Dienstag, 29. Juli 2014
Rhythmus des Seins
Da sitzt es, weit entfernt, nur mit dem Tele der kleinen Digitalkamera erfasst. Allein, gelangweilt oder tief in Gedanken über das Sein. Vielleicht versunken in der Erinnerung an ein Leben in Freiheit, vielleicht kennt es sie nur aus den Erinnerungen anderer. Die Mittagssonne brennt heiß durch die Schwüle. Die Artgenossen liegen im Schatten versteckt vor den Besuchern, die in der Sonne stehen, dort, im schönen Leipziger Zoo. Aber dieses Geschöpf, ob weiblich oder männlich, sitzt aufrecht auf dem künstlichen Felsen. Schaut nach Links, schaut nach Rechts, betrachtet sie Hände, kaut einwenig daran, schaut nach Innen. Ein Wesen in seiner Mimik dem Menschen sehr ähnlich. Was denkt es? Wovon träumt es? Die Welt da draußen so nah und doch so fern. Der Rhythmus des Tages bestimmt von den Tierpflegern. Der Planet der Affen ein Wunschtraum, vielleicht. Wäre die Welt dann besser? Der Mensch stammt vom Affen ab, ein Rollentausch führe nicht in eine bessere Welt, oder? Keine Chance auf Besserung, wir sind dazu verdammt die Menschheitsprobleme allein zu lösen. Waffen,
Hass und Verachtung stehen dem Frieden entgegen. Bla, bla, bla. Eine Erkenntnis, so alt wie die Menschheit, ein Kommen und Gehen. Nur gibt es heute Waffen ohne Wiederkehr.
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