Unruhe hat meinen Geist befallen, rastlos taumelt er zwischen äußeren und inneren Ereignissen hin und her. Moby Dick ertrinkt im Blut der tödlichen Jagd. Wie beschreiben, wo den Schwerpunkt der Adaption setzen. Das Original in Übersetzungen zweifach lesen, aber da drängen sich die Flüchtlinge dazwischen, wie mit ihnen umgehen, wie mit den Radikalen, allein die Wahrheit bleibt auf der Strecke. Moby Dick verliert seinen Reiz, der Drang die Geschichte schnell zu beenden lenkt meine Aufmerksamkeit auf Graphic Novels, nicht auf die Bilder, ich suche die Abkürzung des umfangreichen Original. Pfui, schimpft das Gewissen, armselige Tat, nur um schneller fertig zu werden. Die Konzentration lässt nach die Aufregung übernimmt die Führung. Die Hilfsbereitschaft der ehrenamtlichen Helfer ist überwältigend, dem gegenüber stehen die brutalen Ausraster der Rechten, der vermeintlichen Verteidiger des christlichen Abendlandes. Allein der Gedanke verursacht Übelkeit ändert aber nichts an der Problematik. Einerseits geht es um humanitäre Hilfe, die selbstverständlich sein sollte, die aber nicht die Problematik der Integration verschweigen darf, obwohl viele Gutmenschen davor warnen, mit diesen Äußerungen den Rechten in die Hände zu spielen. Ach Moby Dick, wie soll ich mit dir fortfahren? Die blutige Jagd, das Kochen des Öls, der unbändige Hass Käpt'n Ahab, der sich über die Verantwortung für seine Männer, für Schiff und Ladung stellt, die Revolte der Matrosen, die um ihr Leben fürchten. Mellville schweift gerne ab, spickt seine Geschichte Kapitel lang mit Tatsachen aus realen Begebenheiten. Die Graphic Novels beschränken sich auf den Plot der Geschichte, die Interaktion zwischen den handelnden Personen. Parallelgesellschaften schleichen aus der Erinnerung heran, die Problematik eines Teils der muslimischen Mitbürger, die ihre Religion über das Grundgesetz stellen. Ein ZDF Bericht sucht nach Antworten. Kanada gilt als Vorbild, Neubürger müssen sich an die Gesetze halten, Verstöße werden mit Ausweisung geahndet, 10 000 Menschen trifft es jährlich. Die deutsche Justiz hat vor der Problematik kapituliert, wie sollte sie auch deutsche Bürger mit ausländischen Wurzeln ausweisen, weil sie die Religionsgesetze über das Grundgesetz stellen. Was tun? Schwierig, denn es wurde in den Anfängen der Integration versäumt auf die Einhaltung der demokratischen Regeln zu pochen. Wollen wir ein gemeinsames Leben, dann können wir verlangen, dass unsere Werte der Demokratie akzeptiert werden. Der Rechte Mop hält sich auch nicht daran, in dieser Beziehung der Radikalität schenken sich die Gruppen nichts. Das Grundgesetz hat für die Retter des Abendlandes auch keine Gültigkeit. Also bleibt der Zivilgesellschaft nur ein konsequentes Vorgehen gegen Verstöße egal aus welcher Richtung sie kommen. Gleichgültkeit, ein halbherziges Integrationsprogramm fördert nur die Parallelgesellschaften.
Sollte den Fernseher ausschalten. Moby Dick beenden wir unsere Zusammenarbeit in Text und Bild.

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