Mittwoch, 17. Februar 2016

Das Leben im Normalen

Alles wie gehabt. Ein Zustand der nach Veränderung schreit, denn die Couch verführt zum permanenten Schlemmen, geht auf die Hüften. Vielleicht hebt erneutes Schoppen irgendwelche Gefühlsregungen, die der Euphorie der letzten Woche entsprechen. Setze meine einzige Minitätigkeit im Bus fort, schreibe kurz zwei Twitterkommentare zur aktuellen politschen Situation, Flüchtlinge und AfD.  Hebt nicht die Stimmung und die Zeilen bleiben so leer wie meine Stimmung. Moby Dick taucht hinten im Gedächtnis auf und ruft: "Hey, tu was, vollendet deine Texte, hast schließlich das Buch ausgelesen." Habe es nur zuende lesen können, weil die gute Laune mich antrieb und das Krankenhaus keine Ablenkung zuließ. Meine Meinung, die Euphorie hänge mit der OP zusammen, trifft laut Arztauskunft nicht zu, denn kein Mittelchen hält mehr als 7 Tage an. Gut, aber warum dann das abrupte Ende hätte doch ganz sanft auslaufen können. Stimmungen führen ein Eigenleben, vielleicht hilft Shoppen. Kaufe ein Paar Schuhe und eine kurze Jacke. Boah, sehe ich im Spiegel schlank, sehr gestreckt aus. Hebt gleich die Stimmung, kaufe noch eine dunkelblaue Bluse und alles nochmalst zu 50% vom reduzierten Preis. Die Taschen voll, in der U-Bahn sitzend, der Stimme aus dem Lautsprecher lauschend, macht sich eine gewisse Entspannung bemerkbar. Stelle fest, dass heute alle Töne der Umgebung besonders klar und deutlich zu hören sind und danke es meinen Hörhilfen. Streiche zärtlich über die Ohren, nur um festzustellen, dass keine Hörgeräte da sind. Made World nicht nur in der Politik, nein, auch vor dem kleinsten, banalen macht der Irrsinn nicht halt oder ist alles nur subjektive Wahrnehmung?

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