Montag, 5. Oktober 2015

Ach, alles ist so schön bunt

Ach, ist das schön, so friedlich ruhig, alles fließt und die Gedanken suchen einen Platz der Entspannung nach all den vielen Nachrichten, dem Hin und Her, dem Für und Wider der Flüchtlingsschwemme. Zu viele Gutmenschen und zu viele Flüchtlinge, zu viele Vermutungen, zu viel von allem. Stopp, und nun abschalten, abwarten und nur schöne Gedanken zu lassen. Ach, ist das schön so auf der Couch zu liegen und die vielen Wiederholungen im Fernsehen im Halbschlaf zu genießen. Warum habe ich dann die Nachrichtensendung zugelassen. Schwupp, verflixt und zugenäht, da sind sie wieder: Werte Menschlichkeit, oh, diese Falschheit, nö, ich kann es nicht mehr hören und sehen. Schmuddelecke, Grenzsicherung, Flüchtlingszahlen, Realismus der Politik, Europa. Mein Puls schlägt wild und viel zu schnell. So ein Quatsch, sagt das Gewissen, die Welt ist so wie sie ist, ein Widerspruch in sich, wir Menschen sind so, höre auf an das naive Gute zu glauben, handle mit den Möglichkeiten des Ist-Zustandes. Von der Couch aus lässt es sich nur eingeschränkt handeln. Analysiere warum du dich aufregst. Richtig, es ist nur die Langeweile, die nach etwas Abwechslung lechzt. Nachrichten sind Krimis, deren Wiederholung zwar meistens vorhersehbar sind, aber ab und an auch Aufregung versprechen. Alles fließt, nur der Strom ändert seine Richtung, dagegen zu schwimmen ist nicht möglich und das verfluchte, neue Smartphone werde ich irgendwann bedienen können, ich muss es nur wollen. Ach, geht es mir gut, alles um mich ist so schön bunt nur die Graphic Novell über Moby Dick nervt, wartet auf Vollendung. Eh, es reicht doch wohl, dass sie in meinen Gedanken schon längst fertig ist, warum dann noch die Übertragung in die Realität einer künstlerischen Praxis.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen