Sonntag, 26. Oktober 2014

Kreativer Novemberblues

Ich schneide, ich klebe, ich zeichne aber das Erinnerungsbuch mit Namen Logbook wird nicht fertig. Zu viele Seiten sehen nackt aus, wollen zugeklebt werden. Es nervt, habe keine Lust, alles was nicht schnell genug vorangeht, macht mich wahnsinnig. Das Wort Zeichnen ist übertrieben, es bezeichnet nur freie Stellen mit Stift ausfüllen. Stupide, möchte das verdammte Buch, diesen übervollen Ordner endlich loswerden. Wohlwissend, das meine Arbeit niemals gewürdigt wird, als Spielerei abgetan oder so nicht gewünscht wurde. Egal, ist mir völlig gleichgültig, schnell fertig denn aus den Augen heißt aus dem Sinn. Weg damit, Dienstag will ich es endlich loswerden, aber diese immer noch langweiligen Seiten kann ich nicht so lassen. Schrecklich, das Material geht aus, keine Möglichkeiten neue Inspirationen zu entwickeln. Sehe gerade  Arte und Picasso neues Museum in Paris. Möchte am Liebsten gleich morgen hinfahren, sehen und genießen. Die Kunst gewinnt erst durch den Dialog mit der Präsentation ihre Bedeutung. Bin kein neuer Picasso und das ist auch gut so. Stelle mir gerade vor in der Vielzahl meiner kreativen Produktionen zu versinken, keiner da der etwas kauft. Alles stapelt sich und stapelt sich und die Nachkommen haben dann das Problem der Entsorgung. Nein, lieber auf der Couch liegen bleiben und von der künstlerischen Produktion träumen oder alles digital erstellen. Spart unheimlich viel Platz, benötig lediglich einen Speicherplatz und nach etwa zehn Jahren löst er sich von selbst auf, es sei denn ich veröffentliche es im World Wide Web. Gute Idee, auf Ewig im Netz geistert es durch die Rechner der Welt. Welch eine Bedeutung, wenn da nicht das Problem der Beherrschung der Technik eines Malprogramm wäre. Dass bringt mich dann so in Rage weil die Umsetzung nicht klappt, weil es wieder viel zu lang dauert bis ich es kapiert habe oder auch nicht.
Es gibt unendlich viele Gründe nicht tätig zu werden, ein Hoch auf das Leben auf der Couch. Hin und wieder überkommt mich der Frust und der Drang kreativ tätig zu werden wird über mächtig und landet im Nichts, das ist dann der Gipfel der Frustration die im Stumpfsinn auf der Couch vor dem Flachbildschirm endet. Alles wie gehabt, ein Kreislauf bis zum Ende, Jahr für Jahr, eventuell Jahrzehnte lang. Welch ein Horror der stumpfsinnigen Existenz. Eine kleine Reise nach Paris hebt einwenig die trübe Novemberstimmung obwohl die letzten Oktobertage noch vor uns liegen, bin den Monaten immer etwas voraus.

Samstag, 25. Oktober 2014

Ein Döner, ein Handy, eine Bank

Seit einiger Zeit steht eine Bank zwischen Dönerstand und Bushaltestelle. Wann sie aufgestellt wurde ist mir entfallen. Plötzlich war sie da und der Döner schmeckt im Sitzen besser als im Stehen. Genau genommen sind es drei einzelne Sitze aus Metall, die durch ein Gestell verbunden sind und in einem kaum wahrnehmbaren Grün gestrichen sehr unauffällig unter einer alten Eiche, Buche oder ? steht. Es ist Samstagnachmittag, der Hunger treibt es rein und die Kälte läßt keine Gemütlichkeit aufkommen. Trotzdem, ich habe einen der drei Plätze ergattern können und beiße in den warmen Döner mit Joghurtsoße, Salat, Kartoffelchips und so etwas ähnliches wie gebratenem Fleisch, mehr Vegetarisch als Fleisch. Es schmeckt und der dröge Blick auf den Verkehr läßt mich über das Sein sinnieren. Warum sitze ich hier? Nur weil es einen Sitzplatz gibt, der in einer sehr nüchternen Umgebung jeglichen Reiz vermissen läßt? Es schmeckt, mehr darf ich nicht erwarten, Shoppen verlangt Kompromisse eingehen, denn Shoppen in schöner Umgebung gibt es weder in einer Mall noch in der Einkaufsstraße. Shoppen ist Freizeitbeschäftigung ohne Anspruch auf Erfüllung eines Glücksgefühl. Doch, was ist das? Trotz des Verkehrslärm höre ich mein Handy immer lauter, fordernd klingeln. Der Döner in der rechten Hand wühlt die andere Hand in der großen Tasche. Kurz bevor der Anrufer auflegt, erwische ich ihn. Telefonieren in der Öffentlichkeit scheint noch immer Begehrlichkeiten zu wecken, denn Fremde kommen verdächtig näher und bleiben dicht bei mir stehen. Gut, es scheint wiedererwartend ein öffentliches Interesse an meinem Gespräch zu geben, dass muss genossen werden, wer weiß ob es jemals wieder passieren wird, kommt ja äußerst selten vor. Ich denke an eine
Theatervorführung, fühle mich als Schauspielerin und ziehe alle Register einer dramatischen Inszenierung. Mein Anrufer scheint anfänglich etwas irritiert zu sein, doch dann, er meldet sich sehr selten, stellt er meine Glaubwürdigkeit nicht infrage. Warum sollte ich Irma auch nicht leiden können. Die Begründung wird akzeptiert. Der Rest vom Döner liegt kalt in der rechten Hand und der kalte Wind und die 12 Grad Außentemperatur beenden die kurze Vorstellung. Kalt schmeckt der Döner auch. Das Publikum hat sich mit den letzten Worten des Grußes entfernt.
 Oh, gleich drei Busse drängen an die Haltestelle.

Freitag, 24. Oktober 2014

Der Sinn giert nach Aufmerksamkeit

Die Dunkelheit kommt jeden Tag früher, aber ab Sonntagnacht schlagen wir ihr ein Schnippchen. Nun, dass hat auf den Rhytmus des Alltages keine Auswirkung auf meine unendlich freie Zeit, die manchmal so öde und langweilig ist, dass der Wunsch nach einer Tätigkeit für einen kurzen Moment die Oberhand gewinnt, um dann schnell wieder verdrängt zu werden, weil es nichts gibt, außer kreativ sich mit der eigenen Unfähigkeit zu beschäftigen. Die Notlösung wäre da noch die Idee einer kurzen Zusammenfassung von Moby Dick, die immer noch im Raum steht, aber deren Verwirklichung nur gelingen kann, wenn der innere Antrieb danach giert, die Kreativität reizt, doch leider verspüre ich nichts. Das erste Kapitel, so kurz vom Autor auch geschrieben, läßt kein Gefühl für die eigene Kurzinterpretation zu. Die Stimmung, die Lust fehlt, alles scheint wie abgestorben, der Sinnlosigkeit gehuldigt. Eine sinnvolle Tätigkeit, ob nun schreiben oder bildnerisch Arbeiten blockiert sich selbst durch fehlender Sinnhaftigkeit.

Donnerstag, 23. Oktober 2014

Donnerstag?

Nach meinem Gefühl zu beurteilen, war gestern Montag. Warum steht das Wochenende schon wieder vor der Tür? Donnerstag klingt so dramatisch und ist doch nur ein Tag zwischen Montag und dem Wochenende. Donnerstag will verdrängt werden, jedenfalls der heutige hat nur Traurigkeit gebracht, dass liegt nicht am Herbst, nein es liegt am baldigen Verlust, der so normal und doch schmerzhaft wahrgenommen wird. Verlust als vorübergehende Trennung, ausgedrückt in der Entfernung der gemessenen Kilometer. Es gibt ja die billigen Fernbusse, ein kleiner Trost, denn Entfernung bleibt entfernt und lässt sich nicht so schnell überbrücken wie die Nähe in einer Stadt. Ein Trost versprüht die Traurigkeit, denn ohne sie bleibt das Gefühl von Glück alltäglich, normal und damit kaum mehr wahrnehmbar. Trost darf sein, zuviel Traurigkeit nicht. Der Freitag kommt nach Donnerstag und die Traurigkeit rückt langsam tiefer ins Bewusstsein, wo ihr ein Platz zum Schlummern gewiss sein wird.  Der Alltag hat am Wochenende kein anderes Gesicht, aber die Erinnerung mag die Traurigkeit nicht wecken.

Dienstag, 21. Oktober 2014

Motivation

Die Langeweile eines ereignislosen Tages ödet so sehr, dass es keiner Post bedarf. Schreiben um des Schreiben Willens bringt kein Thema von Belang. Also, was tun? Vielleicht einen neuen Blog beginnen, vielleicht eine Kurz-Kurzfassung von Moby Dick schreiben. Nach jedem Kapitel eine Kleine Zusammenfassung schreiben, da fällt der Selbstauferlegte Zwang einer täglichen Post aus. Leider bedeutet es zu lesen, lesen, lesen. Ob damit die Langeweile verfliegt wage ich zu bezweifeln. Stelle fest, das Interesse zu Posten läßt merklich nach. Morgen ist auch noch ein Tag, der Mittwoch, der Tag, der die Woche teilt. Welch tolle Erkenntnis, mehr ist nicht drin, selbst Horror Nachrichten haben in der Dauerberieselung ihre Schrecken verloren und der alte, gute Freund mit Namen Stumpfsinn hat seinen angestammten Platz wieder eingenommen. Grüß Gott treuer, einziger Freund.
Beschäftigung wäre eine gute Tat um die Stimmung zu heben, malen oder zeichnen oder fotografieren. Nur, es fehlen die Gedanken für ein Thema, das sich lohnt in Bilder umzusetzen. Schwafeln fällt leicht, zu leicht, aber läßt sich gut in Abstraktion umsetzen. Vielleicht täglich ein Gedicht verfassen um es dann in ein Bild umzusetzen. Mal sehen wohin die Stimmung den
Tatendrang oder Zwang hinführt. Treibenlassen, einfach auf den Wogen einer sentimentalen Stimmung treiben, auf und nieder im Takt der Musik des Windes mal langsam, mal schnell, mal aufbrausend oder vor sich hin dümpeln, alles und nichts kann geschehen.

Freitag, 17. Oktober 2014

Hirn oder Bauchgefühl

Denken, schreiben, denken, schreiben, denken, schreiben. Völlegefühl,entweder vom vielen Essen oder vom Denken und Schreiben. Essen gab es in Hülle und Fülle, die Gedanken  hatten keine Chance sich gegen die Völlerei im Magen zu Wehr zu setzen. Der Druck entlud sich im Rülpsen, die Gase suchten einen anderen Weg um die Umwelt anzureichern. Die Gedanken kommen gegen eine Fresssucht nicht an, sie sind aber so frei sich jeglicher geistiger Regung zu entziehen.Völlegefühl im Magen fördert keine Gedankenfülle, eher wird das Denken gehemmt, blockiert als wäre es Leergefressen. Völlegefühl im Magen fördert somit die geistlose Haltung des Hirn, darüber freut sich der Bauch, der sein Recht auf Vorherrschaft zu verteidigen weiß. Hiermit steht fest, es handelt sich nicht um ein Völlegefühl der Gedanken, denn von dort kommt nichts, absolute Funkstille, lahmgelegt vom Fressen, Fressen, Fressen....

Mittwoch, 15. Oktober 2014

Was haben Horrormeldungen mit Sex zutun?

Zwei Tage war ich so glücklich wie noch nie. Gut, das ist etwas übertrieben, aber Tage ohne Nachrichtensendungen sind das pure Glück. Hatte die Horror Meldungen verdrängt, glaubte schon die Welt befindet sich im Licht der Glückseligkeit. Alles nicht wahr, wobei, was bedeutet Wahrheit, wenn sie doch nur die Einbildung des Individuum ist. Nach diesen Tagen entdecke ich eine Veränderung, es wechseln sich Brutal Politische Themen mit Beiträgen über Sex ab. Warum? Meine persönliche Wahrnehmung, die aus der Fülle der Themen nur auf Horror und Sex fixiert ist? Nein, da protestiere ich auf das Schärfste, denn Sado Maso ist absolut nicht meine Welt, warum dann?
Verstehe, die geschockte öffentliche Wahrnehmung der Horror Nachrichten kann diese nicht mehr verkraften, Entspannung heißt das Zauberwort mit Namen Sex. Wir hatten das Thema aus dem öffentlichen Interesse verdrängt, zu lange wurde es in allen Medien erörtert, beschrieben, und und und. Sex war seit langer Zeit kein Thema mehr, warum dann? Vielleicht liegt es an meiner persönlichen Wahrnehmung. Aus unerfindlichen Gründen drängte es in mein Bewusstsein, aber warum? Versteh ich nicht, kann nur von den Machern gesteuert worden sein um es als ein Zauberwort wieder ins öffentliche Bewusstsein zu hieven. Warum denke ich überhaupt darüber nach? Verdrängung sollte das öffentliche Zauberwort heißen, Verdrängung..... Horror Nachrichten und alles was sie über Sex wissen sollten sind nur von oben gesteuerte, manipulierte Interessen. Von oben? Google? Amazon? Banken? Politische Elite?

Montag, 13. Oktober 2014

Bewegung im Stillstand


Auf, auf, schnell, haltet es fest. Es will nicht, läßt sich nicht greifen, bleibt unerreichbar. Die Hände weit ausgestreckt fassen ins Leere. Alles nur kalte Luft, keine Aussicht auf Erfolg. Niedergeschlagen mit hängenden Schultern, baumeln die Arme im Takt der Sekunden. Das Kinn auf den Oberkörper gepresst, den Blick auf  die Füße gerichtet, die mit dem Boden fest verankert scheinen. Stillstand, nur die hängenden Arme geben einen Takt vor, hin und her. Die Ohren lauschen dem Windhauch des Hin und Her. Der Mund bewegt die Lippen im Takt der Arme, auf und zu, auf und zu. Das Herz pocht in seinem Rhythmus, bum, wie die bummm, bum, bum singt es mal schnell mal langsam. Der Singsang überträgt sich auf die Bewegung der Arme, der Mund setzt es in Töne um und die Füße heben und senken sich. Die Knie ziehen die Unterschenkel abwechselnd in die Höhe. Der Kopf passt seine Bewegung dem Takt der Beine an, mal hin und her, mal auf und nieder, mal seitlich nach rechts und links. Der Atem kann mit der Hektik nicht mithalten und der Kopf stoppt die Aktionen.

Sonntag, 12. Oktober 2014

Was haben Socken und Rechtschreibung gemeinsam?




Nie wieder Socken stricken war ein kurzes Versprechen, denn stricken ist schlecht für die Gelenke und auf Dauer langweiliger als auf der Couch zu liegend. Manchmal, wenn es gewünscht wird, siegt die Freudschaft über kaputtgestrickte Daumen, deshalb heißt die Devise: stricken bis der Arzt kommt. Heute am Sonntag ist Endspurt, der letzte Socken will bewältigt werden und dann ist definitiv Schluss! Nie wieder Socken stricken.

Ein knapper, nichtssagender Eintrag einer Post ist besser als gar keine Post zu schreiben. Die Selbstauferlegte Pflicht ist erfüllt und es trägt die Hoffnumg, eines fernen Tages, nach vielen Posts, vielleicht eine bessere Rechtschreibung zu beherrschen. Die Hoffnung stirbt zuletzt, aber meine Neigung die Rechtschreibung zu ignorieren, so scheinst, währt ewig.


Aufklärung: Socken stricken und Rechtschreibung tippen führen zu verkrampften Daumen.

Samstag, 11. Oktober 2014

Caturday oder nicht Caturday

Ich will, ich beuge mich dem Zwang. Der Kopf ist leer, die Kopfhörer übertragen den Fernsehton und die Finger streichen über Buchstaben um Sätze zu formulieren, von denen ich nicht weiß wo sie hinführen. Der Wille mag keine Gedanken setzen. Ach, es hat sich nichts geändert, kein Kraft treibt das Denken an. Woher sollte die Energie auch kommen. Lust aufs Schreiben ist mir nicht gegeben. Da stellt sich die Frage warum überhaupt der Zwang zum Schreiben. Eine Antwort fehlt, denn die Verweigerung der Gedanken blockieren eine Antwort, blockieren jegliche Form eines Inhalts über irgendetwas. Ich höre: Operation Kuhstall, Konzentrationslager, Hakenkreuz. Meine Augen schauen auf,  das Bild zeigt eine Sendung zur Buchmesse. Sollte konzentrierter zuschauen und dem Inhalt folgen. So viele kluge Inhalte und wo bleibt mein Inhaltsgegebener Elan? Wahrscheinlich liegt da der Hase begraben, liegt die Kreativität begraben. Warum langweilen mich die heutigen Bücherschreiber? Der Versuch etwas zu lesen endet nach der zweiten Seite. So viele Bücher, Jahr für Jahr und der Krampf innovative Inhalte zu schreiben. Was zeichnet einen interessanten Autor aus? Zählen heutige Autoren zur Moderne? Nein, sie sind heutig aber nicht modern. Habe keine heutigen Autoren gelesen, also warum Kritik über etwas unbekanntes äußern?
Schlechte Laune durch inhaltsleeren Frust am eigenen Schreiben.
Heute ist Samstag Caturday .

Freitag, 10. Oktober 2014

Das Glück mit Namen Dienstag




Dienstag klingt gut, erinnert an meinen surrealistischen Krimi: Dienstag, Dialog mit der Worterkennung. Er dümpelt jetzt für Lau bei einem nicht von mir autorisiertem Internetanbieter. Frage mich immer noch wieso es 402 Seiten sind, wo es doch höchstens 85 Seiten als PDF Datei sein können. Vielleicht durch viele leere Seiten oder aber die Schrift ist riesig, das schafft auch viele Seiten. 
Nun mein geistiges Eigentum gehört mir. Der Prozeß der Fertigstellung eines Romans, Bildergeschichte oder Werke der bildenden Kunst, ähneln einer schmerzhafte Geburt. Sich von ihnen zu trennen fällt schwer, aber wie jedes Kind seinen eigenen Weg gehen wird, sollten auch die künstlerischen Arbeiten hinaus in die Welt gehen. In der Schublade vertrocknen sie. Ein stummer Inhalt lässt künftige Geschichten versiegen wie eine ausgetrockneten Quelle. 

Donnerstag, 9. Oktober 2014

Wieder Ohne Nobelpreis weiterleben

Oh, wie Schade, habe wieder nicht den Nobelpreis für Literatur erhalten. Ach, die Trauer vergeht schnell.
Seit vielen Jahren träume ich davon, wie viele andere auch. Vielen Dank dem Komitee dafür, dass es diesen Preis gibt, der allen Autoren, ob bekannt oder nicht, den Traum eines Augenblick des Ruhmes gibt. Es ist wie beim Lottospiel, bis kurz vor der Ziehung kann jeder vom Sechster träumen und ist es vorbei bleibt die Hoffnung bis zum nächsten Mal. Ein schönes Spiel der Loser, die im Träumen Erfüllung finden.

Für den neuen Preisträger freue ich mich und gratuliere Patrick Modiano für seinen verdienten Erfolg. Obwohl ihn meine Gratulation niemals erreichen wird.
Die jährliche Spannung auf das Ereignis, die Diskussionen in der Presse, die Spekulationen wer das Spiel gewinnt, trifft alle die sich für Literatur interessieren, aber nur die Erfolglosen träumen vom Preis, während die Gewinner es mit Freuden hinnehmen ohne vorher daran gedacht  zu haben. So ist das Leben und das ist immer wieder überraschend.

Mittwoch, 8. Oktober 2014

Gewaltbereitschaft und Demokratie


Die Mitte der Woche und nichts passiert im häuslichen Raum, während draußen ein Krieg herrscht, der nicht der  unsere ist, aber auch bei uns ausgetragen wird, wenn auch nicht ganz so brutal wie in Syrien. Was tun? Stellung beziehen und alle Rechtsstaatlichen Mittel anwenden um den Tätern die Grenzen zu zeigen. Toleranz wird als Schwäche angesehen, deshalb ist es wichtig mit Konsequenzen zu reagieren. Die offenen demokratische Gesellschaft hat das Recht auf Existenz. Sie zeichnete sich durch Toleranz gegenüber Andersdenkenden aus. Solange diese Gruppen friedlich nebeneinander existiert haben, waren sie keine Gefahr. Heute, wo die Hemmschwelle zur Gewaltbereitschaft überschritten wurde, muss das Recht schneller darauf reagieren. Wachsamkeit ist angebracht, Schläfrigkeit hilft die Demokratie nicht zu verteidigen, also handeln wir auf Grundlage der Gesetzgebung. Zeigen wir ihnen die Grenzen des Machbaren direkt und entschlossen.
Meinungsfreiheit ist unser Kulturgut, wird es massiv angegriffen müssen wir heute handeln und nicht Morgen oder Übermorgen.

Ups...woher die Aufregung, sind doch nur alles Nachrichten aus den Medien. Soviel Tragik der Wortwahl hervorgerufen durch die Vielfalt der Berichte, die den Verstand für einen Augenblick berühren. Schwups schleicht ein Hauch der Peinlichkeit von Hinten ins Gedächtnis und nun? Nix passiert, außer das die geschriebenen Wörter, Sätze nun veröffentlicht sind, wenn auch nur in sehr kleinem Umfang, um nicht zu sagen, es ist nur ein öffentliches Selbstgespräch. Obwohl, es besteht immer  die Möglichkeit einer Leserschaft. Vielleicht, unwahrscheinlich, vielleicht.........

Warum immer dieses Selbstmitleid? Ach, nichts besonderes, geboren aus purer Langeweile, der Müdigkeit entfliehend, hat einwenig Aufregung noch nie geschadet. Passiert ja nix im privaten Raum, da bringt die wiederholende Annahme eines Künstlichen Selbstmitleides, einen gegenteiligen Bezug zum Geschehen im Flachbildschirm. Ein Hoch auf die Nutzung einer Fernbedienung, zum schnellen Wechsel der Programme. Ach, die Vielzahl der Programme fördert unendliche viele Formen des Selbstmitleides. Das Leben erhält eine quirligen Schwung, Abschwung oder Aufschwung.

Montag, 6. Oktober 2014

Montag und die öffentliche Meinung im Zeichen von Ebola

Montag, lieber, lieber Montag, du bringst mir das verlorene Glücksgefühl zurück. Einst empfand ich den Anfang der wiederkehrenden Wochen als Last einer endlosen Trägheit, die nicht gehen mag. Nun, die Macht der Gewohnheit gibt der gewöhnlichen Trägheit ihre Berechtigung und das Glücksgefühl darf ungeniert Heiterkeit verbreiten, kein schlechtes Gewissen plagt den Geist, der sich in der Trägheit wohlig eingerichtet hat. Ab und an einen kleinen Kommentar schreiben und oho, da antwortet ein User. Es entsteht so etwas ähnliches wie ein kleiner Austausch. Ebola, sein oder nicht sein, Panik oder keine Panik. Ausbreitung ja oder bleibt sie überschaubar. Die Vermutungen einiger User sind recht abenteuerlich, verschwörerisch und Ewig motzten diejenigen, die sich in ihrer Unwichtigkeit eingerichtet haben und labern, labern, labern, dass es weh tut. Demokratie ist ein schweres Geschäft der Meinungsvielfalt, die leider nur wenig Neues hervorbringen, die Ideen vorantragen. Meinungen sind wichtig und sich daran reiben kann den eingerosteten Geist weiterbringen, doch, so scheint es, bleiben die meisten in ihrem Gummibad kleben, schade. Meckern allein verpufft in der Bedeutungslosigkeit. Stelle selbstkritisch fest, ich bin auch nicht besser, welch eine Erkenntnis. Gut, so wie ich den Montag akzeptiert habe, gehören die stumpfsinnigen Meinungen genauso zu mir wie der Montag.
Ebola, spanische Grippe, Vogelgrippe, Pest und all die anderen tötlichen Virenerkrankungen gehören, wie der Anfang der Woche, zum Sprachgebrauch eines von sich selbst überzeugten, aufgeklärten Menschen. Wir haben eine Meinung dazu, mehr können wir nicht erwarten, sitzen, liegen wir es aus, ob wir betroffen werden oder wahrscheinlich auch nicht, das Thema schenkt einen Augenblick der Aufregung. Vergessen wir dabei nicht, die tödlichen Viren und Bakterien in den Krankenhäusern, die sich dort eingenistet haben und kaum zu entfernen sind, sie können nicht nur Immungeschwächte treffen, nein, wer Pech hat, den trifft es auch als Besucher. Antibiotika hilft kaum noch, wir haben zuviel davon konsumiert. Öde geht die Welt zugrunde, Freuen wir uns auf einen glücklichen Dienstag.

Samstag, 4. Oktober 2014

Das neue Leben im Zeichen von Twitter

Habe mich getraut und bei Twitter angemeldet. Warum? Na, aus purer Langeweile. Alle Medien sind vertreten, allerdings finde ich sie nicht so interessant wie die normalen User. Folge einigen, weil sie mich zum Lachen gebracht haben. Kurztexte sind manchmal so kurz und unverständlich, weil die Übersetzung der Kürzel fehlt. Gut, gehöre nicht in den erlauchten Kreis, mag mich auch nicht damit beschäftigen, viel zu anstrengend.
Twitter bietet die Chance Menschliche Fallstudien zu betreiben, denn jeder User präsentiert sich anders und es bringt Spaß hinter die Fassade der Selbstdarstellung zu blicken. Dabei kommt es nicht auf den Wahrheitsgehalt an, sie geben lediglich den Anstoß für die Fantasie Persönlichkeiten zu entwickeln, die nichts mit der Realität der User zutun haben. Ein gutes Mittel gegen die alltägliche Langeweile die sich dem Lesen entgegenstellt um lieber im gedanklichen Nichtstun zu verharren, aber das Interesse an den Selbstdarstellungen der Usern überlistet die Langeweile und setzt Gedanken, Anregungen über das Wie, Ob, Warum, Wieso, frei. Denken hebt die Stimmung und Lachen ist gesund.

Freitag, 3. Oktober 2014

Erinnerungen zum Tag der Einheit

Damals, als die DDR präsent war, erinnere ich mich an die sonntäglichen Schweinebraten bei den Verwandten in Ostberlin. Als arme Studenten gingen wir gerne über die Grenze von West nach Ost. Der Hunger überwindet auch Mauern und wenn der Onkel dann den Braten kräftig mit Alkohol runterspülte, lachten wir herzlich über die neuesten Witze von Honecker und Co. Zu Laut durften wir nicht sein, denn der Blockward lauschte mit, deshalb stellte die Tante das Radio lauter. Als Wissenschaftler durfte der Onkel in den Westen reisen, aber auch in der DDR gab es so etwas wie Mobbing und jüngere Kollegen drängten den Onkel aus seiner privilegierten Stellung. Das hat er im Lauf der Jahre nicht verkraftet und eines Tages erlöste der Suff ihn und da lag er dann im Flur und starb. Die Tante überlebte den Schock nur um wenige Jahre, wo sie in der Psychiatrie ihrem Leben ein Ende setzte. Kurz vorher durften wir sie ein Mal besuchen. Ich sehe noch heute die Barackenähnliche Anstalt, gelblich, schmutzige, verschlossene Räume und trostlose Patienten.

Vor jedem Besuch nach Ostberlin stand die Bewilligung, der Passierschein, zur Einreise im Westen an. Deutsche Bürokratie in West und Ost waren gleich dröge und furchtbar langweilig, aber Studenten haben mehr Zeit als andere. Manchmal ging ich zum Einkaufen rüber, denn Künstlermaterial und Kunstbücher waren sehr viel billiger, wurden noch billiger beim verbotenen Westtausch der Ostmark eins zu vier. Ein Nervenkitzel sondergleichen, der Schweiß lief von der Stirn nicht vor Hitze, sondern vor Angst erwischt zu werden, wenn man in der langen Schlange vor dem Ausreiseschalter in der Friedrichstraße stand und Stichprobenartig kontrolliert wurde, was eingekauft und im Osten an die Devisen getauscht wurde. Mein Einkauf wies immer mehr aus als ich im Osten Zwangstauschen musste. Vielleicht kannten die Beamten mich und drückten ein Auge zu, wenn ich vollgepackt von Ost nach West ging, denn sie kontrollierten mich nie, dass machte mich mutiger und so erstand ich ein DinA 1 Holzzeichenbrett im heutigen Kaufhof. War garnicht so einfach zu tragen, denn über der Schulter hing die volle Büchertasche.
Mit der Grenzöffnung kamen Ossis rüber zu den Wessis und holten sich 100 Mark ab. Sie standen vor den Supermärkten nach Bananen Schlange oder kauften viele Jeans. Für uns Wessis war der Besuch der Oper unter den Linden für sehr kleines Geld ein großer Genuss. Lang, lang ist es her und heute lachen wir über die Begriffe Ossis und Wessis.