Samstag, 18. März 2017

Schwarz auf Weiß



Das weiße Blatt fördert keine Ideen, das Schreiben ohne schwarze Buchstaben bleibt leer. Je nach geistiger Verfassung entstehen Gedanken auf dem virtuellen Papier. Könnten auch weiße Buchstaben auf schwarzem Hintergrund sein. Alles und nichts ist wie immer möglich. Ein gutes Gefühl Herrscherin über das getippte Wort zu sein. Eine Manipulationen von außen ist in dieser Situation nicht möglich, es sei denn, eine geheime Macht nimmt Einfluss auf den Geist, trübt meine Wahrnehmung, indem die automatische Worterkennung vorab meine Wortwahl bestimmt. Wer bestimmt die Inhalte dessen, was sich als Text aus meiner Gedankenwelt ergibt? Die Auswahl des täglichen Medienfluss aus dem Internet, von Algorithmen für meinen persönlichen Bedarf errechnet und zusammengestellt. Vielleicht, aber so wie die Werbung keinen Einfluss auf mein Kaufverhalten hat, da eine Schnäppchenjägerin sich auf die Pirsch in den analogen Ort begibt, hat der Einfluss der Nachrichtenflut nur bedingten Zugang zu den Nervenzellen, die das Gemüt in Aufregung versetzt. Die ständige Wiederholung bestimmter Ereignisse, die Wahl zwischen Fakten und Fakes, lässt die Emotionen zu kleinen, harten Knötchen verkrüppeln. Das Aussen verliert mehr und mehr die Aufmerksamkeit des Innen, dass im digitalen Spiel oder in den sozialen Plattformen seinen Mittelpunkt findet. Eine virtuelle Wirklichkeit schluckt das Aussen, dessen Bedeutung nur noch in der Abeitswelt und in der alltäglichen Lebenserhaltung wahrgenommen wird.
So könnte es sein, wenn es nicht meine subjekive Wahrnehmung von der Couch aus wäre. Worüber lohnt es sich nun zu posten, wo doch alles schon gesagt, geschrieben wurde? Da gibt es nur eine Möglichkeit,  aufstehen und das Aussen mit wachem Verstand erkunden. Welch eine banale Erkenntnis aus der Wiederholungsschleife.

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