Montag, 8. September 2014

Gedanken zum Montag

Wahnsinn, diese neuen Riesen Flachbildschirme. Oh, ich möchte gerne einen haben, leider viel zu teuer. Stelle mir vor er nimmt die ganze Wand ein, so dass ich in den gestochen scharfen Bilder eintauche, verschwinde, mit der digitalen Welt eins werde. Das ist Zukunft, Matrix Reloaded, unser aller Leben, unsere Kultur gespeichert in der virtuellen Welt. Praktisch, keine Krankheit, die Schmerzen verursacht, keine Nahrung die Dick und Krank macht, ein endlose Virtuelle Existenz ohne Kriminalität ohne Krieg ohne Liebe. Endlich, die schöne, heile Welt, die absolute Langeweile des digitalen Seins, dem nur der Zahn der Zeit ein Ende setzt, da der Mensch verschwunden ist. Nein, nein, die Reparatur wird von Maschinen geleistet, einer Unendlichkeit steht wenig entgegen, bis die Energie der Sonne erloschen oder irgendwelche Kometen der Erde das endgültige Aus bescheren. Schöne Bescherung, täglich grüßt das Weihnachtsfest für diejenigen, die es feiern wollen. Ach, was schreib ich da für einen Quatsch, um der Langeweile zu entfliehen werden die entsprechenden Konflikte von den selbständig agierenden Computer programmiert, siehe Matrix. Stanislaus Lem hat es schon vor Jahrzehnten beschrieben. Was fange ich nur mit diesem Wissen an, das letztlich kein Wissen ist, nur Vermutungen einer ausgeleerten Fantasie, die im Stumpfsinn ihre Berufung gefunden hat.
Die Sonne scheint, Zeit hinauszugehen und der Realität ins Auge schauen, bisschen staubige Luft schnuppern,  das Glück suchen in der großen, weiten Warenwelt. Shopping, Shopping, Shopping....Wir haben Monatsanfang, es ist mal wieder Montag, oh Graus, bald geht mir das Geld wieder aus. Dem Leben bleibt fasst nichts erspart, glücklich sind die, die in den Shoppingcenter ihre Bestimmung finden. Wenn wir etwas im Überfluss haben, dann sind es die unzähligen Kauftempel, egal wo, überall auf der Welt das gleiche Angebot. Schöne neue Welt, zwischen Flachbildschirm und Einkaufszentrum pendeln diejenigen, die es sich leisten können. Oh, was für ein unbeschreibliches Glücksgefühl, am Monatsanfang gehöre ich dazu. Lächelnd geht die Welt zugrunde, verschwindet vertrauensvoll im World Wide Web. Das Leben ist ja so schön, mein Glück so unbeschreiblich reich wie das Warenangebot eintönig ist.

Schlechtes Deutsch, ständig drängt das IST vor. Die Stille der Sprachlosigkeit gipfelt im Kaufrausch der Gedankenlosen. Diese Sätze, geboren aus der Langweile eines ereignislosen Lebens, sind inhaltslos. Auf Los geht's los, immerhin die Freiheit der Entscheidungslosen. Freiheit der Traum aller Looser, die im Konsumieren die eigene Unfähigkeit mit Schweigen überdecken. Oh, das könnte ich unendlich weiter spinnen, schreiben, labern, immer so weiter, aus purer Langweile, hat etwas von Entspannungsyoga. Eine Geschäftsidee? Ach, lieber nicht, obwohl der Krimi im Fernsehen bringt es auch nicht. Lesen? Moby Dick lesen, in dreifacher Ausführung, parallel die englische Ausgabe, die Übersetzungen von Matthias Jendis und Friedhelm Rathjen. Mammut Aufgaben werden am Besten verschoben, viel zu anstrengend, obwohl der Vergleich interessant scheint. Nein lieber später, irgendwann oder garnicht. Langeweile hat etwas von Gemütlichkeit, einfach in die Decke auf der Couch kuscheln und vor dem Flachbildschirm dösen, vielleicht von einer Weltreise zu zweit träumen. Ach, Müßiggang hat etwas angenehm langweiliges



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