das Problem der Entsorgung. Nein, lieber auf der Couch liegen bleiben und von der künstlerischen Produktion träumen oder alles digital erstellen. Spart unheimlich viel Platz, benötig lediglich einen Speicherplatz und nach etwa zehn Jahren löst er sich von selbst auf, es sei denn ich veröffentliche es im World Wide Web. Gute Idee, auf Ewig im Netz geistert es durch die Rechner der Welt. Welch eine Bedeutung, wenn da nicht das Problem der Beherrschung der Technik eines Malprogramm wäre. Dass bringt mich dann so in Rage weil die Umsetzung nicht klappt, weil es wieder viel zu lang dauert bis ich es kapiert habe oder auch nicht.
Es gibt unendlich viele Gründe nicht tätig zu werden, ein Hoch auf das Leben auf der Couch. Hin und wieder überkommt mich der Frust und der Drang kreativ tätig zu werden wird über mächtig und landet im Nichts, das ist dann der Gipfel der Frustration die im Stumpfsinn auf der Couch vor dem Flachbildschirm endet. Alles wie gehabt, ein Kreislauf bis zum Ende, Jahr für Jahr, eventuell Jahrzehnte lang. Welch ein Horror der stumpfsinnigen Existenz. Eine kleine Reise nach Paris hebt einwenig die trübe Novemberstimmung obwohl die letzten Oktobertage noch vor uns liegen, bin den Monaten immer etwas voraus.

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