Samstag, 7. Oktober 2017
Kleiner Orkanschaden
Mein Freund der kleine Baum, die amerikanische Zierkirsche, ist tot. Starb nicht im Abendrot, es war an einem Nachmittag, da viele große Bäume von den Boen des Orkan entwurzelt wurden. Der Stamm knickte ab, die Krone liegt nun längsseits meines Balkon. 17 Jahre schirmte das Bäumchen vor Blicken und Sonnenstrahlen . Im Frühjahr voller, weißer Blüten, kamen des Sommers die Vögel die kleinen Beeren naschen. Ab und an lugte ein Eichhörchen zu mir hinüber oder Tauben sondierten meinen Balkon zwecks Niederlassung zum Brüten.
Nun hab ich freie Sicht, das Zimmer mehr Licht und die Balkonpflanzen werden nächstes Frühjahr mehr Sonne abbekommen. Wehmütig schaue ich auf das Bäumchen, das mehr ein großer Strauch, bestehend aus zwei Stämmen, war. Erst jetzt wird mir bewusst, das kaum Vögel dieses Jahr zu sehen waren, ausgenommen die lärmenden Krähen. Hat der Baum überhaupt geblüht? Die Blätter sehen nicht nach Herbst aus, eher blass und krank. Die abgeknickten Stämme von innen bräunlich verfärbt. Alles ist vergänglich, nichts bleibt wie es einmal war, ein zurück in die Vergangenheit wird es, so wie es war, nicht mehr geben. Vielleicht drückt die Natur mit ihren immer bestialischen Gewalttaten den Reset Knopf. Alles auf Anfang, um sich dann erneut zu entwickeln, ob der Mensch dann noch eine Chance zu existieren hat?
Der Orkan hat 7 Menschen das Leben gekostet, wenig im Vergleich zu der Vielzahl an Opfern, die ein Mensch mit den entsprechenden Waffen auslöschen kann. In den USA haben die Menschen einen Präsidenten gewählt, der in seiner Fehlbarkeit zum unfreiwilligen Helfer der Natur werden könnte, weil er immer wieder genüsslich mit dem Reset Knopf spielt. Er ist das trojanische Pferd einer großen Interessengruppe, die glaubt mit ihren Mitteln die Macht der Herrschaft festigen zu können, um doch nur zum Handlanger einer Natur zu werden, die ihren Untergang besiegeln wird. Wie heißt der Spruch: Nach mir die Sintflut. Finanzieller Reichtum kann nur dann seine Möglichkeiten entfalten, wenn es einen Gegewert gibt. Um das zu erkennen braucht es eine Weitsicht, die leider von der Gier vernebelt wird.
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