Die Nacht war kurz, für einen Augenblick mit Angst belegt. Es war die Zeit, da die Uhr zurückgestellt, als ein kurzer, schwacher Klingelton, begleitet von hämmernden Geräuschen, meinen leichten Schlaf störte. Es hörte nicht auf, Schläge auf das Metall der Briefschlitze, die neben der Haustür im Mauerwerk eingelassen, dröhnten bis in meine Wohnung. Mein erster Gedanke ein Betrunkener entlädt dort seine Wut, doch dann wurden die Schläge heftiger. Es klang jetzt nach dumpfen wuchtigen Boxschlägen auf etwas Weichem. Kein menschlicher Laut war zu hören nur das rhythmische Schlagen. Was tun, mich bemerkbar machen, hinaus gehen, ein Fenster öffnen oder doch die Polizei verständigen. Halloween ist doch erst Morgen, vielleicht ein gruseliger Clown? Die Schläge hörten nicht auf. Vor Schreck die laute Klospülung gedrückt, schlagartig wurde es still, nichts mehr zu hören. Habe ich nur schlecht geträumt? Nein, kleine Blutspuren am Metall kleben am Metall und im Hausflur dicke Blutspuren auf dem Boden, hat wohl einen Nachbar getroffen. Es ist mir kein Trost, zu wissen, dass ich im sozialen Brennpunkt lebe, obwohl es eigentlich sehr ruhig und bürgerlich zu geht.
Der grusel Effekt wird dann authentisch, wenn es direkt geschieht. Morgen, wenn Halloween vor der Tür steht, dann werde ich dort sein, wo man aus realen Leichen Plastinate gefertigt hat. Nicht freiwillig, sondern aus Freundschaft zu Nancy Torres, die dort im Foyer des "Menschen Museum" ihre Ausstellung "Mumienglanz" zeigt. Die nächste Post wird davon handeln.

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