Mittwoch, 25. Oktober 2017

Der freie Wille in der Gegenwart der Genügsamkeit






Eine Post, schreibe eine Post, flüstert das Gewissen. Warum, fragt der Verstand, der die Lust am Schreiben zu verlieren scheint, wäre da nicht das Gewissen, dass an die selbstauferlegte Pflicht erinnert täglich eine Post zu schreiben. Pah, erwidert der Verstand, bringt nichts ein. Wieso etwas einbringen, wenn's doch der Trägheit eine Form von Aktivität entgegensetzt. Ein Argument, ein Stimmungsaufheller an trüben, tristen Herbstagen, die mit Nebel und Regenschauern den Tag vor seiner Zeit verkürzt.
Die Welt quillt über an Nachrichten aus den Medien, die geradezu nach Weltuntergang lechzen, denn nichts reißt uns mehr vom Hocker, von der Couch. Nichts kann dem Sättigungsgefühl entgegengebracht werden ausser Fake News oder kleine individuelle Anekdoten, die je nach dem Wert des Aufregungsmodus etwas Abwechslung im alltäglichen Einerlei versprechen.
Worüber könnte ich da schreiben, kleine Enkelkinder fordern immer die volle Aufmerksamkeit der Erwachsenen, egal ob Oma, Omi, Mama, Papa, Erzieherinnen usw. Eine beliebte Frage von Erwachsenen lautet: von wem hat das Kind das nur? Es liebt lackierte Fingernägel, natürlich nur Lack für Kinder, der hat angeblich weniger Gift, obwohl diese kleinen Glitzerteilchen??? Weder Mama, Oma, Omi haben lackierte Nägel. Vielleicht die Erzieherinnen ? Nein, sagt das Kind und die Stimme und Mimik verändert sich leicht ins Genussvolle, die finden das widerlich. Widerlich? Das ist interpretierbar, vielleicht liegt es doch an den Genen, denn die beiden Uromas pflegten vor langer, langer Zeit ihre Nägel sorgsam mit Lack. Das Kind hat einen sehr ausgeprägten Willen, den es gerne lautstark schreiend unter Beweis stellt. Mit bewundernswerter Geduld reagieren die Eltern freundlich auf jede Regung, worauf das Kind mit noch größerer Wut reagiert. Von wem hat es das nur? Oma platzt der Kragen, mit Essen sollte man nicht spielen. Oma möchte nur friedlich Frühstücken, während Kind sich 7 Salamie Scheiben auf's Hörnchen legt, kleines Stück abbeißt, ausspuckt und am Liebsten alles auf den Boden werfen möchte. Mama kann das gerade noch verhindern, in dem sie flötet: Möchtest du ein Ei essen? Lautest Geschrei. Oma kann nicht mehr. Ebenfalls etwas lauter verweist sie auf den Hunger in der Welt. Viele, viele Kinder müssen hungern. Nun wird Mama etwas laut zur Oma. Kind darf selbst entscheiden ob und wann es essen will. Ooch keift Oma, von wem hat es das nur? Mama antwortet ruhig. Na von dir natürlich. Stimmt, könnte sein, denn dieses Eiapopei von Mama und Papa geht mir auch auf den Geist.

Dienstag, 10. Oktober 2017

Dialektik der Realität in der Fiction

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Heimat ein Begriff der lange Zeit negativ besetzt war und heute aktueller ist als er vielleicht je war. In Zeiten der Globalisierung wird die Heimat zu einem Anker der Identität. Was ist, wenn die Heimat nicht mehr existiert, dann wird sie zu einem Ort der Erinnerung. Die Heimat kann aber auch missbraucht werden, wenn die Angst vor Überfremdung das Handeln von Menschen bestimmt. Die einzige Wahrheit steht, dass nichts bleibt wie es einst war. Eine Erkenntnis die gerne verdrängt wird und die Erinnerung an Heimat glorifiziert. Ein Trugschluss, der zur subjektiven Wahrheit wird, die Geburtsstunde der Fake News. Alle mal angenehmer als eine Realität, die Lösungen für die Zukunft  verweigert. Doch der Mensch wäre nicht der Mensch, der zum Denken fähig ist. Ein Dilemma, denn ein Fünkchen  Zweifel, der nach Gewissheit schreit, meldet sich, staut sich an, entlädt sich in Wut und Aggression, die Eltern des Hasses. Diejenigen, die nach realistischen Lösungen streben, was fasst unmöglich erscheint, sehen sich nicht nur einer Wut der anderen, ausgesetzt, sondern erkennen einen Berg an Widrigkeiten, der abgebaut werden will. Um das Unmögliche zu bewältigen bedarf eines positiven Denkens, dass auf der negativen Wahrheit von Möglichkeiten aufbauen kann.

Aus der sehr fernen Vergangenheit der Menschheit legen Ausgrabungen Zeugnis ab vom Untergang der Hochkulturen rund herum des Planeten Erde. Die Schwierigkeit nach den Ursachen zu forschen liegt an nachweisbaren Fakten, die nur mit Hilfe kreativer Fantasie entschlüssel werden könnten, aber ohne realem Beweis immer in der Fiktion stecken bleiben.  Tatsache bleibt, dass es nachweisbare Klimaveränderungen gab, die zum Zusammenbruch der Kulturen führten, denn sie konnten sich wahrscheinlich nicht darauf einstellen, vielleicht war es auch der Wahn der Macht, der zu Kriegen führte oder die Unfähigkeit der Herrschenden Klassen auf Veränderungen mit Maßnahmen zu reagieren, die eine reale Zukunft für alle sicherten. Die Wut der einfachen Menschen, die den Untergang spürten und die Unfähigkeit der Herrschenden mit Wut und Aggression begegneten und so zum Sturz der Ordnung beitrugen, die den Zusammenbruch der Kulturen besiegelten. Vielleicht, vielleicht  sind sie alle zusammen möglich gewesen und haben den Untergang besiegelt.  Ähnlichkeiten zum Heute liegen auf der Hand. Die Entwicklung des Modernen Menschen umschließt bis jetzt nur einen kurzen Zeitraum. Die Entwicklung der technischen Möglichkeiten sind atemberaubend, aber merkwürdiger Weise ist der Mensch in seiner Art der menschlichen Problemlösung sehr,sehr viel langsamer in seiner Entwicklung. Sind wir unfähig eine Zukunft zu gestalten, weil die Bequemlichkeit, in der ersten Welt, am Festhalten des Gewohnten daran hindert? Vielleicht oder bestimmt, gab es in den Hochkulturen vor 3000 Jahren oder auch länger immer wieder Revolutionen, so wie wir sie aus der Vergangenheit kennen. Die Entwicklung von Waffen verringern heute die Möglichkeiten einer Revolution. Eine Bedrohung der Demokratie, die ihrem Ende entgegen sieht, falls die Menschen nicht gemeinsam nach Lösungen suchen, die allen mehr  zu gerechten Verteilung weltlichen Güter verhilft. Allerdings lässt das Ende der auszubeutenden Ressourcen nichts gutes für die Zukunft der Menschheit zu. Statt weitere technischen Fortschritte, die wichtig sind, sollten wir endlich aus der Vergangenheit lernen. Die Fähigkeiten sind uns gegeben, die Möglichkeiten liegen auf der Hand, setzen wir es um.
Ob es auch in den vergangenen Hochkulturen solche Gedanken gab?

Samstag, 7. Oktober 2017

Kleiner Orkanschaden



Mein Freund der kleine Baum, die amerikanische Zierkirsche, ist tot. Starb nicht im Abendrot, es war an einem Nachmittag, da viele große Bäume von den Boen des Orkan entwurzelt wurden. Der Stamm knickte ab, die Krone liegt nun längsseits meines Balkon. 17 Jahre schirmte das Bäumchen vor Blicken und Sonnenstrahlen . Im Frühjahr voller, weißer Blüten, kamen des Sommers die Vögel die kleinen Beeren naschen. Ab und an lugte ein Eichhörchen zu mir hinüber oder Tauben sondierten meinen Balkon zwecks Niederlassung zum Brüten.
Nun hab ich freie Sicht, das Zimmer mehr Licht und die Balkonpflanzen werden nächstes Frühjahr mehr Sonne abbekommen. Wehmütig schaue ich auf das Bäumchen, das mehr ein großer Strauch, bestehend aus zwei Stämmen, war. Erst jetzt wird mir bewusst, das kaum Vögel dieses Jahr zu sehen waren, ausgenommen die lärmenden Krähen. Hat der Baum überhaupt geblüht? Die Blätter sehen nicht nach Herbst aus, eher blass und krank. Die abgeknickten Stämme von innen bräunlich verfärbt. Alles ist vergänglich, nichts bleibt wie es einmal war, ein zurück in die Vergangenheit wird es, so wie es war, nicht mehr geben. Vielleicht drückt die Natur mit ihren immer bestialischen Gewalttaten den Reset Knopf. Alles auf Anfang, um sich dann erneut zu entwickeln, ob der Mensch dann noch eine Chance zu existieren hat?
Der Orkan hat 7 Menschen das Leben gekostet, wenig im Vergleich zu der Vielzahl an Opfern, die ein Mensch mit den entsprechenden Waffen auslöschen kann. In den USA haben die Menschen einen Präsidenten gewählt, der in seiner Fehlbarkeit zum unfreiwilligen Helfer der Natur werden könnte, weil er immer wieder genüsslich mit dem Reset Knopf spielt. Er ist das trojanische Pferd einer großen Interessengruppe, die glaubt mit ihren Mitteln die Macht der Herrschaft festigen zu können, um doch nur zum Handlanger einer Natur zu werden, die ihren Untergang besiegeln wird. Wie heißt der Spruch: Nach mir die Sintflut. Finanzieller Reichtum kann nur dann seine Möglichkeiten entfalten, wenn es einen Gegewert gibt. Um das zu erkennen braucht es eine Weitsicht, die leider von der Gier vernebelt wird.

Sonntag, 3. September 2017

Haben oder nicht haben. Gedanken nach dem Herbstputz



Zu viel von Allem, viel zu viel Kram. Dinge, die im Keller abgelegt auf Beachtung warteten. Eine Beachtung, die beinah täglich mit kurzem Blick beim Herausholen des Fahrrades stattfand und mit "Später" vertröstet wurde. So verging die Zeit, Jahr für Jahr sammelten sich die Jahrzehnte, während das Alter nach Veränderung verlangte, trotzten die Dinge dem Alterungsprozess, denn sie lagerten, wie ich glaubte, trocken und vor Motten geschützt in Kisten. Bis zum Sommer 2017 da das Wetter auch in unseren Breitengraden extremer wurde. Klimawandel, der von einigen Mächtigen geleugnet wird, weil er nicht in das Konzept der finanziellen Ausbeutung von Ressourcen passt, bescherte uns extremen Starkregen, den es so nur in anderen Regionen der Welt zu geben schien. Die Globalisierung hat nicht nur zur Wanderung von Menschen und Tieren geführt, sie hat auch die mit der globale Erwärmung einhergehenden extremen Wetterverhältnisse in gemäßigte Zonen gebracht.
Die Schäden im feuchten Keller sind gering im Verhältnis zu den Überschwemmungen andernorts. Trotzdem, für den Schimmelpilz gerät jede Feuchtigkeit zu einem Fest der explosionsartigen Vermehrung. Der eilig herbeigerufene Hausmeister winkte nur ab: Feuchtigkeitsschimmel, der verschwindet mit der Trockenheit. Das Klima wird noch eine  Weile mit viel Regen reagieren. Es wird dauern bis seine Tränen von der Sonne ausgetrocknet sind, um die Welt dann mit Wüsten zu überziehen. Nun, meine Vorliebe für Science-Fiction wird durch solche Gedanken beflügelt, bevor der nüchterne Verstand die Oberhand gewinnt. Die Dinge müssen aus dem Keller bevor der Feuchtigkeitsschimmel zu ihnen durchdringt. Der Gedanke an Ebay Kleinanzeigen leuchtete aus der Dunkelheit der Apathie und verwandelte sie flugs in Arbeitswut. Hab ja sonst nichts zu tun beruhigte ich den schmerzenden Rücken oder sind es die Bandscheiben? "Wat mutt dat mutt". Kisten sortieren, die guten ins Töpfchen die anderen in den Müllsack. Stufe für Stufe die guten Dinge in die Wohnung schaffen. Die Müllsäcke hinaus zum Müllplatz schleppen und sich dabei über die Müllcontainer freuen, die so einiges schlucken. Panik macht sich angesichts des Chaos in der Wohnung bereit. Kaum Platz zum Atmen, zuviel von allem und dazwischen die künstlerischen Arbeiten. Entweder alles kurz und klein hauen und entsorgen oder im Sozialkaufhaus abladen. Weder habe ich einen Transporter noch eine Kettensäge. Das Kaufhaus holt auch ab, wie mir eine Nachbarin im Keller erzählte, die davon Gebrauch machte. Es ist schwer sich von den Dingen zu trennen, bin ich deshalb ein Messi? "Wat mutt dat mutt" Allein der Gedanke ein paar Euro mit den Sachen zu verdienen beflügelt das Hirn. Mit dem Smartphone die Dinge fotografiert, wieder in Kisten gepackt und in den nun etwas trockenen Keller zurückgebracht, der zwischenzeitlich von einer Trockenfirma bearbeitet wurde.- Ein Hoch auf die Wohnungsbaugesellschaft, sie tut etwas für ihre Mieter. - Viele, viele Fotos, die die Speicherkapazität belasten, verlangten nach dem nächsten Schritt, die Veröffentlichung. Meine Güte welch ein Aufwand, aber die Dinge werden dann von der Haustür aus verkauft, beruhigte ich mich, ohne einen Gedanken daran zu verschwenden,  dass es Überrigonal geschaltet wurde. Die Anfragen nach einem Versand kamen, den ich anfangs ablehnte, bis mir dämmerte, dass es Anfragen aus anderen Bundesländer waren. Nee, nicht, bin doch nicht Amazon, allein der Gedanke des öfteren zur Bank zu gehen - Online-Banking is nich- und je nach Eingang in einer langen Schlange vor dem Postschalter zu stehen, wie mühsam, der Verdienst weit unter dem Mindeslohn. Apropo Verdienst,  meine Oma pflegte zu sagen: Wer den Penny nicht ehrt ist des Tales nicht wert. Mein Gewissen verstärkte den Einfluss auf den Verstand. Deine Kunst will keiner,  aber mit dem alten Zeug kannste paar Euro verdienen. Haste ja Zeit, die Couch läuft dir nicht weg. Time is Money. Vom Tellerwäscher zum Millionär.
Es gibt bei Amazon Tipps die Versandkosten zu vermeiden, stehe ich auch drauf, aber nicht bei meinen Dingen. Eine Frau wollte den Rucksack für 10€ und 2,60€ für das Porto eines Maxbriefumschlags. Gut, nehme ich 5 € für den Versand, muss ja auch erst einen riesigen Umschlag besorgen. Die Dame war zuerst einverstanden,  bis ihr, nach einigem Hin und Her an Nachrichten, einfiel, dass das Porto nur 2,60€ kostet 5 war ihr zu viel. Bin kein Versandhandel und will es nicht werden, der Deal kam nicht zustande. Dafür war ein Mann aus Bayern so generös statt 10€ für die alte Waage 30€ + Versandkosten zu zahlen. Gibt noch nette Leute, die einer armen Frau unter die Arme greifen. Dann gibt's welche,  die wollen am nächsten Tag vorbeikommen, aber dann nicht kommen, obwohl ich andere Interessenten dafür abgesagt habe. Verkaufen kann ja sooo anstrengend sein, das alles für ein paar Euro. Will eigentlich kein Lehrgeld für Erfahrungen bezahlen, aber dann der Hammer. Die alte Kinderleier von Auris lag 30 Jahre im Keller, selbst das Enkelkind wollte sie nicht. Hab sie für 18€ angeboten und sofort verkauft. Wurde etwas stutzig weil die Alleinerziehende Dame mit 7 Pflegekinder nach einer Versicherung für das Paket verlangte. Nach verspäteter Recherche im Internet kostet eine Neue 199€. Das Verkaufen ist ein hartes Geschäft und nur etwas für Schlitzohren, trotzdem, beruhigte ich mich, besser solche Erlebnisse als die Langeweile vor dem Flachbildschirm auf der Couch.  Habe endlich etwas  zu erzählen, die Aufregungen über die politische Weltlage ist nix dagegen.


Dienstag, 21. März 2017

#WorldPoetryDay Frühlingsgefühle



Frühling oh Frühling, du Zeitenwende, Beginn einer sich jährlich wiederholenden Anfangszeit vom Aufbruch der Natur. Auf meinem Balkon strecken sich erste grüne Knospen dem Licht entgegen. Froh den Nachtfrösten entkommen zu sein, fallten sich kleine Blätter heraus, in der Hoffnung auf überleben im ständigen auf und ab der Temperaturen. Scheint dann die Sonne, lacht das Gemüt und streckt freudig das Gesicht der Wärme entgegen.

Der Blick durchs Fenster wird vom Schmutz getrübt. Frühling, forderst du nun die Sauberkeit ein? Voller Tatendrang ruft das Gewissen die Putzzeit aus, doch bremst die Müdigkeit jegliche Lust zum Aufbruch aus und wandelt alles in winterliche Trägheit um.

Keiner Beitrag zum #WorldPoetryDay


Samstag, 18. März 2017

Schwarz auf Weiß



Das weiße Blatt fördert keine Ideen, das Schreiben ohne schwarze Buchstaben bleibt leer. Je nach geistiger Verfassung entstehen Gedanken auf dem virtuellen Papier. Könnten auch weiße Buchstaben auf schwarzem Hintergrund sein. Alles und nichts ist wie immer möglich. Ein gutes Gefühl Herrscherin über das getippte Wort zu sein. Eine Manipulationen von außen ist in dieser Situation nicht möglich, es sei denn, eine geheime Macht nimmt Einfluss auf den Geist, trübt meine Wahrnehmung, indem die automatische Worterkennung vorab meine Wortwahl bestimmt. Wer bestimmt die Inhalte dessen, was sich als Text aus meiner Gedankenwelt ergibt? Die Auswahl des täglichen Medienfluss aus dem Internet, von Algorithmen für meinen persönlichen Bedarf errechnet und zusammengestellt. Vielleicht, aber so wie die Werbung keinen Einfluss auf mein Kaufverhalten hat, da eine Schnäppchenjägerin sich auf die Pirsch in den analogen Ort begibt, hat der Einfluss der Nachrichtenflut nur bedingten Zugang zu den Nervenzellen, die das Gemüt in Aufregung versetzt. Die ständige Wiederholung bestimmter Ereignisse, die Wahl zwischen Fakten und Fakes, lässt die Emotionen zu kleinen, harten Knötchen verkrüppeln. Das Aussen verliert mehr und mehr die Aufmerksamkeit des Innen, dass im digitalen Spiel oder in den sozialen Plattformen seinen Mittelpunkt findet. Eine virtuelle Wirklichkeit schluckt das Aussen, dessen Bedeutung nur noch in der Abeitswelt und in der alltäglichen Lebenserhaltung wahrgenommen wird.
So könnte es sein, wenn es nicht meine subjekive Wahrnehmung von der Couch aus wäre. Worüber lohnt es sich nun zu posten, wo doch alles schon gesagt, geschrieben wurde? Da gibt es nur eine Möglichkeit,  aufstehen und das Aussen mit wachem Verstand erkunden. Welch eine banale Erkenntnis aus der Wiederholungsschleife.

Freitag, 10. März 2017

Die digitale Fakten Blase


In Blasen lebend und dank der Digitalisierung für jedermann, der es darauf anlegt und über das notwendige Know-how verfügt, jederzeit sichtbar zu sein, verliert das Individuum seine Intimität. Es ist eine stetige Auseinandersetzung, die mit dem vermeintlichen Schutz der Privatsphäre kämpft und doch verliert, denn absolute Sicherheit gibt es nirgendwo, weder im digitalen Netz noch im Alltagsleben. Trotzdem darf man nicht aufgeben, siehe den Verbot der sprechenden Puppe, deren Kamera via Wlan vernetzt ist und nun auch das Smartphone, der Fernseher usw. Gut, mein Fernseher verfügt über keine Kamera, aber der Computer. Was fange ich mit dieser Erkenntnis an? Nichts, denn wer sollte mich auf dem "Schirm" haben, außer vielleicht irgendein Spanner, aber der wird bei der riesigen Auswahl an interessanteren Objekten wenig Interesse haben. Also bleibt im täglichen, digitalen Umgang, alles beim Alten. Beim Diebstahl von Identitäten, um damit kriminelle Taten zu vollbringen, kann man sich nur der Hoffnung hingeben, ähnlich wie beim Lottospiel, niemals gezogen zu werden, die Auswahl ist einfach zu groß.

Große Aufregung, die digitalen Machenschaften der CIA aufgedeckt, Big Brother is watching us. Gefährdet dieses Wissen die Sicherheit. Wessen Sicherheit? Habe nicht verstanden warum die mediale Aufregung um sich greift. Gut, Wissen kann Macht, Machtmissbrauch bedeuten, aber diese Tatsachen sind so alt wie die Menscheit. Liegt es an der ungeheuerlichen Vielfalt der Möglichkeiten, das immense globale Wissen, dass durch Algorithmen gefiltert, gespeichert, geordnet usw. werden kann. Unsere digitale Abhängigkeit umfasst große Bereiche des Alltag, es macht uns verletzlicher, abhängiger. Der Preis der Bequemlichkeit, der Komfortausstattung, die unsere hohen Ansprüche an das Leben stellen. Das Analoge verschwindet nach und nach, die sozialen Kontakte finden mehr und mehr im Netz, verbunden durch Tablets und Smartphone, statt. Schöne neue Welt, die sich nicht mehr um Umweltprobleme schert und damit den Bezug zur realen Welt verliert. Ob Fake News, alternative Fakten oder reale Fakten, gleichberechtigt stehen sie in der digitalen Welt nebeneinander.

Freitag, 3. März 2017

Die Realität im Verhältnis zu den Möglichkeiten




Ich hinke mit meinem Anpruch, möglichst täglich zu posten, hinterher. Das Schreiben verliert seine Bedeutung, der Alltag gewinnt in seiner Belanglosigkeit die Oberhand, obwohl die Nachrichtenflut den Emotionen aggressiven Stoff gibt. Die Agression findet im exzessiven Stricken ein kleines Ventil. Eigentlich sehr ärgerlich, sechs Strickjacken in wenigen Wochen. Sechs Bilder oder sechs Kurzgeschichten wären eine viel effektivere Beschäftigung gewesen, zum einem Raumsparend, die Jacken verstopfen den Schrank, Geschichten verbrauchen nur wenig Speicherplatz auf der Festplatte. Zeichnungen können ein Heft füllen. Meine Liebe zu großen Bildern,  findet nur in Gedanken eine Erfüllung, denn in der Realität gibt es keinerlei Platz. Große Bilder hängen in meinem imaginären Atelier, dort arbeite ich an sechs Bildern gleichzeitig. Der Boden, meine Kleidung, die Schuhe, der Tisch, die Staffelei sind mit Farben bekleckert. Breite Piselstriche, schnell und intensiv, mal Gelb,mal Blau, dann wieder Rottöne., Schwarz und Grautöne wechseln zwischen hell und dunkel. Hände greifen in ein Nichts, während Gesichter sich nach unerreicbaren Möglichkeiten verzehren.
Werde morgen am Sketchbook weiterarbeiten, der Illustrationen des Blog "Summertime Blues ", die Texte auf Papier gedruckt, kleben nun auf den einzelnen Seiten im Sketchbook und warten auf Illustration. Diese Arbeit verlangt Konzentration auf den Inhalt und die Umsetzung ins Bild. Was hat mich bisher davon abgehalten weiter daran zu arbeiten? Da gibt es nur eins, die unsägliche Nachrichtenflut über die politischen Verhältnisse in der Welt. Immer wieder Donald Trump und seine Anhänger, die, so scheint es, abgöttisch an seinen wulstigen Lippen hängen. Die Bedeutung von Wahrheit wird der eigenen Wahrnehmung untergeordnet.  Alternative Fakten,  Fake News verdrängen Ratlosigkeit, geben Hoffnung und Sinn. Ich habe mich mein Leben lang gefragt, warum Hitler so geliebt wurde, langsam dämmert es, die Menschen lieben Illusionen, wollen Alternative Fakten, wollen in ihrer Wahrnehmung von "Größe" z.B. Make America great. Der Populismus gewinnt an Zuspruch, die Dummheit siegt über Vernunft. Monentan erregen die politischen Machthaber der Türkei, ein wunderschönes Land,  mit ihren spätpubertären Gehabe von Größe,  die, die Menschen nach ihren Vorstellungen formen wollen. Machtgelüste dieser Art bringen ein Land nicht in eine bessere Zukunft, sondern zerstören es im Rausch der Korruption. Die Lüge wird zur Wahrheit und dient der Machterhaltung. Die Anhänger lieben es, sehen es als ihre Form von Demokratie. Logik hat nur in der Mathematik eine Form von Größe. Menschliche Logik unterliegt der Interprätation. Geschichte, so scheint es, wiederholt sich, es liegt an uns dies zu verhindern.
Bei all diesen Gedanken scheint stricken ein Ventil für die eigene Unfähigkeit zu sein. Morgen sonnt sich meine Umgebung in der Frühlingssonne, dann scheint alles in einem anderen Licht meiner Wahrnehmung.

Sonntag, 5. Februar 2017

Taumeln durch die Zeit der Gegenwart



Das neue Jahr fängt da an wo das alte Jahr aufgehört hat. Ein Kommen und Gehen Jahr für Jahr. Diese Erkenntnis ist so alt wie die Wahrnehmung der Zeit. Eine Post ist eine Post, der Unterschied liegt in den Inhalten, die Jahre ähneln sich, sind aber niemals gleich, obwohl der Eindruck von menschlichen Verhaltensweisen sich im Kreislauf drehen. Geschichte wiederholt sich solange die Menscheit nicht aus ihren Fehlern lernt.
Schreiben! Der Geist ist müde vom lesen der Hiobsbotschaften. Schreiben! Gut, gut, heute, das Jahr zählt schon 36 Tage, na und. Worüber, oh?? Überall im Netz - nicht draußen auf der Straße - eine sich überschlagende Hysterie. Die Couch, mein heimeliger Ort, gibt die Geborgenheit, die mir ermöglicht alles mit Gleichmut zu betrachten - was sollst- die Hände mit stricken beschäftigt, die Augen gierig nach Filmen im Fernsehen. Wiederholung, Wiederholung, dass macht aggressiv, gut gegen depressive Tendenzen, leider nur kurzfristig.  Dagegen hilft shoppen und anschließend ins Kino. Alle redn von Lalaland, 13 Oskar Nominierungen . Schnell noch einen Rucksack für die neuen Trekking Schuhe und ab ins Kino, romantischen Gefühlen hingeben. Seufzt,  die Liebe, hmmm. Neben mir ein unentwegt knutschendes Paar, vor mir zwei Internetsüchtige aufs Smartphone starrend, statt auf den Film. Meine typische Bewegung ist  auf die Uhr starrend. Wann ist es vorbei? Ein Groll steigt aus den Tiefen der Gefühle, wandelt sich in unbändige Wut. Versteh ich nicht. Hätte doch auf meine innere Stimme hören sollen, die mir zu schrie, während ich in der Schlange vor der Kasse stand und auf dem Bildschirm darüber alle Titel der Kinoprogramme flimmerten: "Nimm Manchester by the Sea " ! Lalaland der Gipfel er Tränen für alle Taschentücher. Dieser Eisschrank der Gefühle im Retro Look. So ein blöder Fim! Woher nur diese Aggression ? Dass liegt eindeutig am neuen US Präsidenten und seinem unsäglichen Team der Alternativen Fakten.