Donnerstag, 11. September 2014
9/11
Nichts ist so öde wie nichts zu erleben. Bin durch die Stadt gefahren, mit der S-Bahn und Tram, hin und zurück. Musik im Ohr und die Biografie über Melville auf dem Schoß. In den Augenblicken während der Fahrt in der Masse der Fahrgäste, gibt es keine Ablenkung vom Lesen. Gut fürs Hirn, es frißt sich durch den Text, Seite für Seite. die Freude ist groß, die Mitte des Buches nicht mehr weit. Natürlich, es geht um den Inhalt nicht um den Marathon der Seitenbewältigung. Zuhause angekommen ruht das Buch in der Tasche, die Couch ist zu verführerisch um darauf zu lesen. Die bewegten Bilder, das Geplappere der Fernsehsendungen sind so herrlich einlullend, die Augenlider fallen langsam, ganz langsam im Singsang des Geplapper zu. Der Mittagsschlaf zieht sich bis zum frühen Abend hin. Nun bin ich wach, die Motivation des Lesens ist verloren gegangen. Schuldbewusst mahnt das Gewissen Aktivität an. Nun, dann Schwafel ich hier im Blablabla....
Nein, so geht das nicht! Heute, am 11.September, dem 9/11 kommen die Erinnerung an ein unbegreifliches Ereignis wieder, damals live am Bildschirm mit erlebt. Kein Horrorfilm nimmt es mit der Grausamkeit der Realität auf, damals nicht und heute nicht. Gedenken wir an all die vermeidbaren Opfer einer fanatischen Auffasung, egal ob im vorgeschobenen göttlichen Namen, der doch nur einer krankhaften Allmachtsfantasie entspringt, die explosionsartig aus einem verletzten Ehrgefühl herrührt, die nur in der gewalttätigen Machtausübung ein Ventil findet. Sicher sind die Probleme komplexer, vielschichtiger oder doch nur aus der ewigen Menschlichen Dummheit entsprungen. Solange es Waffen gibt und skrupellose Menschen ihr Geschäften nachgehen, wird es immer wieder eine große Zahl Opfer und Täter geben. Die Grenzen vermeintlicher politischer Ziele verschwimmen mit den kriminellen Machenschaften, stehen denen im Nichts nach.
Es lebe das gut Geschäft mit der großen Auswahl an allen möglichen Kriegsgeräten, die jenseits meiner Vorstellungskraft stehen.
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