Auf, auf, gib dem Fleiß Futter, schreib ne Post, hast ja sonst nichts zu tun. Tippen mit einem Finger aufs Smartphone lässt sich wunderbar von der Couch aus bewältigen. In den Ohren mit den Kopfhörern die Fernsehnachrichten hören, ab und an ein kurzer Blick auf die bewegten Bilder des Flachbildschirm werfen, während der linke Mittelfinger über die Buchstaben streicht und hin und wieder die falschen trifft. Entweder zu dicke Finger oder Wahrnehmungsprobleme der Augen. Warum keine Rechtschreibprüfung aktiviert ist, bleibt ein Rätsel. Eigentlich kein Problem, da ja sowieso niemand meine Texte liest. Allerdings nach den Statistiken des Dashboards, habe ich Leser in den USA, Frankreich, Ukraine, Portugal, usw. Der Verdacht liegt nahe, dass sie nicht meine Texte meinen, sondern die Pornoseiten, die sich angehängt haben und kein löschen zulassen. Egal, Hauptsache die Posts gehen Online, obwohl die Wörter keinen Inhalt finden.
Heute ist der 2. September 2019, den vorherigen Absatz verfasste ich am 27.12.2017. Hat lange geruht und trifft doch, erschreckender Weise, auf meinen heutigen Zustand der Langeweile. Nichts hat sich geändert, ein Tag wie der andere löst kurz eine schlaflose Nacht ab. Das Alter erlebt das Weltgeschehen von der Couch aus. Nicht nur das Möbelstück fällt dem langsamen Verfall anheim. Die Hitze des Tages dörrt die Natur aus. Der Klimawandel klopft an die Tür, die verschlossen bleibt, denn die Trägheit lässt sich nicht von denen vertreiben, die ihre Zukunft in Gefahr sehen und lauthals streiken. Alles wie gehabt scheint ein Trugschluss der viel zu bequemen Wahrnehmungen zu sein.
Die Suche nach dem Besonderen ist nur der unerfüllte Wunsch einer Fantasie, die sich der Trägheit verschrieben hat.
Morgen ist auch ein Tag um nach positiven Aktivitäten Ausschau zu halten.

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