Mittwoch, 10. Juni 2015

Ach, ich weiß ja auch nicht so recht


Am Mittwoch liegt das Wochenende hinter mir, am Mittwoch liegt das Wochenende vor mir. Woche für Woche, Monat für Monat, Jahr für Jahr. Eine Feststellung, die überall Gültigkeit hat, auch in Griechenland. Da sitze ich zu jeder Zeit, ausgenommen während der Nacht, vor dem Flachbildschirm,  zappe durch die Nachrichtenkanäle und sauge die Informationen auf, die man mir zur Verfügung stellt. Ab und an wechselt meine Aufmerksamkeit zum Internet hin. Was fange ich mit der Informationsflut an? Ich staune, schaue den Inszenierungen der sogenannten Mächtigen von Ferne zu. Manchmal denke ich an die 1980er Jahre zurück, eine Zeit in der es mir schien, dass auf Gleichberechtigung in der Gesellschaft mehr wert gelegt wurde. Eine Zeit zum Ende des kalten Krieges hin, an der Schwelle einer neuen, vermeintlich besseren Zukunft. Heute reden wir viel von der Zivilgesellschaft, von einer Wertegemeinschaft, einer Wohlfühlgesellschaft, die dem Elend der Welt trotzt und das schlechte Gewissen mit Zweifeln am Zustand dessen was zu sein scheint, einen verbalen Blutzoll zahlt. Übrig bleibt eine Ratlosigkeit, die Erkenntnis, der Zukunft keine Chance geben zu können. Die Erkenntnis in einem Paradoxem zu leben, in dem Gut und Böse nicht mehr zu unterscheiden sind. Ich möchte verstehen, begreifen, aber je mehr Informationen ich aufnehme, um so mehr werden mir die Grenzen meiner Möglichkeiten bewusst, Seufz, das war früher viel einfacher, jedenfalls aus der Erinnerung heraus. Die Konsequenzen unseres Handelns ob für oder wider einer Möglichkeit, schafft Veränderungen, die oftmals so nicht gewünscht waren. Die Veränderungen laufen der Wahrnehmung voraus und wir hecheln hinterher.





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