Der erste Juni, der Sommer naht, zu merken an der ersten Sommerpause im ZDF. Das Wetter will noch nicht so recht mitspielen, aber Sommer wird Sommer sein so oder so. Montags liegt die Woche vor dem Wochenende, das zurückliegende verklebt die Erinnerung. Am Samstag hat die Lust mich nach Kreuzberg getrieben "Die lange Buchnacht in der Oranienstraße." Ein Ausflug in eine andere, eine bunte Welt. Die Straße bevölkert mit hupenden Hochzeitsfahrzeugen, die auf und ab durch Straßen fuhren um dann wieder die Kreuzungen blockierten und das staunende Publikum mit einem Hubkonzert unterhielten. Oranienstraße ist so lebendig, voller Überraschungen für diejenigen die aus anderen Bezirken zu Besuch kommen. Doch dann, oh Schreck, viel es mir wieder ein. Eine unumstößliche Tatsache, die ich gerne immer wieder verdränge. Das Hören macht Probleme, die P H F Laute mag mein Gehör nicht mehr, Lesungen werden da kein Vergnügen sein. Die Straße staunend auf und ab gehend, das Hubkonzert im Ohr, die Straßencafés voll blieb nur der lange Spaziergang ins Kino am Potsdamer Platz. Abenteuer, Mystik, Science-Fiction sollte es sein, meine Wahl fiel auf "A World Beyond" Regie Brad Bird der Macher von "Ratatouille", Mad Max wäre auch eine Option gewesen. Ach hätte ich mich doch für Mad Max entschieden. Nun gut ein Disney Film bedeutet eine Fahrt durch Disney World. It's a small World, so beginnt der Einstieg ins Vergnügen, die Erinnerungen sind aktiviert. Die Fahrt beginnt im Boot durch die Welt der Puppen, ich bin mittendrin. George Clooney als Erfinder, Daniel Düsentrieb lässt grüßen. Drücke einen Button und du bist in der Zukunftstadt ähnlich wie bei den Jetsons. Die Achtziger Jahre lassen grüßen und Clooney scheint immer etwas unbeholfen rumzustehen, das Kopfwackeln hat er einigermaßen im Griff. Bin vom RatatouilleMacher enttäuscht, die Geschichte hätte spannender sein können, es fehlt der Spannungsbogen um die originellen Einfälle wirklich genießen zu können, stattdessen der Blick auf die Uhr. Gut, gut, die Aussage denke positiv und das Böse in der Welt lässt sich mit Kreativität bewältigen BlaBlaBla . Die Welt steht am Abgrund und schaut tatenlos ins Nichts. Mad Max Fury Roads schaue ich vielleicht beim nächsten Ausflug in die Welt da draußen an, vielleicht mit Hörgerät. Allerdings dann gehe ich lieber zu einer Lesung und lasse meiner Fantasie freien Lauf.
Das Bloggen fördert nicht unbedingt die Fantasie, obwohl es eine Tätigkeit ist, die aus der Langweile entsprungen die Zeit mit Gedanken füllt. Ja, es geht nur darum, denn es fehlt mir der Ansporn von vielen gelesen zu werden. Warum ich gerade jetzt darüber schreibe? Ein Zeitungsartikel über eine Bloggerin, mit großer Gefolgschaft wurde einem Shitsturm ausgesetzt, weil sie mit Worten provoziert. Die Provokation als Anreiz die Lust der Leser nach Schund zu befriedigen, Benutzt sie dann Reizwörter wird der Shitsturm losgetreten. Ein Spiel um der Langeweile zu entfliehen und mal so richtig abzukotzen, ein anderes Wort fällt mir dazu nicht ein. Geraten die Äußerungen dann weit unter die Gürtellinie, ja zu Bedrohungen, dann wird die Geschichte von anderen Medien aufgegriffen. So haben alle etwas davon, die Leserzahlen steigen, die Geschichte macht ihre Runde ohne das es wirklich um den Inhalt geht, der bleibt Bedeutungslos, allein die Worte der Aufregung zählen um der Frustration ein Ventil zu verschaffen. Je mehr Informationen um so weniger bleibt inhaltlich beim Leser haften. Wir leben in einer überinformierten Zeit, in der der einzelne seine Hilflosigkeit hinaus schreit mit Wörtern Hemmungsloser Wut, die keine Konsequenzen hat.
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