Montag, 21. November 2016

Der gordische Knoten



Befreit bloggern vom Denken oder bringt das Schreiben gedankliche Aufklärung über dass, was die geistige Wahrnehmung der Gegenwart bedeutet? Wo sind Standpunkte geblieben, die Meinungen artikulieren? Die Gedanken sind frei, frei von was? Die Freiheit eine Meinung zu vertreten unterliegt der Verantwortung sich über deren Folgen bewusst zu sein. Klingt gut, geht aber an der Realität des Postfaktischen vorbei. Unterliegt der gesellschaftliche Wandel dem Trugschluss eines Rückwärts gewannten Denkens, dass sich in verklärten Vorstellungen in Sicherheit wägt? Fortschritt, ein Wort der Forschung, abhängig vom Stand der finanziellen Möglichkeiten der Industrie und Politik, hat die Bots entwickelt, künstliche Meinungsmacher, die mehr und mehr die sozialen Medien beherrschen. Welchen Einfluss haben sie auf den Leser, der die Gegenwart begreifen will und kläglich am Überfluss der Informationen zu ertrinken droht und jeden Strohhalm dankbar ergreift, der ihm Klarheit (Sicherheit) suggeriert. Dumme, einfache Erklärungen sind eher nachvollziehbar als die komplizierte Gegenwart. Was lernen wir daraus? Klarheit kann nur die intelligente, einfache Darstellung sein, die realistisch den Menschen dort abholt, wo er sich verirrt hat. Die einfache, realistische Aufklärung findet sich tausendmal seltener im Antwortenkatalog der Gegenwart, als das Gelaber der Populisten. Die soenannte Elite scheitert deshalb an einfachen Antworten, weil sie nicht in der Lage ist zu übersetzen, aus Sorge die Komplexität nicht korrekt wieder zu geben. Aus Sorge, die Zusammenhänge selbst nicht mehr zu verstehen. Was kann man dagegen unternehmen? Die Schere zwischen Arm und Reich geht genauso auseinander, wie die Möglichkeiten der geistigen Auseinandersetzung zwischen den Bürgern, die sich wie die Arme eines Kraken in alle Richtungen bewegen und nach Nahrung suchen. Vielleicht trifft das Bild eines vernoteten Wollfadens, der entwirrt werden muss, weil er sonst nicht zu gebrauchen ist. Vielleicht trifft das Bild eines gordischer Knoten, der nicht durchschlagen, sondern gelöst werden will. Wir kommen nicht darum herum uns den Problemen der Zukunft zu stellen, fangen wir mit den Dingen an, die unser direktes Umfeld betreffen, schauen wir mit offenen Augen ohne uns von Dritten beeinflussen zu lassen. Lassen wir uns auf die Zukunft ein, in dem wir lernen die Gegenwart zu verstehen. Oh, das klingt so einfach, wenn ein jeder über seinen Schatten springen könnte. Ein Anfang wäre gemacht, wenn ein jeder ehrlich zu sich selbst wäre und seine Erkenntnisse  in die öffentliche Diskussion bringt. Blablabla und Frau Merkel tritt nochmals an.

Dienstag, 15. November 2016

Bestandsaufnahme


Was bleibt vom Sonntag? Die Gewissheit, dass der nächste Sonntag nicht mehr weit ist. So vergehen die Tage, die Wochen, Monate, Jahr für Jahr. Die Aufregung namens Leben findet außerhalb der eigenen vier Wände statt. Das Fenster zur Welt ist der Flachbildschirm oder das World Wide Web. Manchmal schweift der Blick hinaus durchs Fenster, dort deutet nichts auf Veränderung hin, alles wie gehabt. Wenn auch die Eintönigkeit eines Tages von Mal zu Mal variiert, bleibt die Tatsache bestehen, dass die Nachrichtenflut keinerlei Einfluss auf das körperliche Verhalten hat. Lediglich die Aufregung genießt einen Schock nach dem anderen, der aus der Nachrichtenflut heraus auf die Couch strömt. "The never ending story about the refugees." Die Erkenntnis, dass es keine befriedigende Lösung auf der Basis einer Wertegemeimschaft geben wird, denn der große Ansturm der Schutzsuchenden, sei es auch aus wirtschaftlichen Gründen, spaltet die europäische Gesellschaft, die sich zuallererst national versteht. Was tun, der Widerspruch einerseits mitmenschlich zu agieren und anderseits die eigenen Interessen vor Überfremdung zu schützen tendiert mehr und mehr zur Abschottung und Ausgrenzung der Flüchtlinge. Viele Staaten fühlen sich überfordert, wollen sich nicht mit der Problematik, die durch muslimische Zuwanderer einhergehen könnte, auseinandersetzen. Die Wanderung in der globalen Weltgemeinschaft lässt sich nicht stoppen, es sei denn durch eine unüberwindbare Mauer des Todes. Ein illusorischer Gedanke, der so nicht durchsetzbar sein wird. Was dann? Deals mit Diktaturen eingehen, die eindeutig die Menschenrechte missachten, um der vermeintlichen Flüchtlingsflut einzudämmen? Die EU sollte endlich ehrlich mit Zuwanderung umgehen. Es ist allemal besser genau festzulegen wie viel Zuwachs verträglich ist, der von den Bürgern auch mitgetragen werden kann. Eine harte, unmenschliche Entscheidung, vor der sich manche Nation scheut. Aber ist die Abschiebung in eine ungewisse Zukunft in der Türkei humaner oder reine Selbsttäuschung nach dem Motto "Aus dem Augen, aus dem Sinn" oder "Nach uns die Sintflut".
Die Gleichgültigkeit verlangt keine Entscheidungen die das Sein verändern. Es gibt nur eine Verantwortung für den Augenblick der Langeweile. Positiv betrachtet sind es minimale Probleme einer gelangweilten Bloggerin mit kleiner Leserschaft. Gut, das Netz ist voller sprachlicher Müll Kommentare, da gehen meine Texte, während der Überschwemmungsflut, sang und klanglos unter. Positiv betrachtet, besser verbaler Müll, als Plastik Müll in den Meeren. Beides könnte bewältigt werden, Betonung liegt auf "könnte", ein Wort ohne Folgen genauso wie "wäre". Das Meer wird überfischt, ähnlich wie im Netz nach unseren Daten "gefischt", ausgespäht wird. Wie immer, wenn mir diese allseits bekannten Fakten ins Bewusstsein drängen, stellt sich die allzeit bekannte Frage: Was fange ich damit an? Die allzeit bekannte Antwort: NICHTS. Eine ganz alltägliche Feststellung, die den Faktenfressern Raum gibt, die sich jeglicher Form von Realität verweigern und den Unwahrheiten den Anschein des Absoluten geben. Nichts gegen Fantasien, positiv betrachtet können sie uns helfen das Reale begreiflich zu machen, vorausgesetzt man ist dafür empfänglich. Wir leben in Zeiten der Faktenverdränger, auch ein Donald Trump bedient sich ungeniert der Fakten Lüge. Viele, viele Politiker weltweit haben entdeckt, dass es sich wohlig lebt mit der subjektiven Wahrheit. Die Normalität in der Banalität des Bösen gehört zu einer urmenschlichen Regung des Machtanspruchs derer, die glauben zu Höheren berufen zu sein. Wieder und wieder bekunden wir Betroffenheit und wieder und wieder findet der Populismus mehr Gehör. Es wird hoffähig sich von der Demokratie abzuwenden um sich irgendwelchen Despoten unter zu ordnen in der falschen Hoffnung auf ein friedliches Leben. So stehen wir permanent am Abgrund, manchmal weichen wir zurück, aber eigentlich lieben wir es in den Abgrund zu schauen, zu erschauern, auf die herbei gerufenen Despoten zu warten, die uns mit Inbrunst hinab stoßen, denn zu etwas anderen sind sie nicht fähig. Demokratie zu leben bedeutet permanente Auseinandersetzungen auszuhalten und vor allem Mitzugestalten und den Zweifel an der eigenen Hilflosigkeit in eine Form der kreativen Verantwortung umzuwandeln. So wahr und doch so schwierig, denn die Komplexität des globalen Miteinanders überfordert nicht nur die politische Kasten sondern auch den Bürger, das sogenannte Volk, auf das man sich heute wieder gerne beruft.
Die Couch, mein sicherer Hafen, hindert mich nicht daran meinen Gedanken freien Lauf zu lassen. 

Was hat sich denn seit den Anfängen der Menschheitsgeschichte verändert außer der technologischen Entwicklung. Eigentlich nicht viel, da stellt sich die Frage warum Hochkulturen immer wieder untergegangen sind? Vielleicht ist es unsere Unfähigkeit aus unseren Fehlern zu lernen und die Grenzen der menschlichen Möglichkeiten zu erkennen um dann damit adäquat umzugehen. Dass ist so wahr, wie es auf der Couch in der warmen Wohnung so bequem, so gemütlich ist. Vor meiner Haustür passiert nichts aufregendes, eine Realität die so ganz anders ist als die Nachrichtenflut der Medien. Meine Nachbarn sind so vielfältig bunt, so normal, ob Türken, Palästinenser, Araber, Russen oder deutsche Rentner. Wir grüßen einander freundlich, auch die Frauen mit Kopftuch.

Realistisch betrachtet geht es mir sehr gut. Dringt dieser Zustand zu tief in mein Bewusstsein, verwandle ich mich von der passiven Konsumentin auf der Couch zu einer aktiven Schnäppchenjägerin, die durch die Kaufhäuser tigert. Warum tigert, ach ja, die Schuhe in Raubtieroptik. Schuhe über Schuhe pflastern meinen Weg, es gibt kein Halten, die Kreditkarte hat das Bargeld abgelöst und somit die Kontrolle über die Finanzen, aber nicht bei mir. Das Shoppen im Internet hat nicht den Reiz einer enorm preiswerten Schnäppchenjagd. Mein ganzer Stolz ist ein schwarzer Pulli mit einem wundervoll gestickten Kopf eines lieben Bully. Wie lange hat daran ein Mensch gearbeitet und nun hat der Pulli ganze 3€ gekostet. Ich trage ihn mit Würde in Gedanken an den armen Menschen, der für einen Hungerlohn daran gearbeitet hat. Ich mag den Pulli gar nicht mehr ausziehen, denn er unterstreicht mein Wohlbefinden, von dem ich nicht weiß woher es stammt, es ist einfach da und will nicht verschwinden, lediglich ein leichtes Unbehagen der Entscheidung quält mich. Welches Paar Schuhe wird es sein. Als Schnäppchenjägerin suche ich möglichst viele Dinge für wenig Geld, deshalb muss ich mich für ein Paar Schuhe entscheiden, ein Konflikt, der den Zustand der Zufriedenheit ernsthaft bedroht. Mein Blick wandert von den sehr günstigen Pumps zu den Stiefelletten, dann zu einem Paar bequemen Sneakers hin. Verzweiflung bahnt sich ihren Weg durch die Irrungen Wirrungen des Gehirns. Ein wenig gedankliche Ablenkung tut in solchen Situationen gut. Was Tun in einer Welt der Krisen? Syrien, der Nahe Osten, der am Boden liegt und den Westen allzu gerne mitreißen möchte. Lösungen sind nicht unmöglich, allein der Wille fehlt, denn ein jeder Glaubt an die Macht der Vorherrschaft. Warum wird Syrien nicht in Zonen aufgeteilt und unter Aufsicht der Alliierten gestellt. Russland und ihr geliebter Assad, USA und die gemäßigten Rebellen, Deutschland und die Kurden, mehr fällt mir nicht ein. Jede Gruppe verwaltet ein Gebiet, die Flüchtenden können sich die Zone aussuchen und alle gemeinsam bekämpfen den IS im Inneren wie im Äußeren. Nach den vielen Jahren des Übergangs kann sich der Staat neu erfinden. Die Kurden behalten ihre Autonomie und die Türkei lebt wieder in Frieden, die Touristen kehren zurück und mehren den Wohlstand. Friede, Freude, Eierkuchen, mir geht es gleich besser, die Entscheidung ist getroffen, die supergünstigen Pumps, Made in Turkey, legt die Verkäuferin in meinem Stoffbeutel.

Freitag, 11. November 2016

Die Aufregung



Nun hat sie mich berührt, die Aufregung um die Wahl des neuen US Präsidenten. Habe mich sogar verleiten lassen einen Internet Brief an Donald Trump mit zu unterschreiben, bin mir jetzt nicht mehr sicher ob es richtig war. Das Gute, das Wahre, die Werte, alles richtig und doch wissen wir alle, dass die Welt ganz anders aussieht, aber ohne den Glauben an die Menschlichkeit verliert das Leben seinen positiven Inhalt, obwohl eine gewisse Nüchternheit auf die Sicht der Dinge dem Blick fürs Ganze mehr Klarheit verleiht. So taumelt der Geist hin und her, reiben sich die Augen wund, weil es an mangelnden Durchblick fehlt. Die Vielzahl unterschiedlicher Medien tragen nicht zur Beruhigung bei. Im Hinterkopf geistert die Sorge vor einem Komplott rechter Demagogen, die nach der Herrschaft über das westliche System trachten und der Wähler ist ihnen auf den Leim gegangen. Vielleicht ist es so, aber andererseits gibt es noch starke demokratische Kräfte, die es zu verhindern wissen. Eine gewisse Wachsamkeit gegenüber Trump ist zwingend notwendig, denn sich auf die Hoffnung zu verlassen, er wird sich als ein demokratischer Präsident zeigen, wäre falsch, auch wenn er sich jetzt gemäßigt gibt, denn seine Mitstreiter sind alles andere als gemäßigt. Vielleicht entledigt er sich dieser Radikalen, darauf verlassen sollte man sich nicht. Demokratien sind immer dann in Gefahr, wenn sie ihre Gegner unterschätzt .

Dienstag, 1. November 2016

Dia De Los Muertos



Heute, an Allerheiligen, fand die Eröffnung der Ausstellung Mumienglanz im Foyer des Menschen Museums unterm Fernsehturm am Alexander Platz statt. Im Vorfeld hieß es, keine Vernissage nur eine Pressekonferenz. Verwundert über die Einladung einer Presseagentur als Journalistin daran teilzunehmen, lieferte der Initiator, der Mann der Künstlerin die Erklärung, Herr Jacobs wollte mir einen gefallen erweisen. Geschmeichelt um nicht zu sagen gerührt über so viel Freundlichkeit, überlegte ich angestrengt, denn lügen um teilzunehmen war ausgeschlossen. Was tun? Wer bin ich eigentlich? Faktisch eine arbeitsuchende Rentner Hausfrau mit der Ambition zum Schreiben und dem Traum vom Ruhm (Was wäre ich ohne meine Träume, ein Nobody). Von der Ausbildung her eine bildende Künstlerin mit Hochschulabschluss an der Hochschule für bildende Kunst zu Berlin. Klingt wahnsinnig wichtig ist leider ohne nennenswerte berufliche Bedeutung. In der Annahme, nur mit Anmeldung teilnehmen zu dürfen, schien eine Lösung unmöglich. Aber was ist das hier? Eine Post für meinen Blog  Bloggerin, schließlich gibt es ja auch bekannte Blogger. Die Zusage via E-Mail erfolgte so schnell, wie die Antwort: Sie sind schon bei uns eingetragen. Im Nachhinein hätte ich mir das alles ersparen können, denn ein jeder durfte hinein oder hinaus oder durch die Ausstellung hindurch zum Ausgang Fernsehturm. 
Die Künstlerin der Mumien, Nancy Torres lebt seit langer Zeit in Berlin,. Allein aus Kuba in die DDR kommend, boxte sie sich hartnäckig durch, lernte ohne Schulung die Sprache, studierte in Ostberlin und wurde erfolgreiche Bühnenbildnerin. Nach der Wende stellte sich die Frage nach der Identität, nach den Wurzeln. Die Großmutter Nachfahrin afrikanischer Sklaven, der Großvater ein Chinese, wuchs Nancy Torres in Kuba auf. - Als Baby soll sie wohl bei Fidel Castro auf dem Schoss gesessen haben, wie ein alter Freund erwähnte.- In der künstlerische Umsetzung der Identitäten, afrikanisch, asiatisch und lateinamerikanisch, entstanden parallel afrikanische Objekte und Materialbilder, sowie asiatische Papierarbeiten. Bei der Suche nach den indigenen Wurzeln übte die Kultur der Inkas eine große Anziehungskraft auf sie aus. Insbesondere der Totenkults, die Mumien und dessen Zerstörung durch die Spanier faszinierten, denn die Umsetzung in künstlerische Objekte kam ihrer Neigung mit Altmaterial zu arbeiten sehr entgegen. 

Seit 20 Jahren kennen wir uns,eine lange, lange Zeit, in der ich die Entwicklung der Mumien hautnah miterlebte und heute, an den Wanderausstellungen durch die Welt, mal nah und fern, anteil nehme. Ich hoffe, dass noch viele Menschen von den Objekten berührt werden, denn sie sprechen durch ihre"Lebendigkeit" das Publikum an.



Sonntag, 30. Oktober 2016

Die hörbare Gewalt, ganz nah und doch so fern



Die Nacht war kurz, für einen Augenblick mit Angst belegt. Es war die Zeit, da die Uhr zurückgestellt, als ein kurzer, schwacher Klingelton, begleitet von hämmernden Geräuschen, meinen leichten Schlaf störte. Es hörte nicht auf, Schläge auf das Metall der Briefschlitze, die neben der Haustür im Mauerwerk eingelassen, dröhnten bis in meine Wohnung. Mein erster Gedanke ein Betrunkener entlädt dort seine Wut, doch dann wurden die Schläge heftiger. Es klang jetzt nach dumpfen wuchtigen Boxschlägen auf etwas Weichem. Kein menschlicher Laut war zu hören nur das rhythmische Schlagen. Was tun, mich bemerkbar machen, hinaus gehen, ein Fenster öffnen oder doch die Polizei verständigen. Halloween ist doch erst Morgen, vielleicht ein gruseliger Clown? Die Schläge hörten nicht auf. Vor Schreck die laute Klospülung gedrückt, schlagartig wurde es still, nichts mehr zu hören. Habe ich nur schlecht geträumt? Nein, kleine Blutspuren am Metall kleben am Metall und im Hausflur dicke Blutspuren auf dem Boden, hat wohl einen Nachbar getroffen. Es ist mir kein Trost, zu wissen, dass ich im sozialen Brennpunkt lebe, obwohl es eigentlich sehr ruhig und bürgerlich zu geht.
Der grusel Effekt wird dann authentisch, wenn es direkt  geschieht. Morgen, wenn Halloween vor der Tür steht, dann  werde ich dort sein, wo man aus realen Leichen Plastinate gefertigt hat. Nicht freiwillig, sondern aus Freundschaft zu Nancy Torres, die dort im Foyer des "Menschen Museum" ihre Ausstellung "Mumienglanz" zeigt. Die nächste Post wird davon handeln.

Die hörbare Gewalt, ganz nah und doch so fern



Die Nacht war kurz, für einen Augenblick mit Angst belegt. Es war die Zeit, da die Uhr zurückgestellt, als ein kurzer, schwacher Klingelton, begleitet von hämmernden Geräuschen, meinen leichten Schlaf störte. Es hörte nicht auf, Schläge auf das Metall der Briefschlitze, die neben der Haustür im Mauerwerk eingelassen, dröhnten bis in meine Wohnung. Mein erster Gedanke ein Betrunkener entlädt dort seine Wut, doch dann wurden die Schläge heftiger. Es klang jetzt nach dumpfen wuchtigen Boxschlägen auf etwas Weichem. Kein menschlicher Laut war zu hören nur das rhythmische Schlagen. Was tun, mich bemerkbar machen, hinaus gehen, ein Fenster öffnen oder doch die Polizei verständigen. Halloween ist doch erst Morgen, vielleicht ein gruseliger Clown? Die Schläge hörten nicht auf. Vor Schreck die laute Klospülung gedrückt, schlagartig wurde es still, nichts mehr zu hören. Habe ich nur schlecht geträumt? Nein, kleine Blutspuren am Metall kleben am Metall und im Hausflur dicke Blutspuren auf dem Boden, hat wohl einen Nachbar getroffen. Es ist mir kein Trost, zu wissen, dass ich im sozialen Brennpunkt lebe, obwohl es eigentlich sehr ruhig und bürgerlich zu geht.
Der grusel Effekt wird dann authentisch, wenn es direkt  geschieht. Morgen, wenn Halloween vor der Tür steht, dann  werde ich dort sein, wo man aus realen Leichen Plastinate gefertigt hat. Nicht freiwillig, sondern aus Freundschaft zu Nancy Torres, die dort im Foyer des "Menschen Museum" ihre Ausstellung "Mumienglanz" zeigt. Die nächste Post wird davon handeln.

Sonntag, 23. Oktober 2016

Das Übel mit dem Übel


Oh ist mir übel, zu viel gegessen.  Ein Übel ist nicht gleich das Übel, von dem man glaubt die Wahl zu haben. Die USA steht vor so einer Wahl, wie vielfach behauptet wird. Habe ich jemals so viel über die Kandidaten gewusst,  nein. Warum denn jetzt? Vielleicht weil es eine Frau ist, von der man weiß, dass sie genauso fehlbar ist wie ihre männlichen Vorgänger. Also völlig normal, obwohl man am Kontrahenten bedenkliche Zweifel hegen könnte. Überhaupt scheint es nur noch menschliche Übel, besonders in der Politik, zu geben, obwohl, hat sich seit der Vergangenheit etwas geändert? Nein. Sind wir heute mit der ungeheuren Vielzahl an unterschiedlichen Wissen so sensibilisiert, dass jegliche Glaubwürdigkeit in Verunsicherung mündet. Fragen finden keine Antworten, dass ist die Stunde der Scharlatane, die mit ungeheuerlich dummen, verrückten Antworten ein immer größeres Publikum finden.

Was bleibt vom Sonntag? Die Gewissheit, dass der nächste Sonntag nicht mehr weit ist, lediglich die Wochentage liegen dazwischen. So vergehen die Tage, die Wochen, Monate, Jahr für Jahr. Die Zeit hat mich grau werden lassen, die Haut wird von Mal zu Mal schrumpeliger, die Augen trübe, die Zähne harren aus, wohl wissend, dass auch sie endlich sind. Die Aufregung namens Leben finden außerhalb der eigenen vier Wänden statt. Das Fenster zur Welt streift mich durch Flachbildschirm und Internetseiten oder träume ich nur auf der Couch?

Dienstag, 18. Oktober 2016

Das trügerische Glück


Die letzte Socke gestrickt, streift ein unbeschreibliches Glücksgefühl meine Befindlichkeit. Ein Blick in die Medien liefert die Erklärung: Schleswig-Holstein, das Land der glücklichsten Deutschen. Dieses aufkeimende Gefühl fördert den Wunsch nach Produktivität. Nie wieder Socken stricken, lieber viele Worte, Sätze posten, aber wer glücklich ist kann nur schwerlich inhaltlich arbeiten, denn dem Glück, ohne die Leidenschaft der Liebe, fehlt es an Substanz. Welch ein Glück, die Medien liefern reichlich Stoff über die Weltlage, ob politisch, gesellschaftlich, ökologisch, ökonomisch oder...... Immer wieder stelle ich frustriert fest, dass meine liebsten Äußerungen Wiederholungen, Wiederholungen sind, denn viele Post ähneln sich, wie peinlich. Krampf macht sich breit, das Glücksgefühl scheint nur flüchtig zu sein, soll ich mich darüber freuen? Positiv betrachtet befinde ich mich im Trend, denn alles was als Fakten bekannt scheint, unterliegt der ständigen Wiederholung, es gibt nicht wirklich etwas Neues. Liegt darin das gesellschaftliche Phänomen die Welt durch eine braune Brille der Ignoranz von Tatsachen zu sehen? Immerhin lebt es sich mit einer subjektiven Wahrheit angenehmer,  weil dem Anschein von Verstehen Bedeutung gegeben wird, egal wie abstrus die vermeintlichen Wahrheiten auch sind. 

Donnerstag, 13. Oktober 2016

Die Verantwortung der Entscheidung

Es ist nicht hell, es ist nicht dunkel. Die Glühlampe spendet das notwendige Licht um einwenig zu lesen. Das Pad kommt ohne zusätzliche Lichtquelle aus. Zeit eine kleine Post zu tippen. Wie jedesmal entwickelt sich das Thema intuitiv beim Schreiben mit dem linken Mittelfinger. Der Blick hinaus durchs Fenster hebt nicht die Laune, kein Sonnenstrahl kitzelt die Seele um ihr ein Lächeln zu entreißen. Herbstzeit fördert Trübsal, gegen die die Stimmung anzukämpfen versucht und sich einen Weg in die Gemütlichkeit bahnt, mittels einer Tasse Tee, auf der Couch mit einem guten Buch liegend. Arglistig fragt die Entscheidung nach der Wahl der Literatur, wohlwissend um dessen Qual. Eine Graphic Novel verlangt keine ausdauernde Konzentration, gibt ein kurzweiliges Vergnügen. Nun, dafür muss ich die warme Decke verlassen, vielleicht doch lieber den Fernseher einschalten? Die Fernbedienung verlangt der Trägheit nicht allzuviel ab.

Vielleicht Musik hören, Bob Dylan wäre nicht schlecht oder Rammstein?

Egal, keine dieser Entscheidungen verändern das Sein, nur die Verantwortung für den Augenblick der Langeweile.

Dienstag, 11. Oktober 2016

Die Stunde der Komödianten


Lang, lang ist die letzte Post her und schon habe ich vergessen wie das Foto nach links verschoben werden kann. Da kann ich auf links tippen, tippen, aber nichts passiert. Das gleiche mit der Rechtschreibung, wo lässt sie sich aktivieren? Positiv betrachtet sind das minimale Probleme einer gelangweilten "Schriftstellerin " ohne Leserschaft. Gut, das Netz ist voller sprachlicher Müll Kommentare, da gehen meine Texte, während der Überschwemmungsflut an Müll, sang und klanglos unter. Positiv betrachtet, besser verbaler Müll, als Plastik Müll in den Meeren. Beides könnte bewältigt werden, Betonung liegt auf "könnte", ein Wort ohne Folgen genauso wie "wäre". Das Meer wird überfischt, ähnlich wie im Netz nach unseren Daten "gefischt", ausgespäht werden. Wie immer wenn ich diese, leider allseits bekannten Fakten erwähne, stellt sich die allzeit bekannte Frage: Was fange ich damit an? Die allzeit bekannte Antwort: NICHTS.  Dass ist dann die Stunde der Komödianten, der Faktenfresser, die sich meist jeglicher Form von Realität verweigen. Nichts gegen Fantasien, positiv betrachtet können sie uns helfen das Reale begreiflich zu machen, vorausgesetzt man ist dafür empfänglich. Das Internet bietet genug Raum seine ganz persönlichen Unwahrheiten den Anschein vom Absoluten zu geben. 

Oh, wie jetzt weiter? Vielleicht gilt der Spruch: in der Kürze liegt die Würze, oder haben sich meine Gedanken einer Blockade verschrieben. Verweigern die Fortsetzung, bleiben leer Angesichts der enorm großen Zahl der Fakten Ignoranten in den Social Media. Stopp, nicht nur dort, auch ein Donald Trump bedient sich ungeniert der Fakten Lüge. Nein, nein, dass wäre ungerecht, viele, viele Politiker weltweit haben entdeckt, dass es sich wohlig lebt mit der subjektiven Wahrheit. Für die Zukunft bedeutet es, die Stunde der Komödianten ist gekommen. Die Diktatur wird die "unbequeme Demokratie " -weil sie auf Mitwirkung des Einzelnen beruht, auf Nachdenken-  verdrängen. 



Samstag, 17. September 2016

Mit Fastfood durch die Irrungen und Wirrungen der Galaxis von Irrwitz

Schon wieder ein Mittwoch im Juli 2015 und alles wie gehabt. Als passive Zuschauerin eines  Dramas, dass mehr und mehr zum Krimi mutiert, suche ich vergeblich, fassungslos mit offenen Mund, nach einem Sinn dessen was dort wie hier passiert. Nix los, totale Irritation. Wie war das noch Mal in den USA vor der Präsidentenwahl. Die Aussagen der Teaparty machten mich sprachlos, ganz Amerika hatte sich zurückentwickelt. Debilität das Credo der neuen Alten.  Erleichterung, hier in Europa wird es so etwas nicht geben. Zweifel lasse ich nicht aufkommen, obwohl, ich denke an eine Sciencefiction Komödie. Die Menschheit total verdummt, sitzt vor dem Fernseher frisst die letzten Reste an Fastfood und stellt verwundert fest, dass neue Nahrung nicht von alleine kommt. Ein Mann, nach unserem Verständnis von normaler Intelligenz, erwacht nach 100 Jahren aus einem Tiefkühlschlaf. Wie ich heute auch, kann er es nicht fassen was um ihn geschieht, aber wie es so in amerikanischen Filmen zu geht, fällt das Ende positiv aus: Der Mann aus der Vergangenheit wird zum Retter der Menschheit. Mein löchriges Gedächtnis hat den Titel vergessen, nur ein dumpfes Gefühl beschleicht meine Ahnung, auch ich liege vor dem Flachbildschirm und stopfe mich mit Fastfood voll. Liegt es an meiner Wahrnehmung oder sehe ich es richtig (oh, welch falsches subjektives Wort), breitet sich auch in Europa, in Eurasien, eine sehr individuelle Wahrheit aus, die sich jeglicher Logik entzieht.

Wir haben das Jahr 2016, den 17. September und die Welt scheint verrückter geworden zu sein als ich es je vermutete oder trügt meine Wahrnehmung? Nein, es scheint in der Natur des Menschen zu liegen auf unlösbare Probleme mit Irrsinn zu reagieren, nach dem Motto destruktiver Aktionismus ist allemal besser als destruktive Hilflosigkeit.

Sonntag, 17. Juli 2016

Der menschliche Makel

Gibt es etwas Neues, eigentlich nichts denn Menschen sterben täglich, ob auf natürliche Weise oder durch widerwärtiges Fremdverschulden. Die Normalität in der Banalität des Bösen gehört zu einer urmenschlichen Regung des Machtanspruchs derer, die glauben zu Höheren berufen zu sein. Wieder und wieder bekunden wir Betroffenheit und wieder und wieder findet der Populismus mehr gehör und plötzlich wird es wieder hoffähig sich von der Demokratie abzuwenden um sich irgendwelchen Despoten unter zu ordnen in der falschen Hoffnung auf ein friedliches Leben (Tod?). So stehen wir permanent am Abgrund, manchmal weichen wir zurück, aber eigentlich lieben wir es in den Abgrund zu schauen, zu erschauern, auf die herbei gerufenen Despoten zu warten, die uns mit Inbrunst hinabstoßen, denn zu etwas anderen sind sie nicht fähig. Demokratie zu leben bedeutet permanente Auseinandersetzungen auszuhalten und vor allem Mitzugestalten und den Zweifel an der eigenen Hilflosigkeit in eine Form der kreativen Verantwortung umzuwandeln. Die Komplexität des globalen Miteinander überfordert nicht nur die politische Kasten sondern  auch den Einzelnen. Die Unterdrückung durch die Macht der großen Industriekraken, die die Globalisierung bestimmen wollen können nicht allein für Terrorismus und Diktaturen verantwortlich gemacht werden.
Was hat sich seit den Anfängen der Menschheitsgeschichte verändert außer der technologischen Entwicklung und der damit vermeintlichen Sicherheit sich ins Private zurück zu ziehen. Eigentlich nicht viel, da stellt sich die Frage warum Hochkulturen immer wieder umtergegangen sind?  Vielleicht ist es unsere Unfähigkeit aus unseren Fehlern zu lernen und die Grenzen der menschlichen Möglichkeiten zu erkennen um dann damit adäquat umzugehen.

Dienstag, 14. Juni 2016

Surfen im Hier und Jetzt

Das tägliche Einerlei teilt sich in die Realität des Hier und Jetzt und der WahrnehmungsBrille der Medien.
Vor meiner Haustür passiert nichts. Das heutige Highlight war die jährliche Reinigung des Gasbrenner durch eine Fachkraft. Nun ziert ein neues, langes Etwas den Gasbrenner, das passende Stück gibt es nicht mehr, da analoge Wärmeproduzenten durch digitale ersetzt werden. Das lange Etwas weckt Assoziationen. "Sie können ja etwas daran hängen." Sagte der Mann. Habe ich auch sofort erledigt. Sieht immer noch merkwürdig aus, ist aber sehr griffig beim analogen einstellen der Wärme.
Im Internet surfen und dabei Fernsehen ist eine willkommene Abwechslung.  Die Auswahl der sich überschlagenden negativen Meldungen geben dem täglichen Einerlei die Form von Aufregung, Ängsten, die es im Hier und Jetzt nicht gibt. Meine Nachbarn sind so vielfältig bunt, so normal, ob Türken, Palästinenser, Araber, Russen oder deutsche Rentner. Wir grüßen einander freundlich, auch die Frauen mit Verschleierung. Auf der Couch mit Blick auf die aktuellen Nachrichten springt die Brutalität der Menschen, die, so scheint es, sich nicht mit der Couch begnügen, sondern ihren Frust oder was auch immer, durch spektakuläre Aktionen der Gewalt eine große Öffentlichkeit verschaffen, am Liebsten gleich auf Facebook Posten.
Apropos,  dies ist meine, gewaltfreie Post, entsprungen aus der alltäglichen Langeweile des Überflusses, aus der selbst auferlegten Verpflichtung ab und an etwas zu veröffentlichen. Das Internet macht es möglich, dass sich jeder ab und an wichtig fühlt.

Mittwoch, 27. April 2016

Sein und Schein

Die gefühlte Zeit rennt und rennt, meine Fitness Uhr zählt und zählt Schritte, obwohl der Körper langgestreckt auf der Couch liegt. Wie kommt es, warum lügt das Teil und gaukelt Fitness vor. Hat mir sogar zum Weltpinguin Wandertag gratuliert, 120 km. Gut, täglich 4 km schaffe ich, auf dem Fahrrad dürfen es auch schon mal 20 km oder etwas mehr sein, aber 120 km. Seit zwei Tagen bin ich faul, von der Fresslust getrieben, fröne ich der Faulheit, viel zu kalt da draussen, so kuschelig warm unter der Decke auf der Couch, pfeife ich auf den Diätwahn und träume von Kreativität. Ab und an füllt sich ein Blatt des Skizzenbuches. Insgesamt sind es 20 Doppelseiten,  40 Skizzen mit Text zu Moby Dick. Die Seite 10 strahlt noch unbefleckt. Heute oder Morgen werde ich da sein, wo ich von 6 Monaten aufgehört habe. Immerhin der gesamte Text steht, aber 30 Seiten wollen mit Pastellfarben bearbeitet werden, leider auf falschem Papier. Dumm gelaufen, mein Sparzwang, der gerne im Kaufrausch mündet, wählte das billige Skizzenheft, obwohl genügend gute Skizzenbücher in den Schubladen schlummern. Traue mich nicht sie mit meinen Skizzen zu füllen, sie sehen so jungfräulich, so makellos rein aus.

Samstag, 19. März 2016

Kein Igelschnitt, ein Igelschnitt

Als weibliches Multitalent fällt das Haarschneiden zu den leichteren Fähigkeiten, allerdings wird sie vom Sohn mit einer gewissen Argwohn betrachtet. Als verständnisvolle Mutter akzeptiere ich dies mit gelassener Toleranz. Die Suche nach einem geeigneten Friseur gestaltet sich nicht so einfach, denn nichts hasst der Sohn mehr als Schlangestehen oder lange Wartezeiten. Samstags scheint fasst überall Haarschneidetag zu sein, eigentlich kein Tag für spontan Entschlüsse. Die letzte Chance am Ende der Straße, der letzte Laden, links Nailstudio, rechts Friseur. Das Personal international, sehr sympathisch. Wir gehen hinein, die asiatische Dame an der Kasse verspricht eine kurze Wartezeit, die Friseure in der Männerabteilung tragen sehr stylische Frisuren, gefällt mir, der Sohn hat keinen Blick dafür. Eine hübsche blonde Friseurin kommt freundlich auf uns zu und fragt wie sie schneiden soll. Natürlich, ganz Mutter übernehme ich die Führung.  Bitte kein Igelschnitt. Hinten kurz und vorne etwas länger. An der Aussprache scheine ich zu erkennen, dass die Dame aus Russland stammt. Sie schneidet und schneidet, die Frau versteht ihr Handwerk,  der Sohn faselt etwas von Igelschnitt und schon hat die Dame meine Anweisung vergessen. Waren die Haare vorne länger, werden sie nun von Schneidebewegung zu Schneidebewegung kürzer, der Sohn nimmt mehr und mehr den Ausdruck eines ukrainischen,  russischen Kämpfern an, kennt man aus dem Fernsehen. Neidisch schaue ich zu den stylische Frisuren, und dann zum Sohn.

P.s. Diese Post gehört zur neuen Form des banalen Schreiben, der AfD sei Dank.

Sonntag, 13. März 2016

Das Vorgestern im Heute

Heute, eine Beschreibung des Gestern in Beziehung zum Morgen. Der Augenblick ist, war und wird sein, eine allgemeine Informationen, die sich in der Regel innerhalb des Bewusstseins, in einer dunklen Ecke aufhält. Die gesellschaftlichen Ereignisse überschlagen sich, der Wunsch das Vorgestern im Heute wieder zu beleben, statt die Erinnerung in Erfahrung zu wandeln, bestimmt einen Teil der Gesellschaft, die es durch eine Politik der simplen Strukturen wieder beleben möchte. Die Sehnsucht nach einer überschaubaren, "gerechten" Welt bestimmen die Wünsche der Verunsicherten, die endlich ein Ventil in populistischen Parteien gefunden haben, um die Sprachlosigkeit aufzuheben. Je mehr Zulauf diese Parteien haben, um so größer die Euphorie endlich dass sagen zu können, was man schon immer dachte, aber sich nicht traute zu sagen.
Die Welt befindet sich in einem eklatanten Umbruch, den der Rückzug ins Vorgestern keine Alternative bietet. Die Qualität der Politik - wir wählen Vertreter, die im Sinne der Bürger Lösungen erarbeiten - scheitert dann und führt in Chaos, wenn die politischen Vertreter nicht mehr fähig sind diesem Anspruch genüge zu leisten. Das Grundgesetz, im Vorvorgestetn erarbeitet, auf Grundlage der negativen Erfahrungen der NS Zeit, bietet immer noch eine gute Richtschnur auch für die Zukunft.

Mittwoch, 9. März 2016

Die Absage der Wertegemeinschaft an das Miteinander

Wenn auch die Eintönigkeit eines Tages von mal  zu mal variiert,  bleibt die Tatsache bestehen, dass die Nachrichtenflut aus dem Flachbildschirm keinerlei Einfluss auf das körperliche Verhalten hat. Lediglich das Hirn genießt einen Schock nach dem anderen, der aus den Nachrichten heraus auf die Couch strömt. "The never ending story about the refugees." Was tun, wie ehrlich mit den Problemen umgehen?  Der Schock der Erkenntnis, dass es keine befriedigende Lösung auf der Basis einer Wertegemeimschaft geben wird, denn der große Ansturm der Schutzsuchenden, sei es auch aus wirtschaftlichen Gründen, spaltet die europäische Gesellschaft, die sich zuallererst national versteht. Was tun, der Widerspruch einerseits  mitmenschlich zu agieren und anderseits die eigene Interessen vor Überfremdung zu schützen tendiert mehr und mehr zur Abschottung und Ausgrenzung der Flüchtlinge. Viele Staaten fühlen sich überfordert, wollen sich nicht mit der Problematik, die durch muslimischer Zuwanderer (Salafisten) einher gehen könnte, auseinandersetzen. Die Wanderung in der globalen Weltgemeinschaft lässt sich nicht stoppen, es sei denn durch eine unüberwindbare Todes Mauer, ähnlich der ehemaligen DDR. Ein illusorischer Gedanke, der so nicht durchsetzbar sein wird. Was dann? Deals mit Diktaturen eingehen, die eindeutig die Menschenrechte missachten, um der vermeintlichen Flüchtlingsflut einzudämmen? Die EU sollte endlich ehrlich mit Zuwanderung umgehen. Es ist allemal besser genau festzulegen  wieviel Zuwachs verträglich ist, der von den Bürgern auch mitgetragen werden kann. Eine harte, unmenschliche Entscheidung, vor der sich manche Nation scheut. Aber ist die Abschiebung in eine ungewisse Zukunft in der Türkei humaner oder reine Selbsttäuschung nach dem Motto "Aus dem Augen, aus dem Sinn" oder "Nach uns die Sintflut".

Mittwoch, 17. Februar 2016

Das Leben im Normalen

Alles wie gehabt. Ein Zustand der nach Veränderung schreit, denn die Couch verführt zum permanenten Schlemmen, geht auf die Hüften. Vielleicht hebt erneutes Schoppen irgendwelche Gefühlsregungen, die der Euphorie der letzten Woche entsprechen. Setze meine einzige Minitätigkeit im Bus fort, schreibe kurz zwei Twitterkommentare zur aktuellen politschen Situation, Flüchtlinge und AfD.  Hebt nicht die Stimmung und die Zeilen bleiben so leer wie meine Stimmung. Moby Dick taucht hinten im Gedächtnis auf und ruft: "Hey, tu was, vollendet deine Texte, hast schließlich das Buch ausgelesen." Habe es nur zuende lesen können, weil die gute Laune mich antrieb und das Krankenhaus keine Ablenkung zuließ. Meine Meinung, die Euphorie hänge mit der OP zusammen, trifft laut Arztauskunft nicht zu, denn kein Mittelchen hält mehr als 7 Tage an. Gut, aber warum dann das abrupte Ende hätte doch ganz sanft auslaufen können. Stimmungen führen ein Eigenleben, vielleicht hilft Shoppen. Kaufe ein Paar Schuhe und eine kurze Jacke. Boah, sehe ich im Spiegel schlank, sehr gestreckt aus. Hebt gleich die Stimmung, kaufe noch eine dunkelblaue Bluse und alles nochmalst zu 50% vom reduzierten Preis. Die Taschen voll, in der U-Bahn sitzend, der Stimme aus dem Lautsprecher lauschend, macht sich eine gewisse Entspannung bemerkbar. Stelle fest, dass heute alle Töne der Umgebung besonders klar und deutlich zu hören sind und danke es meinen Hörhilfen. Streiche zärtlich über die Ohren, nur um festzustellen, dass keine Hörgeräte da sind. Made World nicht nur in der Politik, nein, auch vor dem kleinsten, banalen macht der Irrsinn nicht halt oder ist alles nur subjektive Wahrnehmung?

Dienstag, 16. Februar 2016

Die Gutmensch Attrappe

Wo fahren Sie,  wo fahren Sie?  Nirgends, nirgends, sie sind nur Attrappe. Bin ich auch eine Attrappe?  Bis Samstagmittag ging es mir unverschämt gut und dann, an der roten Fußgängerampel, von einem Augenblick zum nächsten, ging ein Ruck durch meinen Körper und Schwupps entfloh die Euphorie. Was war geschehen? Allergische Reaktion auf die Frühstückskiwi oder war meine Empfindung nicht mit der Rückgabe des Mantels und der Tasche einverstanden. Hallo, komm doch bitte zurück, habe gerade eine Rückerstattung erhalten und könnt noch viel mehr shoppen. Nichts, alles wie vor der Euphorie, so schrecklich normal, so langweilig. Schnell einige Kommentare Posten zu diesem und jenem, auch wenn ich nur die einzige bin die sie danach liest um mich zu vergewissern, dass ich keine Attrappe bin. Stopp, manchmal gibt es so etwas ähnliches wie Antworten, die im Grunde auch nur aus Selbstreflexion geschrieben wurden. Neulich antwortete ich auf so dumme, rechte Aussagen zu der Holocaust Überlebenden im Deutschen Reichstag. Es ist nicht meine Art, auf diesen Seiten etwas zu kommentieren, aber dass konnte ich so nicht stehen lassen und verteidigte diese mutige Frau, die sich positiv über Frau Merkels Flüchtlingsdilemma äußerte. Inbrunst verteidigte ich die Dame, die als Überlebendein nun so ein positives Bild von Deutschland hat. Es gab kein Shitstorm sondern nun blabla Rechtfertigungen der Generation Unschuldig. Dann der Kommentar eines Typen, der meinte mich Gegoogelt zu haben und nun feststellte. Ach, nur so eine Gutmensch Type. Gutmensch, das Unwort des Jahres 2015.

Freitag, 12. Februar 2016

Shoppen im Rausch der Krisen



 Es geht mir gut, zu gut. Ein teurer Umstand, denn dann wandle ich mich von einer Sehfrau in eine Kauffrau, die zur Schnäppchenjagd Tag für Tag durch die Stadt tigert. Warum tigert, ach ja, die Schuhe in Raubtieroptik. Schuhe über Schuhe pflastern meinen Weg, es gibt kein halten, die Kreditkarte hat das Bargeld abgelöst und somit die Kontrolle über die Finanzen. Mein ganzer Stolz ein schwarzer Pulli mit einem wundervoll gestickten Kopf eines lieben Bully.  Wie lange hat daran ein Mensch gearbeitet und nun hat der Pulli ganze 3€ gekostet. Ich trage ihn mit Würde in Gedanken an den armen Menschen, der für einen Hungerlohn daran gearbeitet hat. Der Hund erinnert mich an meinen Vater, der mir zu meiner Geburt einen Bully von Steiff geschenkt hatte, der einzige Hund, der mich auch heute noch begleitet. Ich mag den Pulli gar nicht mehr ausziehen, denn er unterstreicht mein unerwartetes Wohlbefinden, von dem ich nicht weiß woher es stammt, es ist einfach da und will nicht verschwinden, ein sehr teurer Zustand der Zufriedenheit in einer Welt des Umbruch, von dem Niemand weiß wie er sich entwickeln wird. Syrien,  der Nahe Osten, der am Boden liegt und den Westen allzu gerne mitreißen möchte. Lösungen sind nicht unmöglich, allein der Wille fehlt, denn ein jeder Glaubt an die Macht der Vorherrschaft, die nur im Untergang enden wird. Mir kam da ein Gedanke, im Kaufhaus, als ich mich zwischen diesem und jenem entscheiden wollte, obwohl ich Entscheidungen nicht leiden kann. Ein wenig gedankliche Ablenkung tat mir in dieser Situation gut, so zwischen den Schuhen. Warum wird Syrien nicht in Zonen aufgeteilt und unter Aufsicht der Alliierten gestellt. Russland und ihr geliebter Assad, USA und die gemäßigten Rebellen, Deutschland und die Kurden, mehr fiel mir nicht ein. Jede Gruppe verwaltet ein Gebiet, die Flüchtenden können sich die Zone aussuchen und alle gemeinsam bekämpfen den IS im Inneren wie im Äußeren. Nach den vielen Jahren des Übergangs kann sich der Staat neu erfinden. Die Kurden behalten ihre Autonomie und die Türkei lebt wieder in Frieden, die Touristen kehren zurück und mehren den Wohlstand. Friede, Freude, Eierkuchen, ich habe mich für die Pumps entschieden.

Freitag, 22. Januar 2016

Das Schwache in der Stärke


Durchhalten, nicht abweichen, denn die Meinung zu wandeln wird als Schwäche ausgelegt. Das gehört zum Werkzeug der Politik. Der Wähler, der mündige Bürger scheint wie der Politiker überfordert, nur dass die Politik bei ihren Mechanismen bleibt, während viele Bürger nach Ventilen suchen und die Sprachlosigkeit in Worte der Dumpfheit althergebrachter Vorurteile formulieren. Schnell finden sich Gleichgesinnte, eine Bewegung wird zur Partei und die Sprachlosigkeit wandelt sich zum Inhalt, dem es an allem fehlt, außer an Dummheit und grenzenlosem Hass. Eine Situation, die von Machtmenschen genutzt werden, die nichts zur Verbesserung der Gesellschaft beitragen wollen, denn sie streben an die Spitze der Macht und ihr Werkzeug ist die Manipulation. Die Mafia, ein weltumspannendens System unterschiedlicher Gruppen, hat viele Staaten unterwandert. Die Korruption zerstört, hemmt den allgemeinen Wohlstand der Menschen. Da wo sie sich  wie ein Krebsgeschwür ausgebreitet hat, sind sie nur schwer zu entfernen, gehören zum System dazu. Die Geschichte ist voll davon und trotzdem findet die Verbreitung immer wieder neue Wege, besonders in schwierigen Zeiten wie diesen. Da steht er nun, der mündige Bürger, eingeklemmt zwischen den verschiedenen Mächten der Politik, der Wirtschaft, der Kriminalität und und und. Da wo die Hilflosigkeit herrscht haben der Populismus Hochkonjunktur. Eine gesellschaftliche Krise in einem Land, dem es wirtschaftlich sehr gut geht  weckt in einer globalisierten Welt Begehrlichkeiten. Eine alte Erkenntnis, der man glaubt durch Abschottung begegnen zu können, statt in Gemeinsamkeit auf globaler Ebene zu handeln.

Freitag, 8. Januar 2016

Handlungsbedarf statt Phrasen bestimmen das Morgen

Die Aufregung groß, es waren auch Flüchtlinge unter den Tätern. Was nun? Es stellt sich die Frage warum es so und nicht anders geschah. Wurden sie von Kräften, wer auch immer ein Interesse daran hat, für diese Taten instrumentalisiert? Egal wie, der Staat muss seiner Pflicht zu handeln nachkommen,  markige Sprüche schaden dem Ansehen mehr, weil die Glaubwürdigkeit fehlt. Flüchtlinge, Asylsuchende haben einen Anspruch auf Schutz und diejenigen, die ihren Status für kriminelle Machenschaften mißbrauchen sollten ein konsequentes staatliches Handeln erfahren. Politik und Gesellschaft müssen sehr konkrete Antworten finden, denn sonst wird die Integration in einem nicht mehr steuerbaren Chaos enden. Packen wir es an und lassen die Phrasen dort, wo sie keinen Schaden anrichten. Schutzsuchende sind willkommen, aber es besteht Handlungsbedarf, den die Gesellschaft umsetzen kann.
Ups, ich sehe, habe mich auch nur in Phrasen ausgedrückt, verdammt noch mal, alles hat zwei Seiten und die Meinung dazwischen gequetscht. Ach, ja: wir werden die Probleme packen, gemeinsam gegen Rassismus, der nicht nur deutschen Ursprung hat.

Mittwoch, 6. Januar 2016

Willkommen im Jetzt

Willkommen im Jahr 2016, dem Jahr der Erkenntnisse, der Entscheidungen, der Veränderungen, dem Ende von Phrasen und dem Anfang, ob vom Ende oder von Zukunft, hängt, wie immer schon, von den Menschen ab. Die Krähe liegt in den letzten Zügen, eine Entscheidung für das Leben wurde ihr genommen, nun kann sie nur noch warten. Wir liegen nicht am Boden, aber wer die Zeichen der Zeit ignoriert......
Rechte Schläger haben ungeniert auf eine Linke eingestochen, 17x.  Junge Männer aus dem Nordafrikanischen Raum, so wird vermutet, verüben Straftaten und mehr, werden sie erwischt,  müssen sie wieder freigelassen werden, wenn sie einen Wohnsitz nachweisen können. Schon vor vielen Jahren wurde diese rechtliche Praxis kritisiert, weil sie für diese Straftäter ein falsches Signal senden. Die Ordnungsmacht wird verhönt und vor tätliche Übergriffen schrecken sie nicht zurück. Wir haben das im Griff? Wir schaffen das? Nur wenn wir wirklich handeln als Gemeinschaft, miteinander und nicht gegeneinander. Ach, klingt das gut, eine tolle Phrase. Die Polizeibeamten sind genau wie wir nur Menschen mit all unseren Schwächen. Für die Täter, egal ob Immigranten oder rechte Deutsche, erscheinen wir schwach. Eine gefährliche Lage, denn wenn der Staat nicht mehr stark Handlungsfähig den Bürger schützen kann, bedeutet es der Anfang vom Ende.
Nachtrag:
 Ein übereifriger Linker mit dem Hang zum Masochismus hat den Überfall erfunden.