Heute, an Allerheiligen, fand die Eröffnung der Ausstellung Mumienglanz im Foyer des Menschen Museums unterm Fernsehturm am Alexander Platz statt. Im Vorfeld hieß es, keine Vernissage nur eine Pressekonferenz. Verwundert über die Einladung einer Presseagentur als Journalistin daran teilzunehmen, lieferte der Initiator, der Mann der Künstlerin die Erklärung, Herr Jacobs wollte mir einen gefallen erweisen. Geschmeichelt um nicht zu sagen gerührt über so viel Freundlichkeit, überlegte ich angestrengt, denn lügen um teilzunehmen war ausgeschlossen. Was tun? Wer bin ich eigentlich? Faktisch eine arbeitsuchende Rentner Hausfrau mit der Ambition zum Schreiben und dem Traum vom Ruhm (Was wäre ich ohne meine Träume, ein Nobody). Von der Ausbildung her eine bildende Künstlerin mit Hochschulabschluss an der Hochschule für bildende Kunst zu Berlin. Klingt wahnsinnig wichtig ist leider ohne nennenswerte berufliche Bedeutung. In der Annahme, nur mit Anmeldung teilnehmen zu dürfen, schien eine Lösung unmöglich. Aber was ist das hier? Eine Post für meinen Blog Bloggerin, schließlich gibt es ja auch bekannte Blogger. Die Zusage via E-Mail erfolgte so schnell, wie die Antwort: Sie sind schon bei uns eingetragen. Im Nachhinein hätte ich mir das alles ersparen können, denn ein jeder durfte hinein oder hinaus oder durch die Ausstellung hindurch zum Ausgang Fernsehturm.
Die Künstlerin der Mumien, Nancy Torres lebt seit langer Zeit in Berlin,. Allein aus Kuba in die DDR kommend, boxte sie sich hartnäckig durch, lernte ohne Schulung die Sprache, studierte in Ostberlin und wurde erfolgreiche Bühnenbildnerin. Nach der Wende stellte sich die Frage nach der Identität, nach den Wurzeln. Die Großmutter Nachfahrin afrikanischer Sklaven, der Großvater ein Chinese, wuchs Nancy Torres in Kuba auf. - Als Baby soll sie wohl bei Fidel Castro auf dem Schoss gesessen haben, wie ein alter Freund erwähnte.- In der künstlerische Umsetzung der Identitäten, afrikanisch, asiatisch und lateinamerikanisch, entstanden parallel afrikanische Objekte und Materialbilder, sowie asiatische Papierarbeiten. Bei der Suche nach den indigenen Wurzeln übte die Kultur der Inkas eine große Anziehungskraft auf sie aus. Insbesondere der Totenkults, die Mumien und dessen Zerstörung durch die Spanier faszinierten, denn die Umsetzung in künstlerische Objekte kam ihrer Neigung mit Altmaterial zu arbeiten sehr entgegen.
Seit 20 Jahren kennen wir uns,eine lange, lange Zeit, in der ich die Entwicklung der Mumien hautnah miterlebte und heute, an den Wanderausstellungen durch die Welt, mal nah und fern, anteil nehme. Ich hoffe, dass noch viele Menschen von den Objekten berührt werden, denn sie sprechen durch ihre"Lebendigkeit" das Publikum an.


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