Sonntag, 20. September 2015

Die Auslegung von "Humanität"

Gemeinsam den Stöpsel ziehen bedeutet auf dem Trockenen zu leben. Gemeinsam dem Irrsinn Einhalt gebieten wäre eine humane Tat an der Menschheitsentwicklung. Wir sehen, wir erkennen aber handeln doch nur nach dem Eigennutz. Was tun, wenn die Interessenlage ein Widerspruch an sich ist. Einerseits das hochhalten einer vermeintlichen Humanität - Wir schaffen das, dem Asylgewähren ist keine Obergrenze gesetzt. Allerdings nur, wenn die Flüchtlinge einen gefährlichen Weg bewältigen, der so manche Staaten in Bedrängnis bringt und die Gefahr von wiederaufflammenden Konflikten  heraufbeschwört. - Andererseits gehört Vernunft nicht mehr zum Geschäft der Politik, sondern halbherziger Aktionismus. Wer für die Einheit Europas eintritt und Griechenland um jeden Preis in der Gemeinschaft halten will und nur mit Druck die anderen europäischen Länder auf Kurs zu halten versucht, darf sich nicht wundern wenn ein Großteil der europäischen Länder dem Alleingang in der Flüchtlingsbewältigung nicht folgt.  Die Humanitäre Katastrophe steht vor unser aller Tür und Deutschland wird es allein nicht schaffen, das ist eine unumstößliche Tatsache, die nun nur gemeinsam bewältigt werden kann, schnelles Handeln sollte Priorität haben.
"Die Geister die wir riefen werden wir nun nicht mehr los."

Samstag, 19. September 2015

Gedanken zur Nacht

Die Hoffnung, dass je später der Abend voran schreitet, um so eher der Morgen ans Fenster klopft, sagt nichts über Wochenende aus, die auch nur Tage sind, die jeden Morgen aufs Neue beginnen. Das ist der Lauf der Dinge seid Anbeginn der Zeiteinteilung. Mit dem Auftreten der Menschheit kommen und gehen Gedanken im positiven wie im negativen Sinn und beeinflussen das Leben, dass in den letzten 70 Jahren vom Fortschritt der Bequemlichkeit in der westlichen Welt geprägt wurde. Nun soll alles anders werden? Veränderungen gehören zum Lauf der Dinge, sei es durch Menschen gemacht oder von der Natur, dem heißen inneren Kern der Erde, denn wir leben auf einer dünnen, brüchigen Haut. Vielleicht streift irgendwann ein Komet die Erde, vielleicht landen Außerirdische auf der guten, ach so geplagten Erde. Vielleicht trifft auch ein Blumentopf mein arg geplagtes Hirn, ein Unfall, eine Krankheit oder oder oder. Alles kann möglich sein, so war es schon immer und so wird es immer sein, solange die Erde existiert. Nichts ist sicher, nicht einmal das Nichts.

Freitag, 18. September 2015

Frühe Gedanken

Der frühe Vogel fängt den Wurm. Schreiben lässt sich zu jeder Zeit, auch am frühen Morgen, am Wochenende. Ein ausgiebiges Gähnen begleitet die tippenden Finger auf den Buchstaben in der Erwartung von Befehlen aus dem Hirn um Wörter zu bilden die in Sätzen einen Sinn ergeben. Der Geist ringt nach Inhalten die ihn bewegen, sucht und sucht, will nicht über die Völkerwanderung, die Bilder der Massen nachdenken, schreiben. Hat Frau Merkels öffentliche Einladung die Masseneinwanderung verstärkt? Ja, sie hat der humanitären Krise ein menschliches Gesicht gezeigt und nicht ein politisches. War das falsch, wenn ja, soll sie zurücktreten? Nein, denn die Situation würde dadurch nicht besser, eher unsicherer. Die Stunde des Handelns kann nur Europa gemeinsam vollbringen, aber nichts geschieht. Der Hilflosigkeit kann im gemeinsamen Handeln begegnet werden, denn wer seine nationalen Interessen vorschiebt hat schon verloren, die Zukunft aller Bürger liegt in der Vielfalt des Staatenbundes EU. So, was habe ich jetzt von diesen so tragenden Gedanken? Nichts, sie sind nur Blabla. Die Chance auf eine sichere Zukunft liegt in der handelnden Zivilgesellschaft. Die Aktivitäten der vielen Ehrenamtlichen Helfer machen Mut versprechen eine Zuversicht, die die Pokitik verspielt hat.

Donnerstag, 3. September 2015

Mad World

Unruhe hat meinen Geist befallen, rastlos taumelt er zwischen  äußeren und inneren Ereignissen hin und her. Moby Dick ertrinkt im Blut der tödlichen Jagd. Wie beschreiben, wo den Schwerpunkt der Adaption setzen. Das Original in Übersetzungen zweifach lesen, aber da drängen sich die Flüchtlinge dazwischen, wie mit ihnen umgehen, wie mit den Radikalen, allein die Wahrheit bleibt auf der Strecke. Moby Dick verliert seinen Reiz, der Drang die Geschichte schnell  zu beenden lenkt meine Aufmerksamkeit auf Graphic Novels, nicht auf die Bilder, ich suche die Abkürzung des umfangreichen Original. Pfui, schimpft das Gewissen, armselige Tat, nur um schneller fertig zu werden. Die Konzentration lässt nach die Aufregung übernimmt die Führung. Die Hilfsbereitschaft der ehrenamtlichen Helfer ist überwältigend, dem gegenüber stehen die brutalen Ausraster der Rechten, der vermeintlichen Verteidiger des christlichen Abendlandes. Allein der Gedanke verursacht Übelkeit ändert aber nichts an der Problematik. Einerseits geht es um humanitäre Hilfe, die selbstverständlich sein sollte, die aber nicht die Problematik der Integration verschweigen darf, obwohl viele Gutmenschen davor warnen, mit diesen Äußerungen den Rechten in die Hände zu spielen. Ach Moby Dick, wie soll ich mit dir fortfahren? Die blutige Jagd, das Kochen des Öls, der unbändige Hass Käpt'n Ahab, der sich über die Verantwortung für seine Männer, für Schiff und Ladung stellt, die Revolte der Matrosen, die um ihr Leben fürchten. Mellville schweift gerne ab, spickt seine Geschichte Kapitel lang mit Tatsachen aus realen Begebenheiten. Die Graphic Novels beschränken sich auf den Plot der Geschichte, die Interaktion zwischen den handelnden Personen. Parallelgesellschaften schleichen aus der Erinnerung heran, die Problematik eines Teils der muslimischen Mitbürger, die ihre Religion über das Grundgesetz stellen. Ein ZDF Bericht sucht nach Antworten. Kanada gilt als Vorbild, Neubürger müssen sich an die Gesetze halten, Verstöße werden mit Ausweisung geahndet, 10 000 Menschen trifft es jährlich. Die deutsche Justiz hat vor der Problematik kapituliert, wie sollte sie auch deutsche Bürger mit ausländischen Wurzeln ausweisen, weil sie die Religionsgesetze über das Grundgesetz stellen. Was tun? Schwierig, denn es wurde in den Anfängen der Integration versäumt auf die Einhaltung der demokratischen Regeln zu pochen. Wollen wir ein gemeinsames Leben, dann können wir verlangen, dass unsere Werte der Demokratie akzeptiert werden. Der Rechte Mop hält sich auch nicht daran, in dieser Beziehung der Radikalität schenken sich die Gruppen nichts. Das Grundgesetz hat für die Retter des Abendlandes auch keine Gültigkeit. Also bleibt der Zivilgesellschaft nur ein konsequentes Vorgehen gegen Verstöße egal aus welcher Richtung sie kommen. Gleichgültkeit, ein halbherziges Integrationsprogramm fördert nur die Parallelgesellschaften.

Sollte den Fernseher ausschalten. Moby Dick beenden wir unsere Zusammenarbeit in Text und Bild.

Dienstag, 1. September 2015

Das Unwort Neger im öffentlichen Raum

Was für ein Tag, alles in Ordnung, das Wetter warm und meine Gedanken so heiß. Endlich etwas Aufregung, der harmloseren Art, obwohl das Wort, um das es geht, nicht ausgesprochen werden darf. Da hat ein Politiker vom wunderbaren Neger gesprochen. Welch eine Aufregung für alle Weißen Gutmenschen, bin ich ein böser Mensch,  - gut in Erinnerung an eine alte Zeit, da es im normalen Sprachgebrauch und in vielen Büchern für alle Ewigkeit gespeichert wurde - weil ich diesem Wort nichts schlechtes abgewinnen kann, wohlweislich, dass es von Rassisten als Schmähwort benutzt wird? Es gibt viele Worte die mißbraucht werden. Das Wort Neger stammt aus einer Zeit, da man farbige Menschen so klassifiziert hat. Oh jeh, jetzt habe ich das Wort Farbig verwendet für Menschen mit dunkler Hautfarbe, dabei bin ich doch viel farbiger, mal läuft mein Gesicht rot an, dann werde ich vor Schreck leichenblass und im Sommer schimmert meine Haut im schönsten Braun. Die Hautfarbe eines Menschen sagt nichts über seine Person aus, verortet ihn weder auf den afrikanischen noch auf den amerikanischen Kontinent, hat also keinerlei Bedeutung im alltäglichen Umgang miteinander, also warum dann die Betonung der Hautfarbe, wenn ein jeder das Recht hat mit seinem Namen angesprochen zu werden. Es ist die alte Überheblichkeit der sogenannten weißen Rasse, auch so ein schreckliches Unwort.
Obwohl das Wort Neger meiner Kindheit durch Literatur und Comic positiv besetzt war und ich es nur in diesem Kontext verwende, rege ich mich tierisch auf über die Mitmenschen zum einem und die Rassisten zum anderen. In einer pluralen Gesellschaft sollte man dem Wort Neger toleranter begegnen um der Diskriminierung der negativen Bedeutung entgegen zu treten. Es als dass zu sehen was es ist, eine alte Bezeichnung aus den 50iger Jahren. Eine Dämonisierung führt nur zu einem weiteren Missbrauch durch Menschen, die alles "Fremde" ablehnen.

Warum rege ich mich so auf? Ganz einfach, ich habe nie die Hautfarbe meines Gegenüber wahrgenommen, sondern nur den Menschen mit dem ich in Kontakt trete. Wenn wir alle so denken würden, dann spielen irgendwelche Stigmatisierungen keine Rolle mehr.