Samstag, 19. März 2016

Kein Igelschnitt, ein Igelschnitt

Als weibliches Multitalent fällt das Haarschneiden zu den leichteren Fähigkeiten, allerdings wird sie vom Sohn mit einer gewissen Argwohn betrachtet. Als verständnisvolle Mutter akzeptiere ich dies mit gelassener Toleranz. Die Suche nach einem geeigneten Friseur gestaltet sich nicht so einfach, denn nichts hasst der Sohn mehr als Schlangestehen oder lange Wartezeiten. Samstags scheint fasst überall Haarschneidetag zu sein, eigentlich kein Tag für spontan Entschlüsse. Die letzte Chance am Ende der Straße, der letzte Laden, links Nailstudio, rechts Friseur. Das Personal international, sehr sympathisch. Wir gehen hinein, die asiatische Dame an der Kasse verspricht eine kurze Wartezeit, die Friseure in der Männerabteilung tragen sehr stylische Frisuren, gefällt mir, der Sohn hat keinen Blick dafür. Eine hübsche blonde Friseurin kommt freundlich auf uns zu und fragt wie sie schneiden soll. Natürlich, ganz Mutter übernehme ich die Führung.  Bitte kein Igelschnitt. Hinten kurz und vorne etwas länger. An der Aussprache scheine ich zu erkennen, dass die Dame aus Russland stammt. Sie schneidet und schneidet, die Frau versteht ihr Handwerk,  der Sohn faselt etwas von Igelschnitt und schon hat die Dame meine Anweisung vergessen. Waren die Haare vorne länger, werden sie nun von Schneidebewegung zu Schneidebewegung kürzer, der Sohn nimmt mehr und mehr den Ausdruck eines ukrainischen,  russischen Kämpfern an, kennt man aus dem Fernsehen. Neidisch schaue ich zu den stylische Frisuren, und dann zum Sohn.

P.s. Diese Post gehört zur neuen Form des banalen Schreiben, der AfD sei Dank.

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